VW Multivan Volkswagen für Vieles

Volkswagen hat einen neuen Multivan. Von außen ist davon zwar erst mal nicht viel zu sehen, doch in der Familien-Freizeit-Version des VW Transporters T5 stecken neue Motoren, aufwändige Technik und hoch gesteckte Erwartungen.

Von Frank Wald


VW Multivan: Eine Menge Holz geladen

VW Multivan: Eine Menge Holz geladen

"Der neue Multivan ist alles in einem und einer für alles", sagt VW-Nutzfahrzeug-Vertriebs- und Marketingvorstand Daniel Coppens. Soll heißen: "eine hochwertige Limousine, ein vielseitiger MPV, ein komfortables Langstreckenfahrzeug, ein fahraktiver Pkw, ein repräsentatives Geschäftsfahrzeug sowie ein anpassungsfähiges Freizeitmobil". Eine Menge Holz, das die Verantwortlichen aus der VW-Nutzfahrzeugabteilung der fünften Generation des ehemaligen VW Busses aufladen.

Doch so wie der Phaeton bei den Limousinen, der Touareg bei den Geländewagen soll der neue Multivan künftig unter den Großraumlimousinen die Premium-Position einnehmen. Schon ein Blick auf die noch vorläufige Preisliste unterstreicht diesen Anspruch. Je nach Motorisierung und Ausstattung muss der Kunde zwischen knapp 32.000 Euro für das Einstiegsmodell und rund 50.000 Euro für die Top-Ausführung hinlegen. Allerdings bietet der Wagen dafür auch schon eine Menge. Die sechssitzige Basisversion verfügt über ABS, Antischlupfregelung ASR, Front-, Seiten- und Kopfairbags, Klimaanlage, Funkfernbedienung, drehbare Einzelsitze oder Liegesitzbank. Zur Serienausstattung der Comfortline gehören dazu eine zweite Schiebetür, sieben Plätze sowie einen verschieb- und ausklappbaren Tisch. Im Topmodell Highline ist der Innenraum darüber hinaus in Leder ausgeschlagen, wird durch eine Klimatronik belüftet und ist auf Knopfdruck durch zwei elektrische Schiebetüren zugänglich.

Fast fünf Meter lang und zwei Meter breit: In den Multivan passt jede Menge rein

Fast fünf Meter lang und zwei Meter breit: In den Multivan passt jede Menge rein

Allen Versionen gleich ist selbstverständlich der konkurrenzlose Platz des 4,89 Meter langen, 1,90 Meter breiten und fast zwei Meter hohen Maxi-Vans. Um die Variabilität zwischen Personen- und Gepäcktransport zu steigern, hat VW nun auch Gleitschienen im Fahrzeugboden eingebaut. Ähnlich wie beispielsweise im Renault Espace lassen sich damit Sitze oder Bank in der zweiten und dritten Reihe stufenlos verstellen. Auch der Schalthebel wanderte jetzt beim Multivan in die Mittelkonsole. So lässt es sich einfacher von vorne nach hinten klettern. Die gegen die Fahrtrichtung drehbaren Sitze in der zweiten Fondreihe gab es auch schon im T4-Vorgänger.

Fahrzeugschein
Hersteller: VW
Typ: Multivan 2,5 TDI
Karosserie: Van/Kleinbus/Großraumlimousine
Motor: Fünfzylinder-Diesel
Hubraum: 2.460 ccm
Leistung: 130 PS (96 kW)
Drehmoment: 340 Nm
Von 0 auf 100: 15,3 s
Höchstgeschw.: 168 km/h
Verbrauch (ECE): 8,0 Liter
CO2-Ausstoß: 212 g/km
Kraftstoff: Diesel
Kofferraum: 1.208 Liter
umgebaut: 4.525 Liter
Preis: 37.900 EUR
Zu den fünf Motoren, mit denen der Multivan Ende April in die Verkaufsräume rollt, gehören ein Vierzylinder-Benziner mit 85 kW (115 PS) sowie ein V6 mit 170 kW (230 PS). Dazu gesellen sich neben einem Vierzylinder-TDI mit 77 kW (109 PS) zwei neu entwickelte Fünfzylinder-Diesel mit 96 kW (130 PS) und 128 kW (174 PS), die VW für die ersten Testfahrten zur Verfügung stellte. Beide Triebwerke gefallen durch ihren kräftigen Durchzug und durch ihre Laufruhe. Schon der "kleine" Fünfzylinder hat mit seinen 340 Newtonmeter Drehmoment wenig Mühe mit dem immerhin über 2,2 Tonnen schweren Gefährt. Noch souveräner packen die 400 Newtonmeter in der stärkeren Version zu.

Was neben dem kräftigen Antritt jedoch beide Modelle auszeichnet, ist das gut abgestimmte Fahrwerk, das im Zusammenspiel mit der direkten Lenkung und dem kurz und präzise schaltenden Sechsganggetriebe ein authentisches Pkw-Fahrgefühl vermittelt. Zumindest auf den beiden vorderen Plätzen. Denn Motoren und Fahrwerk animieren so sehr zur flotteren Gangart, dass sich die Passagiere auf der mittleren Sitzreihe, auf Grund ihrer Nähe zur Hochachse des Fahrzeugs, schnell über Schwindelgefühle beschweren werden.

Die Sitze der zweiten und dritten Reihe im VW Multivan lassen sich stufenlos verstellen

Die Sitze der zweiten und dritten Reihe im VW Multivan lassen sich stufenlos verstellen

Damit die Hilferufe nicht in den Fahrgeräuschen untergehen, haben sich die VW-Ingenieure ein cleveres Bord-Kommunikationssystem ausgedacht, das jetzt erstmals im Multivan, später aber auch für Phaeton und Touareg, angeboten wird. Digital Voice Enhancement, kurz DVE, nennt sich die Akkustik-Hilfe, das aus sechs kleinen, im Dachhimmel installierten Mikrofonen besteht, über die sich die Passagiere auf allen Plätzen miteinander unterhalten können, ohne den Kopf zu verdrehen oder die Stimmbänder zu strapazieren. Das Ganze funktioniert ohne Rückkopplung mit der Audioanlage. In Kombination mit einer Telefon-Freisprechanlage können sogar alle Insassen an dem Telefonat teilnehmen.



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