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Erste Fahrt im VW T-Cross: Polo in Bunt

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Erste Fahrt im VW T-Cross Ein Hoch auf den Polo

Der Absatz von SUVs boomt. Bisher hatte VW nur wenige Modelle, um die Nachfrage zu bedienen. Das ändert sich gerade - mit einem höhergelegten Polo namens T-Cross. Zum echten Geländewagen reicht es nicht.

Normalerweise testet die Autoindustrie neue Fahrzeuge auf abgesperrtem Gelände und hält die Prototypen so lange wie möglich geheim. Doch beim neuen T-Cross gibt sich VW ausgesprochen freizügig: Obwohl der aufgebockte Kleinwagen erst im Herbst Premiere feiert und im Frühjahr in den Handel kommt, verrät Volkswagen die meisten Details schon jetzt und bittet sogar zur ersten Fahrt im leicht getarnten Versuchsfahrzeug.

Woher die ungewohnte Offenheit rührt? Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist sicherlich, dass der T-Cross keinen Vorgänger hat, bei dem zu viele Nachrichten über ein neues Modell den Abverkauf stören könnten. Im Gegenteil: Mit frühen Details über den T-Cross will VW die Kauflust wecken, in der Hoffnung, dass der ein oder andere Interessent auf den Neuzugang aus Wolfsburg wartet statt sich ein bereits erhältliches, vergleichbares Modell der Konkurrenz zuzulegen. Denn die war mit Autos wie dem Renault Captur, dem Peugeot 2008 oder dem Citroën C3 Aircross Jahre früher dran. Volkswagen ignorierte - wie schon bei anderen Fahrzeuggattungen auch - lange den Trend. Erst 2016 wachte der Hersteller auf und lieferte mit der Cabrio-Studie T-Cross Breeze in Genf einen ersten Vorgeschmack.

Die technische Basis für den T-Cross liefert der VW Polo, von dem die Motoren sowie die Plattform stammen. Zum Einsatz kommen zwei Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum und 95 oder 115 PS, ein 150 PS starker Vierzylinder von 1,5 Litern und ein 1,6-Liter-TDI mit 95 PS.

Der SUV soll sich betont farbenfroh geben

Die technische Verwandtschaft mit dem Polo hält die Entwicklungskosten gering, erleichtert die gemeinsame Produktion in Pamplona und minimiert am Ende die Herstellungskosten. Der T-Cross soll bei etwa 17.000 Euro starten - damit ist er rund 4000 Euro teurer als ein Polo, aber 3500 Euro billiger als der größere T-Roc. Doch die technische Nähe zum Polo bringt auch Einschränkungen mit sich. So wird der T-Cross zum ersten Geländewagen bei VW, für den es keinen Allradantrieb geben wird. Baureihenleiter Andreas Krüger verteidigt die Entscheidung. Auch die meisten Konkurrenten hätten keinen 4x4-Antrieb, und von den Kunden habe den bislang auch kaum jemand verlangt.

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Erste Fahrt im VW T-Cross: Polo in Bunt

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Anders als der Polo, der fünf Zentimeter kürzer ist als der T-Cross und deutlich niedriger, treibt es der Neue bunt. Der SUV soll sich betont farbenfroh und lebenslustig geben, sagt Designchef Klaus Bischoff. Es wird deshalb nicht nur zwölf Farben und Kontrastlackierungen geben, sondern auch Klebetatoos, bunte Felgen und poppige Konsolen rund um die Instrumente und den großen Touchscreen im Cockpit.

Trotzdem wird der Wagen sich auch weiterhin der Vernunft verpflichtet fühlen, sagt Bischoff, und mit vielen praktischen Details aufwarten. Als Beleg dafür verspricht Baureihenchef Krüger serienmäßig einen umklappbaren Beifahrersitz und vermutlich gegen Aufpreis eine um 15 Zentimeter verschiebbare Rückbank. Diese verschafft dann Fondpassagieren so viel Beinfreiheit, dass selbst Erwachsene hinten halbwegs bequem sitzen können. Schiebt man die Rückbank Richtung Vordersitze, schluckt der T-Cross mit 455 Litern mehr Gepäck als der Golf, bei umgeklappter Rückbank sind es 1281 Liter.

Trend geht zum SUV - kleine Modelle derzeit besonders gefragt

VW hat zwar den Trend zu kleinen SUV verschlafen, doch von der derzeit großen Nachfrage wird auch der T-Cross profitieren. Der Marktbeobachter Jato Dynamics meldete zuletzt einen Boom in diesem Segment und verweist auf die europäischen Zulassungen im Mai: Während alle anderen Fahrzeugtypen um 8,5 Prozent zurückgegangen sind, haben die Geländewagen demnach insgesamt um 24,2 Prozent zugelegt und waren in 23 von 27 Märkten die erfolgreichste Kategorie. "Der größte Treiber unter den Geländewagen waren diesmal die kleinen SUV", schreibt Jato in seiner Monatsstatistik. "Allein im Mai haben sie um 37 Prozent zugelegt." Das wird dem T-Cross sehr entgegenkommen.

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