60 deutsche Autos Der BMW 1500

Dieses Auto war Anfang der sechziger Jahre die letzte Chance für BMW, die Krisenjahre hinter sich zu lassen. So bewarb man den Wagen als "die neue Klasse". Das Debüt im September 1961 auf der IAA war ermutigend: Der BMW 1500 markierte den Beginn einer Erfolgsstrecke.

BMW 1500: Mit diesem Modell startete eine Erfolgsbaureihe, die viel gerühmte "neue Klasse" von BMW, von der zwischen 1962 und 1972 insgesamt mehr als 360.000 Exemplare gebaut wurden. Der Münchner Autohersteller war damit wieder zurück im Geschäft

BMW 1500: Mit diesem Modell startete eine Erfolgsbaureihe, die viel gerühmte "neue Klasse" von BMW, von der zwischen 1962 und 1972 insgesamt mehr als 360.000 Exemplare gebaut wurden. Der Münchner Autohersteller war damit wieder zurück im Geschäft


Eine völlig verfehlte Modellpolitik während der fünfziger Jahre hatte BMW an den Rand des Ruins gebracht. Es gab die luxuriösen Modelle 501 und 502 mit Sechs- und Achtzylindermotoren, die im Nachkriegsdeutschland wie Mobile von einem fernen Planeten wirken mussten. Dann wurden hektisch Minimalfahrzeuge wie die Isetta nachgeschoben, später die Modelle 600 und 700. Dazwischen gab es nichts.

Ein sogenannter Mittelwagen wurde also dringend gebraucht. Auf der IAA 1961 stand dann endlich ein solcher Prototyp: der BMW 1500. Eine formschöne, schnörkellose und moderne Limousine, die anfangs mit einem 1,5-Liter-Vierzylindermotor mit einer Leistung von 80 PS bestückt war. 9485 Mark kostete das Auto zum Verkaufsstart im Oktober 1962. "Endlich gibt es wieder einen richtigen BMW", lautete der Tenor der Reaktionen auf diesen Wagen.

Es war aber längst nicht alles in Butter. Denn das Auto litt unter profunden Qualitätsmängeln, die zum Teil mit der überhastet eingeleiteten Serienproduktion zu tun hatten; die Arbeiter an den Montagebändern wurden zum Teil parallel zur Fertigung überhaupt erst angelernt. Die Folge war ein anfangs problematischer Ruf der Baureihe, doch rasch eingeleitete Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie neue Varianten halfen, die neue Klasse schließlich zu etablieren.

Vor allem das Modell BMW 1800, das bereits im Herbst 1963 auf den Markt kam und bis zum Produktionsende der Baureihe im Januar 1972 produziert wurde, trug zum Erfolg bei. Es gab diesen Wagen mit Motorleistungen von 90 oder 110 PS; ab 1965 schließlich kam auch der BMW 2000 auf die Straße, der in der Folgezeit mit Motorleistungen von 100 bis 130 PS angeboten wurde und der mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 185 km/h zu den damals schnellsten Limousinen überhaupt zählte. Eine bei Karmann gebaute Coupé-Version rundete das Angebot ab 1965 zudem ab.



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A-Schindler, 09.10.2009
1. Bmw
Warum kann BMW so was heute nicht mehr bauen? Freie Rundumsicht, keine teuren El. Spielereien mit Motorleistung die vollkommen reicht um auch über die Autobahn flink zu fahren. Heute Reicht es leider nicht mehr aus max. 180km/h fahren zu können da müssen leider 280km/h auf den Datenblatt stehen. Nur fahren kann man selbst die 180km/h kaum noch. Mein kleiner Daihatsu-Copen mit 68PS Motörchen schafft 180km/h mit Anlauf und Rückenwind und ich bin kaum langsamer von A nach B als die heutigen BMWs mit über 200PS. BMW bewegt sich wieder in die selbe Falle wie damals wo sie nur teure Luxus Autos gebaut haben.
Snipy, 10.10.2009
2. falsche Kritik
Mit Verlaub, diese Kritik ist ein typischer deutsches Phänomen. Der Neid auf die wenigen Luxuswagenkunden wird als Kritik auf die gesamte Firma oder Marke übertragen. Die BMW Group produziert in Großen Mengen einfache Autos, Mini One/D/Cooper 116-120i und d sowie 316 bis 320i/d. Sonst wäre auch ein durchscnittlicher Flottenverbrauch von mittlerweile 5,9l nicht möglich. Die Serienausstattung ist auch auf das notwendige reduziert um Kosten und Gewicht klein zu halten, alles andere gibts als Sonderaustattung (und da kann man sich "verwirklichen"). Jedoch sollte es niemand stören dass ein 116i mit Basisausstattung luxuriöser und teurer als ein Daihatsu ist. Sind und waren ja keine direkten Wettbewerber. Ein BMW 1500 war auch kein "Daihatsu" damals...
wolfgangsorge 10.10.2009
3. Vergleiche
Von Äpfeln mit Birnen sind naturgemäß schwer. Aber es auf den Punkt "Neid" zu reduzieren ist falsch. Ich WILL z.B. keine EFH in meinem Fahrzeug haben, da bei meinen letzten Fahrzeugen diese sehr gerne kaputtgingen, und für 4 EFH in 3 Jahren rund 1600 EUR mit Einbau hinblättern ist eher nervig. Aber es gibt die meisten Pkw nicht mehr ohne EFH. Statt riesiger Glasflächen und dennoch meist bescheidener Übersicht täts mir auch weniger Glas, mehr Übersicht, und weniger Klimabedarf. Gibts auch nicht. ABS, ESP, ne normale Klima und 4 Airbags, Servo und sonst nichts, das Auto nicht länger als ein E21-Dreier, aus Sicherheitsgründen gern ein bissl schwerer, aber ohne 1000 Kinkerlitzchen die kein Mensch braucht...sowas fehlt. Und der 1er erfüllt dies leider nicht wirklich...
wakaba 11.10.2009
4. Gute Erinnerung
als Kind hab ich das Auto geliebt. Auf dem Mitteltunnel stehend in die Ferien fahren. Völlige Uebersicht - das Auto war beinahe transparent mit den grossen Fenstern. Die Hutablage liess sich toll als Spielbrett nutzen. Im Vergleich was sonst rumfuhr soll das Auto wirklich schnell gewesen sein. Schade das die Kiste schnell wieder zu Erde wurde.
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