60 deutsche Autos Der BMW 507

Als "Traum von der Isar" wurde der BMW 507 bei der Premiere auf der Internationalen Automobilausstellung des Jahres 1955 gefeiert. Doch so schön, schnittig und schnell das Auto auch war - wirtschaftlich war es eher ein Alptraum. Lediglich 251 Exemplare wurden gebaut.

Bereits 1953 reift bei BMW die Überlegung, einen neuen Sportwagen zu entwickeln. Die Arbeiten werden zügig begonnen und unter dem Namen 507a wird ein Auto auf die Räder gestellt, das offenbar nicht allen Verantwortlichen zusagt. Der US-Importeur jedenfalls hat heftige Einwände, und so wird der junge Designer Albrecht Graf von Goertz mit der Karosseriegestaltung beauftragt. Ihm gelingt ein Auto, das noch heute als einer der schönsten Roadster überhaupt gilt: der BMW 507.

BMW 507: Eine nie wieder erreichte Eleganz verkörpert die hinreißende Karosserie des BMW-Roadsters, die Albrecht Graf Goertz entwarf

BMW 507: Eine nie wieder erreichte Eleganz verkörpert die hinreißende Karosserie des BMW-Roadsters, die Albrecht Graf Goertz entwarf

Der offene Zweisitzer ist mit einem 3,2-Liter-V8-Leichtmetallmotor bestückt, der in der europäischen Variante 150 PS leistet und in der Version für den US-Markt sogar 165 PS. Das Auto gilt als Sensation - als Meisterstück eines offenen Sportwagens. Dennoch war das Auto ein Ladenhüter, vor allem auch auf dem US-Markt, in den die BMW-Vertriebsleute große Hoffnungen gesetzt hatten. Ob es am stattlichen Preis von 27.000 Mark lag, am mickrigen Kofferraum (wer mehr Platz für Gepäck benötigte, konnte einen kleineren Tank einbauen lassen) oder fehlenden Glamour der Marke - die Experten sind sich uneinig.

An den Fahrleistungen kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn der mit zwei Doppelvergasern ausgerüstete Motor hetzte das Auto in 11,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und beschleunigte weiter bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von rund 220 km/h. Als Spritverbrauch gab BMW damals circa 17 Liter je 100 Kilometer an. Sportwagenfahren war schon immer ein verschwenderisches Vergnügen.

Auch dass der Wagen von den Stardesignern Giovanni Michelotti und Raymond Loewy je eine Sonderkarosserie erhielt, konnte den Verkauf nicht anfachen. Im März 1959 wurde die Produktion des Autos deshalb schon wieder eingestellt. Von den 251 gebauten Exemplaren (manche Quellen rechnen den Prototyp dazu und nennen 252 Autos) existieren heute noch etwa 200.

Diese Autos sind heute mehr Wertanlagen als Fahrzeuge. Perfekt erhaltene Modell werden - wenn überhaupt - zu Preisen von bis zu einer halben Million Euro gehandelt.

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.