60 deutsche Autos Der Ford Capri

In den USA trumpfte der Ford Mustang seit 1964 auf, in Europa aber fehlte der Marke ein entsprechendes Zugpferd. Das änderte sich im Januar 1969, als der Ford Capri auf den deutschen Markt kam. Ein Coupé wie aus der Fibel für Fahrzeugformen entnommen.

Ford Capri 2600 RS: Das Auto im Bild stammt aus dem Baujahr 1972 und trägt die damals populäre zweifarbige Lackierung
Jürgen Pander

Ford Capri 2600 RS: Das Auto im Bild stammt aus dem Baujahr 1972 und trägt die damals populäre zweifarbige Lackierung


Der Rahmen der Premiere war gediegen. In der Bonner Beethoven-Halle stellte Ford am 21. Januar 1969 den sportlichen Viersitzer Capri vor - das Auto sollte die Brücke schlagen vom Sportwagen zum Familienfahrzeug, und es gelang ziemlich gut. Die reizvollen Proportionen der Karosserie mit der langen Haube und dem knackig-kurzen Heck - das Design stammte von Uwe Bahnsen - weckten schon beim ersten Anblick Assoziationen mit klassischen Sportwagen.

Im Motorraum jedoch - vom Start weg bot Ford den Wagen in fünf Hubraumklassen mit V4- und V6-Aggregaten vor - gab es biedere Hausmannskost. Das Basismodell für 6995 Mark trat mit 50 PS an, eine Leistung, die dem äußeren Anschein auch für damalige Verhältnisse keineswegs entsprach.

Aber der Capri konnte auch anders. Denn ebenfalls im Programm war der 2300 GT mit Sechszylindermotor und zunächst 108, später 125 PS. Sogleich weckte der Wagen auch das Interesse der Motorsportler. Bereits im März 1969 setzten die Ford-Werke auf 170 PS getunte GT-Varianten bei Rundstreckenrennen ein. Auf dem Höhepunkt der Vollgas-Euphorie leisteten die Renn-Capri gar 325 PS.

Insgesamt wurden knapp 1,9 Millionen Capris gebaut

Dem rasanten Image, das sich der Wagen durch etliche Siege rasch einfuhr, ließ die Verkaufsabteilung im Jahr 1970 das Modell RS 2600 folgen. Der Typ ohne Stoßstangen erhielt den Spitznamen "Plastikbombe", was daran lag, dass Türen und Hauben aus Kunststoff und die Seiten- und Heckfenster aus Plexiglas gefertigt waren, um Gewicht zu sparen. Das Auto wog rund eine Tonne, der V6-Motor mit Kugelfischer-Einspritzung leistet 150 PS und zu haben war der Feger zum Preis von anfangs 15.800 Mark.

Nach fünf Jahren schob Ford die zweite Capri-Generation zu den Händlern. Wichtigste Änderung des deutlich rundlicher und braver wirkenden Wagens war der Wechsel vom Kofferraumdeckel zur Heckklappe. Weil die Verkaufszahlen trotz der Neuerungen eher rückläufig waren, wurde das Auto 1978 abermals renoviert (weshalb meist von drei Capri-Modellgenerationen gesprochen wird) - unter anderem durch Halogen-Doppelscheinwerfer und einen Lamellen-Kühlergrill. Bis 1986 wurde der Ford Capri gebaut, und zwar insgesamt knapp 1,9 Millionen Exemplare.

insgesamt 14 Beiträge
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blowup 02.09.2009
1. Klasse
Ich hatte auch einen V6. Das war im Prinzip ein klasse Auto. Allerdings etwas anfällig und ohne Servolenkung nur was für Männer. Danach kamen dann bei Ford und anderswo die Mainstream-Marketer mit ihren konturenlosen Mobilen an die Macht. Schade.
Sinolupus 02.09.2009
2. Schade
Lieblos zusammengedengelter Artikel ohne Bild. Nur kurze Anmerkungen zum RS: Nur der Leichtbau-RS, der zur Homoligation für den Renn-RS gebaut wurde, hatte die Kunststoffscheiben, Türen und Hauben. Gewichtsersparnis ca 100 kg. Der "normale" RS mit Blechteilen und Glasscheiben wog gerade 1020 kg. Zitat: "Auf dem Höhepunkt der Vollgas-Euphorie leisteten die Renn-Capri gar 325 PS." Da erinnere ich ganz andere Höhepunkte mit über 600 PS....
mavoe 02.09.2009
3. Ford lol
Zitat von sysopIn den USA trumpfte der Ford Mustang seit 1964 auf, in Europa aber fehlte der Marke ein entsprechendes Zugpferd. Das änderte sich im Januar 1969, als der Ford Capri auf den deutschen Markt kam. Ein Coupé wie aus der Fibel für Fahrzeugformen entnommen. http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,640537,00.html
Meine erste Kiste war damals (ca. 1983) ein gebrauchter Ford Consul. Verbrauch war glaub ich knapp 20 Liter im Stadtverkehr. Katalysator hatte der auch nicht. Allerdings hatte die Kiste quasi Schlachtschiff-Format. So hab ich wenigstens mein räumliches Denken schulen können (Unfallfrei). UND die Kiste hatte alle paar Wochen ne Macke. Somit kenn ich mich ein bisschen mit Motoren aus. Endgültiges Aus mit der Kiste war dann während meiner Bundeswehrzeit. Totalversagen der Technik. Aber da hatte ich schon den BW-LKW-Führerschein. Heute lebe ich in Berlin, brauche hier kein Auto mehr, und radel zu meinem Job. Computersachen...
thinktanker 02.09.2009
4. ?
Wie kann man so einen Artikel ohne Bild veröffentlichen?
mickymicki 03.09.2009
5. Tssss...
Zitat von blowupIch hatte auch einen V6. Das war im Prinzip ein klasse Auto. Allerdings etwas anfällig und ohne Servolenkung nur was für Männer. Danach kamen dann bei Ford und anderswo die Mainstream-Marketer mit ihren konturenlosen Mobilen an die Macht. Schade.
Aber, aber! Zufällig habe ich meine Kindheit auf dem Rücksitz eines Capri GT von 1970 verbracht, und der gehörte meiner Mutter. Gelenkt hat sie ihn auch... (Waren Servolenkungen damals überhaupt schon verbreitet?)
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