60 deutsche Autos Der NSU Prinz

"Fahre Prinz und Du bist König." Mit diesem Slogan traf NSU 1958 exakt den Nerv der Zeit: Deutschland hatte sich berappelt, die Wirtschaft brummte und die Menschen gönnten sich wieder was. Der NSU Prinz wurde zu einem Symbol des Aufschwungs der jungen Republik.
Von Lasse Hinrichs
NSU Prinz: 1958 wurde der Kleinwagen NSU Prinz I in Neckarsulm präsentiert. Das Auto verkaufte sich gut, doch zum Schlager wurde erst der sehr viel kantigere und moderner gestaltete Prinz IV, der 1961 auf den Markt kam

NSU Prinz: 1958 wurde der Kleinwagen NSU Prinz I in Neckarsulm präsentiert. Das Auto verkaufte sich gut, doch zum Schlager wurde erst der sehr viel kantigere und moderner gestaltete Prinz IV, der 1961 auf den Markt kam

Je besser es den Deutschen nach dem Krieg ging, desto größer war für viele das Bedürfnis, den neuen Wohlstand auch zu zeigen. Folge: Die vor allem seit Ende des Krieges sehr beliebten Motorräder verloren ab Mitte der fünfziger Jahre immer mehr an Popularität - die Republik stieg um aufs Auto. Und NSU, 1955 noch einer der größten Motorradhersteller der Welt, machte mit. 1958 präsentierte das Neckarsulmer Traditionsunternehmen den Kleinwagen NSU Prinz.

NSU startete die Prinz-Produktion im März 1958 mit dem Prinz I und Prinz II. Beide Modelle waren zunächst 20 PS stark. Im September 1960 kam der Nachfolger Prinz III mit 23 PS auf den Markt. Eine stärkere Motorvariante mit 30 PS war für den Prinz II und III unter der einfallslosen Bezeichnung Prinz 30 erhältlich. Die Verkaufszahlen aller Prinz-Typen, deren Preis zwischen 3600 und 4200 Mark lag, waren beachtlich, aber noch keine Sensation: 94.549 Modelle hatte NSU bis Ende 1962 abgesetzt.

Der Durchbruch gelang der Marke erst mit dem Prinz IV, der von 1961 bis 1973 gebaut wurde. Das als "deutscher Kompaktwagen neuen Stils" betitelte Modell im Chevrolet-Corvair-Design war etwas teurer (zuerst 4700, später 5200 Mark). Die Neckarsulmer konnten davon jedoch 570.000 Autos verkaufen.

Als Ladenhüter entpuppte sich im Vergleich dazu der Sport-Prinz (1959 bis 1967). Der Verkauf des flotten Zweisitzers aus der Feder von Giovanni Bertone schwächelte von Beginn an. Die Konsequenz: Der Sport-Prinz (Spitzengeschwindigkeit 120 km/h) wurde immer günstiger. Während das Coupé anfangs noch stolze 6550 Mark kostete, hatte NSU den Preis am Ende auf 5135 Mark gesenkt. Dennoch bleib die Zahl von 20.831 verkauften Modellen weit hinter den Erwartungen zurück.

Neue Maßstäbe setzte NSU wieder 1967 mit dem legendären NSU TT und dem TTS, beides sportlichere Weiterentwicklungen des NSU Prinz 1000 TT. Das Kürzel "TT" steht für "Tourist Trophy" und erinnert an das Motorradrennen auf der Isle of Man, bei dem NSU noch als Zweirad-Spezialist große Erfolge feierte. Heute fährt der Audi TT die beiden Buchstaben spazieren, und auch das hat seine historische Bewandtnis: 1969 schlossen sich die NSU Motorenwerke mit der VW-Tochter Auto Union zur Audi NSU Auto Union AG zusammen. Diese Firma heißt seit 1985 nur noch Audi AG.

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