60 deutsche Autos Der Porsche 356

Ohne dieses Auto gäbe es die Marke Porsche nicht: Am 8. Juni 1948 erteilte die Landesbaudirektion Kärnten dem sogenannten Gmünd-Roadster die Betriebsgenehmigung. Ferdinand Porsche machte aus dem Prototypen seines Sohnes Ferry ein Coupé - der Porsche 356 war geboren.


1948 machte sich Ferdinand Porsche, soeben aus französischer Kriegsgefangenschaft nach Österreich zurückgekehrt, gleich wieder ans Autokonstruieren. Angeregt durch den Gmünd-Roadster seines Sohnes Ferry baute Vater Ferdinand das Gmünd-Coupé. Der Viersitzer basierte auf dem VW Käfer, jedoch kürzte Porsche den Radstand, frisierte den Vierzylinder-Boxermotor auf 40 PS und stülpte über sein Werk eine atemberaubend schnittige Karosserie des Designers Erwin Kommenda. Es war die Geburtsstunde des Porsche 356, des ersten Automobils, das den Namen Porsche trug.

Der Porsche 356: Das abgebildete Modell gehört zur Sammlung des Hamburger Museums Prototyp. Es handelt sich um das älteste noch erhaltene Exemplar aus Stuttgart-Zuffenhausen aus dem Frühjahr 1950 mit der Fahrgestellnummer 5047 - ein Kleinod des Autobaus
Jürgen Pander

Der Porsche 356: Das abgebildete Modell gehört zur Sammlung des Hamburger Museums Prototyp. Es handelt sich um das älteste noch erhaltene Exemplar aus Stuttgart-Zuffenhausen aus dem Frühjahr 1950 mit der Fahrgestellnummer 5047 - ein Kleinod des Autobaus

Zwischen 1948 und 1965 erschienen vier Generationen des Porsche 356, wobei das Urmodell keinen weiteren Namenszusatz trug, die drei folgenden Modellserien zur besseren Unterscheidbarkeit mit den Buchstaben A, B und C gekennzeichnet wurden. Allen Typen gemeinsam - ob Coupé oder Cabriolet - ist der luftgekühlte Vierzylinder-Boxermotor im Heck sowie der Antrieb der Hinterräder. Immer wieder wurden der Motor und das Fahrwerk verändert und optimiert - aus den anfangs 40 PS Leistung wurden in späteren Sportversionen bis zu 130 PS.

Der Porsche 356 war der erste Traumwagen der damals noch jungen Bundesrepublik. Knapp 10.000 Mark kostete das Auto mit dem hellbeigefarbenen Bakelit-Lenkrad in den ersten Jahren - ein prohibitiver Preis für die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen in diesen Jahren.

Dennoch hatte das Auto von Beginn an eine treue Fangemeinde - Sportwagen waren ja auch noch äußerst rar. 1951 wurden 1364 Exemplare verkauft. Insgesamt verließen 77.766 Exemplare zuerst die Werkstatt in Gmünd, ab 1950 dann die Montagehallen in Stuttgart-Zuffenhausen. Abgelöst wurde der Porsche 356 durch eine weitere Sportwagenlegende der Marke: den Porsche 911, der 1964 auf den Markt kam.

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