60 deutsche Autos Der VW Lupo 3L

Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben: Der Volkswagen Lupo 3L kam bereits vor zehn Jahren mit weniger als drei Litern Diesel auf 100 Kilometer aus. Technisch gesehen war das Auto eine Sensation - beim Kunden fiel das Sparmobil glatt durch.

Genügsamer Dieselmotor, leichtgewichtige Metalle, Start-Stopp-Automatik - was bei Autos der aktuellen Generation heute als unverzichtbar gilt, war beim VW Lupo 3L bereits Standard. Als Volkswagen den 3,50 Meter langen Kleinwagen 1999 lancierte, war das Fahrzeug technisch gesehen eine Sensation.

VW Lupo 3L: Seiner Zeit zu weit voraus

VW Lupo 3L: Seiner Zeit zu weit voraus

Lediglich Greenpeace nörgelte - die Umweltschutzorganisation bezweifelte den angegebenen Verbrauchswert von 3 Litern und die 79 Gramm CO2 je Kilometer. Nach einem Test mussten die Ökoaktivisten jedoch eingestehen, dass der Lupo tatsächlich hielt, was er versprach.

Wirtschaftlich gesehen entpuppte sich das Auto für VW als Desaster. Um die 60.000 Fahrzeuge hatte man absetzen wollen, doch es wurden lediglich 27.000. Daran war vor allem der stattliche Preis von 15.000 Euro schuld. Angesichts eines Dieselpreises von etwa 50 Cent (1999) musste man schon sehr umweltbewegt sein, um so viel Geld für einen Kleinwagen hinzublättern, der zudem nicht gerade eine Schönheit war.

"Ich bin Drei-Liter-Auto-geschädigt", sollte VW-Chef Martin Winterkorn zehn Jahre später sagen. Da sich auch das Lupo-Schwestermodell Audi A2 als Flop erwies, setzte sich in Wolfsburg die Erkenntnis durch, dass mit Spritsparautos kein Staat zu machen sei. 2005 wurde der Lupo eingestellt.

Zehn Jahre nach dem Lupo-Start sieht die Welt ganz anders aus, und der kleine Rollcontainer könnte demnächst wiedergeboren werden. VW plant eine neue Modellfamilie namens Up!, mit kleinen, sparsamen Autos - diesmal zu erschwinglichen Preisen.

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