60 deutsche Autos Der VW Phaeton

Er sollte Ferdinand Piëchs Meisterstück werden: Mit der aufwendig produzierten Luxuslimousine Phaeton wollte der damalige Volkswagen-Chef endlich mit der Konkurrenz aus München und Stuttgart gleichziehen. Technisch gelang das, betriebswirtschaftlich geriet der Wagen zum Flop.

Schon der Name war für manchen Lacher gut. Phaeton ist in der griechischen Mythologie der etwas depperte Sohn des Sonnengottes Helios. Als er zum ersten Mal mit Papas Kutsche auf Spritztour geht, produziert er umgehend einen kosmischen Totalschaden: Das Sonnenwägelchen gerät außer Kontrolle, Phaeton setzt die ganze Erde in Brand.

VW Phaeton: Technisch raffiniert, aber von der statusbewussten Klientel geschmäht

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Der Name war unglücklich, doch das größere Problem der seit 2002 produzierten Luxuslimousine dürfte in der Rückschau das VW-Logo auf dem Kühler gewesen sein. Der damalige Vorstandschef Ferdinand Piëch wollte sich endlich ein Modell gönnen, das technisch mit allen erdenklichen Finessen aufwartete und so mit BMW 7er oder Mercedes S-Klasse gleichzog.

Für den Wagen ließ VW in Dresden eigens die Gläserne Manufaktur hochziehen. Technisch gesehen war der Phaeton denn auch ein Erfolg. Tester lobten die hochwertige Verarbeitung und den leisen Motor. Prestige vermittelte das Auto hingegen kaum - die Marke VW ist eben eher Peek & Cloppenburg als Brioni.

Dass Käufer von Luxusgütern aber vor allem auf Status aus sind, hatte Ingenieur Piëch offenbar nicht einkalkuliert. Entsprechend blieben die Verkaufszahlen weit hinter den Erwartungen zurück. 20.000 Stück pro Jahr sollten abgesetzt werden, mitunter waren es nur 5000. Der Phaeton, höhnte die "Auto Bild", sei die "blaue Mauritius auf unseren Straßen". Rekordhalter ist der Wagen hingegen beim Wertverlust; laut Schwacke-Liste rutscht kein anderes Fahrzeug so schnell ab wie der Sonnyboy aus Dresden.

Dennoch denkt man in Wolfsburg nicht im Traum daran, das Auto abzuwracken. 2010 soll eine neue Version auf den Markt kommen. Dass Phaeton Nummer zwei keine ganz so große Nummer wird wie der erste, dafür spricht die Plattformplanung: Die VW-Limousine soll teilweise mit dem Audi A6 baugleich sein - und nicht mit dem größeren Flaggschiff und S-Klasse-Konkurrenten A8.

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