60 deutsche Autos Die Borgward Isabella

Isabella - für ein Auto klingt das fast schon zu romantisch. Tatsächlich hieß der Wagen zunächst Hansa 1500, doch die ursprünglich nur als Tarnname für die Prototypen gedachte Bezeichnung Isabella setzte sich durch. Es war die Mittelklasse-Limousine der fünfziger Jahre schlechthin.


Manchmal schadet zu viel Erfolg, und beim Borgward Isabella war wohl genau das der Fall. Im Juni 1954 wurde der Wagen des Bremer Unternehmens Carl F. W. Borgward GmbH vorgestellt - und er wurde "mit geradezu enthusiastischem Beifall begrüßt", wie es im Automobil-Standardwerk "Deutsche Autos" von Werner Oswald heißt. Die elegant-schnittige Karosserie und das technische Konzept überzeugten auf Anhieb. Insofern ist es kein Wunder, dass der Wagen das erfolgreichste Modell der Marke Borgward wurde.

Borgward Isabella: Ein Auto, das den Geschmack der späten fünfziger Jahre offenbar auf den Punkt brachte. Das Modell Isabella war der meistverkaufte Borgward - ehe die Firma 1961 pleiteging
Peter Kurze

Borgward Isabella: Ein Auto, das den Geschmack der späten fünfziger Jahre offenbar auf den Punkt brachte. Das Modell Isabella war der meistverkaufte Borgward - ehe die Firma 1961 pleiteging

Allerdings hatte die enorme Nachfrage offenbar Schludrigkeiten bei der Produktion zur Folge, denn rasch traten zahlreiche Detailmängel des Autos hervor, und es machte das Wort vom "Gauner im Frack" die Runde - nicht eben schmeichelhaft für eine Limousine, die zum Preis von 7265 Mark teurer angeboten wurde als die Konkurrenzmodelle von Opel und Ford.

Mit der Zeit jedoch wurden die Kinderkrankheiten des Borgward Isabelle ausgeräumt, und der Wagen blieb, wenn auch mit lädiertem Ruf, eine feste Größe im deutschen Straßenbild. Gebaut wurde neben dem Zweitürer in Limousinenform später noch ein bildhübsches Coupé sowie ein Kombi und auch ein Cabriolet vom Kölner Karosseriebauer Deutsch.

Auch bei der Carrera Panamericana startete eine Isabella

Angetrieben wurde der Borgward Isabella zunächst von einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Motor mit 60 PS, im Coupé und in der luxuriösere Variante TS leistete die Maschine 75 PS. Die Borgward Isabella wurde übrigens auch im Motorsport eingesetzt, unter anderem bei der Carrera Panamericana im Oktober 1954 sowie bei diversen Tourenwagenrennen.

1961 war das Unternehmen Borgward insolvent. Das Modell Isabella jedoch wurde noch bis 1962 - also einige Monate über das Ende der Firma hinaus - produziert. Insgesamt wurden 202.862 Exemplare dieser erfolgreichsten Borgward-Modellreihe gebaut.



insgesamt 6 Beiträge
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petsche 06.06.2009
1. Borgward
Ihr Berichterstatter sollte der Wahrheit die Ehre geben. Borgward ist nicht Pleite gegangen. Die Fa. ist Pleite gemacht worden. Das wie und warum wird man in einem deutschen Medium nicht erfahren koennen.
gs1311 06.06.2009
2. Zwei Cabrios
Von der Borgward Isabella gab es nicht, wie im Artikel beschrieben, nur einen Cabrio-Ableger, sondern zwei. Eines basierte auf der Limousine, das andere wurde aus dem Coupé abgeleitet.
Radsportler, 07.06.2009
3. Borgward Nichtpleite
Zitat von petscheIhr Berichterstatter sollte der Wahrheit die Ehre geben. Borgward ist nicht Pleite gegangen. Die Fa. ist Pleite gemacht worden. Das wie und warum wird man in einem deutschen Medium nicht erfahren koennen.
Genau! Ein grosser deutscher Autokonzern wollte sich die unliebsame (und bessere) Konkurrenz vom Leibe halten. Unbestätigten Gerüchten zufolge hat diese Firma die Hausbanken von Borgward gedrängt, die Kreditlinien zu kündigen. Bezeichnend ist, dass nach der Abwicklung des Borgward-Konkurses alle Gläubiger (einschliesslich des Konkursverwalters - und der war auch nicht billig) zu 100% aus der Masse befriedigt werden konnten. Ich weiß nicht, ob das bei MB auch der Fall wäre, wenn die heute über die Wupper gingen....
Heinz-Dietrich A. Saupe 07.06.2009
4. zum Borgward Konkurs
Zitat von petscheIhr Berichterstatter sollte der Wahrheit die Ehre geben. Borgward ist nicht Pleite gegangen. Die Fa. ist Pleite gemacht worden. Das wie und warum wird man in einem deutschen Medium nicht erfahren koennen.
Sie haben völlig recht. Die Konkursquote von über 100% bedeutet nichts anderes als die Zerstörung einer Erfolgsgeschichte und einer Biographie durch eine Bank, die später noch erheblich mehr Opfer auf dem Gewissen haben sollte, zugunsten erfolgreicher Unternehmen und Unternehmern aus der Zeit des III. Reiches. Der Spitzname des Mitarbeiter der Kreditabteilung, der Unternehmen ins "Aus" drängte lautete der "Vollstrecker". Dahinter stand eine Bremer Clique "ehrbarer" Kaufleute, die allem und allen, das und die denen nicht gefiel, immer wieder zerstörten.
Rainer Helmbrecht 07.06.2009
5. 1. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Zitat von petscheIhr Berichterstatter sollte der Wahrheit die Ehre geben. Borgward ist nicht Pleite gegangen. Die Fa. ist Pleite gemacht worden. Das wie und warum wird man in einem deutschen Medium nicht erfahren koennen.
Sie sind einfach zu pessimistisch, wenn nach 50 Jahren die Archive aufgemacht werden, oder nach 75, oder 100. Man darf nicht vergessen, wenn im Nachkriegsdeutschland bekannt geworden wäre, mit welchen Mitteln die soziale Marktwirtschaft auch funktioniert. Obwohl, vielleicht wäre es doch eine gute Zeit reinen Tisch zu machen, die Krise die mit Banken und der Autowirtschaft, bzw. ihren Lösungen deutlich macht, dass da mafiöse Strukturen bestehen, könnte erklären, wie lange das schon so funktioniert. MfG. Rainer
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