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AMC Amitron: Zukunftsmobil von gestern

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Schönes Ding Der elektrische Stuhl

Klein wie ein Smart, clever wie ein i3: Die Automobilgeschichte ist voll von phantasievollen Studien, die erst begeisterten und dann verschwanden. SPIEGEL ONLINE zeigt die gewagtesten Visionen. Dieses Mal: Der AMC Amitron - schon 1967 Vorbote aktueller Autotrends.

Es wäre einen Versuch wert: Einfach mal den AMC Amitron auf eine aktuelle Automesse zu stellen. Und zu gucken, was die Leute zu der Studie von 1967 so sagen. Vermutlich wären die meisten Betrachter begeistert. Von der ultrakurzen, schnörkellosen, kecken Form. Und wohl noch mehr vom überzeugenden Technikpaket.

Der Dreisitzer verfügt über einen Elektromotor, der aus insgesamt vier Akkus Energie bezieht. Darunter zwei Nickel-Cadmium-Batterien und zwei Lithium-Nickel-Batterien mit einem Gesamtgewicht von 91 Kilogramm. Der Strom in diesen Speichern reicht aus, um den Wagen knapp 250 Kilometer weit zu bewegen - mit maximal 80 km/h. Wobei das nicht ganz stimmt, denn unterwegs kommt immer mal wieder etwas Energie hinzu. Das Auto verfügt nämlich über eine Bremsenergie-Rückgewinnung, was nichts anderes bedeutet, als das beim Verzögern des Wagens die überschüssige kinetische in elektrische Energie umgewandelt wird.

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Schönes Ding: Die skurrilsten Auto-Designstudien

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Der AMC Amitron hatte vor knapp 50 Jahren schon all das, was noch immer als unverzichtbar für ein Elektroauto gilt, wenn es denn Erfolg haben soll: Eine ordentliche Reichweite, ein geringes Gewicht (499 Kilogramm) und eine flotte Optik. Letztere stammte von Richard A. Teague, dem Chefdesigner von AMC, der Modelle wie die Serienautos Gremlin, Pacer oder Javelin entwarf und später, 1983, auch den Jeep Cherokee in Form brachte.

Nach der Vorstellung der Studie AMC Amitron in einem Hotel in Detroit begannen die Techniktests und Teague arbeitete weiter an der Serienumsetzung des Projekts, das vom US-Magazin "TIME" als "Voltswagon" gefeiert wurde. Doch die Euphorie hielt nur kurz. Offenbar war die ambitionierte Akkutechnik viel zu teuer, die weitere Entwicklung wurde gestoppt. Schade eigentlich - sonst wäre die Elektromobilität vielleicht schon ein gutes Stück weiter.

jüp
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