Autoaufkleber im US-Wahlkampf "Voldemort wählt die Republikaner"

Bush als Hitler, Potter-Nemesis Lord Voldemort als Republikaner: Zur US-Präsidentschaftswahl haben Autoaufkleber für das Fahrzeugheck Hochkonjunktur. SPIEGEL ONLINE hat die schönsten amerikanischen Pkw-Parolen zusammengestellt.


Vielleicht hätte sich Duane Pederson ein Patent ausstellen lassen sollen: Der gelernte Bauchredner und Laienprediger aus Montana war Anfang der siebziger Jahre einer der ersten, der das enorme Potential der Stoßstange als Träger von Glaubensbekenntnisse aller Art erkannte. An Pedersons religiöses Gratisblatt "Hollywood Free Paper" erinnert sich kaum noch jemand - doch der von ihm ersonnene Stoßstangen-Aufkleber (bumper sticker) mit der Aufschrift "Honk if you love Jesus" ("Hupt, wenn Ihr Jesus liebt") gilt bis heute als Klassiker und wurde in Abwandlungen vielfach kopiert - etwa als "Honk if you hate Bush".

Im Prinzip ist es schon seit Anbeginn der Auto-Ära möglich, Aufkleber auf Fahrzeugen anzubringen. Doch erst in den sechziger Jahren wurde der bumper sticker salonfähig. Damals kam es in Mode, politische Botschaften und persönliche Befindlichkeiten offensiv nach außen zu tragen.

Nirgendwo auf der Welt wird die Kultur des Stoßstangen-Aufklebers so gewissenhaft zelebriert wie in den USA. Vor allem im Wahlkampf haben Verlage wie die Irregular Times Hochkonjunktur. Das linke US-Web-Magazin versorgt seine Leserschaft mit Obama-Aufklebern und Anti-McCain-Stickern.

Jim Cook von Irregular Times hat analysiert, welche der Sticker sich am besten verkaufen. Auf Platz eins liegt derzeit: "I like Obama, but is America ready for a President with brains?". Auf Platz sechs folgt ein Sticker, der Amerikas Konservative mit dem Harry-Potter-Nemesis Lord Voldemort vergleicht: "Voldemort votes Republican".

hil

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