Fotostrecke

Sotheby's-Auktion in New York: Jobs' Auto und McQueens Anzug

Foto: Karissa Hosek/ Courtesy of RM Sothebys

BMW Z8 von Steve Jobs Das Anti-iCar

Für manche Autos muss man einfach mehr bieten. SPIEGEL ONLINE zeigt Fahrzeuge mit berühmten Vorbesitzern und Raritäten, die versteigert werden. Diesmal: der Roadster eines verdammten Genies.

Unterm Hammer: Ein BMW Z8, Baujahr 2000.

Warum mitbieten? Der Z8 galt bei seinem Erscheinen im Jahr 2000 als Klassiker ab Werk. Der späte Nachfolger des BMW 507 war rundum in Aluminium gehüllt, seine Karosserie somit leicht und beinahe immun gegen Rost. Ein 5-Liter-V8-Motor mit 400 PS, entwickelt für den BMW M5, beschleunigte das Auto in 4,7 Sekunden von null auf Tempo 100.

Die Gestaltung des Cockpits war ungewöhnlich: Hinter dem dreispeichigen Lenkrad befand sich nur das Zündschloss und ein Schalter für die Scheinwerfer; Tacho, Drehzahlmesser, Tankanzeige und Uhr sind mittig auf dem Armaturenbrett angebracht.

Fotostrecke

Sotheby's-Auktion in New York: Jobs' Auto und McQueens Anzug

Foto: Karissa Hosek/ Courtesy of RM Sothebys

Die Autos aus der Ära des damaligen Designchefs von BMW, Chris Bangle, werden bis heute kontrovers diskutiert - man denke nur an den 7er mit berüchtigtem "Bangle Butt". Der Z8 war dagegen immer über jeden Zweifel erhaben. Vielleicht, weil nicht Bangle, sondern Henrik Fisker hauptverantwortlich für den Retro-Look war? Einen Roadster von solch zeitloser Eleganz hat man in Deutschland jedenfalls seitdem nicht mehr hingekriegt.

Außerdem fand Steve Jobs an dem Wagen Gefallen. Und der galt ja bekanntlich als geschmackssicher.

Auction Heroes

Die teuersten Autos der Welt sind oft keine Neuwagen, sondern gebrauchte: Oldtimer, die sich in Händen reicher Sammler befinden oder nach langer Vergessenheit plötzlich aus Scheunen wieder auftauchen. Für den gewöhnlichen Auto-Enthusiasten bleiben diese Fahrzeuge unerreichbar, nur mit ganz viel Glück bekommt man sie mal zu Gesicht. In seltenen Momenten ergibt sich aber die Gelegenheit, etwas über diese Traumwagen zu erfahren: wenn sie versteigert werden.

Bevor die Autos zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten wieder verschwinden, werden die alten Storys über sie neu erzählt oder sogar Geheimnisse gelüftet. Je schillernder die Geschichte eines Autos, desto höher sein Marktwert. Die glamourösesten Fahrzeuge stellen wir in einer Serie in loser Reihenfolge vor. Sie sind unsere Helden unterm Hammer - die Auction Heroes .

Steve Jobs, das verdammte Genie, Mitgründer von Apple, Erfinder des iPhones, kultisch verehrt, vom SPIEGEL zum "Philosoph des 21. Jahrhunderts"  geadelt, gestorben in Palo Alto im Alter von nur 56 Jahren.

Der Legende nach kaufte er den Z8 seinerzeit auf Empfehlung von Larry Ellison, dem Gründer des Softwarekonzerns Oracle. Ellison soll ihm eingeflüstert haben, der BMW sei das automobile Äquivalent zu den stilprägenden Produkten von Apple. Diese waren, sowohl was die technologische Entwicklung als auch ihr Design betrifft, revolutionär. Für Jobs waren diese Argumente offenbar einleuchtend - jedenfalls geht aus den Kfz-Papieren hervor, dass der Wagen ihm gehörte.

War der Z8 also so etwas wie ein vorgezogenes Apple-Auto? Das iCar 2000?

Im Gegenteil: Das Auto, so schön und leistungsstark es auch sein mag, war in seiner Form eine Hommage an die Vergangenheit und mit seinem V8-Verbrennermotor alles andere als zukunftsweisend. Außerdem findet sich im Z8 ein Accessoire, das im Zusammenhang mit Steve Jobs zum Schenkelklopfer des Schicksals wird. In der Mittelkonsole ist nämlich ein Motorola-Handy mit BMW-Schriftzug untergebracht. Damals ein fesches Extra, wirkt das Mobiltelefon mit seinen Tasten, dem briefmarkengroßen Bildschirm und der Stummelantenne (!) heutzutage wie ein Knochenfund aus der Steinzeit.

Das Motorola-Handy im Z8. Ein Wunder, dass Jobs es nicht aus dem Wagen warf.

Das Motorola-Handy im Z8. Ein Wunder, dass Jobs es nicht aus dem Wagen warf.

Foto: Karissa Hosek/ 2017 Courtesy of RM Sotheby's

Dass der damalige Apple-Vordenker Gefallen an dem Z8 fand, ist zwar schmeichelhaft für BMW, doch galt Steve Jobs nie als besonders versierter Autoliebhaber. Neben dem Roadster von BMW war beispielsweise ein Mercedes SL 55 AMG das Fortbewegungsmittel seiner Wahl. Vorsichtig formuliert lässt sich sagen: Man hat schon von inspirierteren Fuhrparks in Kalifornien gehört.

Zuschlag! Klassikerspruch bei Apple-Zeugs: "Das wird nur durch den Namen doppelt so teuer." Auf den Z8 von Steve Jobs trifft das ausnahmsweise nicht zu: Das Auktionshaus RM Sotheby's peilt bei der Versteigerung am 6. Dezember  einen Mindesterlös von 300.000 bis 400.000 Dollar an. Vergleichbare Exemplare des rund 6000-mal gebauten Autos - dieses hier hat rund 15.200 Meilen (24.460 Kilometer) auf dem Tacho - sind in etwa genau so teuer.

Wer das Quasi-Schnäppchen nun ersteigern und es im Sinne Steve Jobs' erhalten will, sollte allerdings schleunigst ein anderes Kennzeichen ans Heck schrauben. Der verstorbene Apple-Chef war nämlich dafür bekannt, eine Gesetzeslücke des kalifornischen Rechtssystems ausnutzen und möglichst ohne Nummernschild durch die Gegend zu fahren. Der aktuelle Besitzer setzte dagegen auf extreme Lautmalerei und die Kombination "JOBS Z8".

Das ist mehr ein Hinweis- als ein Nummernschild

Das ist mehr ein Hinweis- als ein Nummernschild

Foto: Karissa Hosek/ 2017 Courtesy of RM Sotheby's

Bei der Auktion kommen außer dem Z8 von Steve Jobs noch mehr besondere Versteigerungsstücke unter den Hammer - zum Beispiel der Rennanzug einer Hollywood-Ikone, ein Ferrari für 14 Millionen Dollar sowie ein SUV von Lamborghini. Hier geht's zur Bildergalerie.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.