Druckbetankung Baumwoll-Ferrari trifft Cannabis-Ford

Ford verbaut in seinen Wagen künftig Soja und Hanf, eine Britin strickt sich ihr eigenes Auto, Späher sichten das VW Phaeton Coupé und BMWs Mini wird mächtig aufgeporscht. Dies und mehr bei Druckbetankung, dem wöchentlichen Auto-Konzentrat von SPIEGEL ONLINE.


Wer sich keinen teuren Sportwagenleisten kann, strickt ihn am besten selbst. So wie die britische Kunststudentin Lauren Porter, die nach wochenlanger Nadelarbeit nun stolze Besitzerin eines knallroten Ferrari aus Wolle ist. An dem Modell im Maßstab 1:1 strickte Porter gemeinsam mit 20 Verwandten und Freunden. Damit er nicht zusammenfällt, ruht der Wollwagen auf einem Stahlgerüst, dass die 22-Jährige selbst geschweißt hat.

Hanfpflanze: Gaspedal aus Cannabis
Getty Images

Hanfpflanze: Gaspedal aus Cannabis

Ungewöhnliche Materialien verwendet neuerdings auch der US-Autokonzern Ford. Sein nicht gerade für die umweltbewusste Klientel gedachter, übermotorisierter V8-Schlitten Mustang wird ab 2008 mit Sitzen ausgestattet, deren Innereien aus ökologisch korrektem Sojaschaum bestehen. Andere Modelle könnten folgen. Einem weiteren Bericht zufolge, erwägt Ford außerdem, Hanfprodukte in seinen Autos einzusetzen. "The Sun" hat Details über eine entsprechende Kooperation zwischen Ford, dem Hanfproduzenten Hempcore und dem britischen Umweltministerium - und kann sich auch den obligatorischen Kifferwitz nicht verkneifen. Durch Hanfteile ersetzt werden könnten der Zeitung zufolge diverse Metall- und Plastikkomponenten. Heiße Kandidaten seien Gaspedal, Bremse und Kupplung. Ford war in Sachen Cannabis schon einmal weiter, wie dieses schwarz-weiß Video von 1941 beweist.

Honda kommt nicht hinterher

Richtig Oberwasser hat derzeit Honda. Erstmals gewannen die Japaner das Kundenzufriedenheitsranking des Marktforschers J. D. Powers und ließen sogar Toyota hinter sich. Aufgrund des starken Absatzes in Europa muss jetzt eine neue Fabrik her, sagt Firmenpräsident Takeo Fukui. Das Honda-Werk in Großbritannien sei nicht mehr ausreichend. Um die Auslandskapazitäten angesichts steigender Nachfrage nach Autos und Motorrädern zu erweitern, wird Honda auch in Thailand, Vietnam und in Argentinien neue Fertigungsanlagen bauen.

Als erster großer Autokonzern will Honda zudem für den Boom-Markt China eine komplett neue Marke entwickeln. Ab 2010 sollen die ersten, derzeit noch namenlosen Gefährte vom Band rollen. Stellt sich die Frage, ob und wann einer der deutschen Autobauer einen ähnlichen Vorstoß startet. Kritiker bemängeln, die hiesigen Konzerne verschliefen eine wichtige Entwicklung, wenn sie nicht mit einer eigenen, für China oder Indien maßgeschneiderten Marke die Schwellenländer erobern, sondern stattdessen nur ihre Premiumkarossen exportieren. Zwar führen vermutlich am liebsten alle Chinesen S-Klasse - aber ein paar hundert Millionen von ihnen benötigen eventuell doch eher einen Kleinwagen.

Die können schließlich auch Feuer besitzen. So wie BMWs neuer Mini, aus dem der Autotuner AC Schnitzer eine Rennmurmel gemacht hat. Der Cooper S erhält in Aachen Doppelnachschalldämpfer, Rennsportfahrwerk, diverse Spoiler, Heckschürzen, Alu-Interieur und allerlei Aufkleber. Aus dem 175-PS-Motor des Mini-Modells verspricht Schnitzler, noch etwas mehr herauszuholen. Das Ergebnis lässt sich hier begutachten.

Coupés von VW und ... Kia?

Volkswagens Luxuslimousine Phaeton ist das genaue Gegenteil des Mini. Erstens, weil sie viel größer ist. Zweitens, weil sie sich viel schlechter verkauft. Diese Pkw-Paparazzi-Aufnahmen zeigen angeblich das neue Phaeton-Coupé, das zwar nicht nach VW aussieht - aber dafür umso mehr nach Audi.

Kia-Autos verkaufen sich weniger wegen ihres ausgefeilten Designs oder der herausragenden Technik, sondern vor allem wegen des wohlfeilen Preises und der siebenjährigen Garantie. Jetzt versuchen sich die Koreaner dennoch mit einem kleinen Sportflitzer. Details gibt es noch keine - nur ein mageres Foto, auf dem der Wagen ganz schick ausschaut - was aber bei der Beleuchtung auch kein Kunststück ist. Dreh dich mal um, Nobody.

Kia-Konzeptauto: Von vorne recht schmissig

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All dies wäre egal, wenn sich John McGlade durchsetzt. Er hat in Großbritannien eine Petition gestartet, die das Ende des Autos besiegeln soll. Alle Privatfahrzeuge auf der Insel müssten verboten werden, heißt es in dem auf der Regierungsseite "10 Downing Street" veröffentlichten Antrag. Bisher haben zwei Leute unterzeichnet.



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