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Fahrrad-Blog: Drei Räder sind eins zu wenig

Foto: Hanna Becker

Fahrrad-Blog Hereingetreten!

Früher war das Fahrrad für Ralf Neukirch eine Notlösung. Heute hat er drei davon und fühlt sich immer noch unterversorgt. Im neuen Fahrrad-Blog auf SPIEGEL ONLINE stellt er sich und seine Räder vor.

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Zunächst deutete wenig auf eine andauernde Liebesaffäre hin. Die erste Begegnung mit einem Fahrrad, an die Ralf Neukirch sich erinnert, endete mit einem Sturz. Doch irgendwann wurde für den SPIEGEL-Redakteur das Radfahren von der Notwendigkeit zur Leidenschaft. Seither hält er es mit John F. Kennedy: "Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren."

Von den schönen Momenten, aber auch den sportlichen, technischen und persönlichen Herausforderungen des Radfahrens erzählt Ralf Neukirch regelmäßig in diesem Blog. 

Den ersten Fahrradunfall hatte ich im Alter von fünf Jahren. Die Stützräder waren gerade abgebaut, da verlor ich vor unserem Reihenhaus in Köln die Kontrolle über mein Rad. Seither habe ich eine Narbe auf der Stirn, die über die Jahre verblasst ist. Meinen letzten Unfall hatte ich vor einem Jahr. Mein Lenker brach ohne Vorwarnung. Den beiden Schneidezähnen trauere ich noch nach.

Man sollte meinen, ich hätte eine schwierige Beziehung zum Fahrrad. Das Gegenteil ist der Fall. Fahrradfahren ist nicht ungefährlich, aber schön. Ich fahre seit nahezu einem halben Jahrhundert Fahrrad. Ich finde, die Bilanz könnte schlimmer sein.

Je älter ich werde, desto häufiger benutze ich das Rad. Ich fahre täglich ins 15 Kilometer entfernte SPIEGEL-Büro. Wenn ich Zeit habe, drehe ich mit Freunden eine Runde auf dem Rennrad. Manchmal nehme ich an Langstreckenfahrten, sogenannten Brevets teil. Rennen meide ich. Zu viel Gedränge, zu gefährlich.

Meine Beziehung zum Fahrrad hat sich über die Jahre geändert. Früher fuhr ich Rad, weil ich die wirklich coolen Sachen noch nicht fahren durfte - oder sie mir nicht leisten konnte: das Mofa, den Roller, das Auto. Das erste Rad, dass ich mir selbst gekauft habe, war ein Kettler-Alurad mit tiefem Durchstieg. Das war so ziemlich das Gegenteil von cool.

Die großen Fragen der Zweirad-Nerds

Heute besitze ich drei Rennräder und denke über den Kauf eines vierten nach. Ich bin noch nicht so weit wie der irische Radrennfahrer Sean Kelly, dem seine Frau einst vorwarf, für ihn komme erst das Auto, dann das Fahrrad, dann sie. "Das Fahrrad kommt zuerst", erwiderte Kelly. Aber ich finde einen Randonneur von Alex Singer deutlich begehrenswerter als einen Sportwagen aus Maranello. Leider sind beide ähnlich unerschwinglich.

Mittlerweile widme ich einen nicht geringen Teil meiner Freizeit den großen Fragen: Stahl oder Carbon? Naben- oder Kettenschaltung? Tour oder Giro? Wer sich je in den entsprechenden Foren im Internet festgelesen hat, der weiß, dass über diese Dinge dort so intensiv debattiert wird, dass der Streit ums gemeinsame Abendmahl dagegen Kinderkram ist.

Ich finde alle möglichen Aspekte des Radfahrens interessant, die sportlichen, gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und technischen. Künftig will ich regelmäßig darüber schreiben, was mir in der Welt des Fahrrads interessantes begegnet. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich dabei begleiten.

Zum Start möchte ich aber nicht nur mich, sondern natürlich auch meine Räder vorstellen. Hier ist eine Bildergalerie - samt Glaubensbekenntnis zu klassischen Rahmenformen und Moustache-Lenkern:

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