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Fiat 500 mit Lamborghini-Motor Winzling mit Wut im Bauch

Mamma mia, was für ein Auto! Gianfranco und Leonardo Dini haben einen mehr als 30 Jahre alten Fiat 500 mit einem Lamborghini Murciélago gepaart - und den einst niedlichen Cinquecento in ein 580 PS starkes Monster verwandelt. Es ist nicht die erste irre Transplantation der beiden.

Der Fiat 500 von Gianfranco und Leonardo Dini sieht aus, als würde er jeden Moment platzen. Kein Wunder, denn Vater und Sohn haben den Cinquecento sprichwörtlich überfüttert. Unter der Karosserie des Kleinwagens steckt ein Motor, der fast so groß ist wie das Auto selbst: ein 6,2 Liter großer V12-Motor aus einem Lamborghini Murciélago.

Wenn Gianfranco Dini erzählt, wie sich eine Fahrt in diesem Auto anfühlt, wird der Werkstattbesitzer aus der kleinen italienischen Gemeinde Acquapendente zum Poeten: "Es ist eine Mischung aus Furcht, Sprachlosigkeit, Macht und Glückseligkeit."

Ein Blick auf das irre Auto reicht, um die Gefühlswallungen des 55-Jährigen zu verstehen. Gianfranco und sein 27 Jahre alter Sohn verwandelten den einstmals drolligen Fiat 500, Baujahr 1971, in einen aufgeputschten Zwerg. Sie haben ein kleines Monster geschaffen - "in Handarbeit", wie Gianfranco betont, inklusive ausfahrbarem Heckspoiler.

Reifen wie vom Monster-Truck

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Fiat 500 mit Lamborghini-Motor: Frankensteins Flitzer

Foto: Oemmedi Meccanica

Links und rechts der ursprünglich schmalen Fiat-Karosserie wölben sich jetzt mächtige Kotflügel. Darunter steckt eine 18-Zoll-Bereifung, vorn mit 245 Millimeter dicken Schlappen, hinten mit 335 Millimetern Breite. Zwei Auspuffrohre ragen wie Kanonenläufe aus dem Wagen. Mit dem Motor haben die beiden auch das Allradgetriebe, das Bremssystem und das Sechsgang-Schaltgetriebe aus dem Murciélago in den Fiat gepackt. "Wir hatten dabei ein kleines Platzproblem", sagt der Werkstattmeister. 580 Pferdestärken lassen sich nun mal nicht so einfach in ein Auto quetschen, das für 18 PS konzipiert wurde.

Das Duo hat den Antriebsstrang deshalb auf einen speziell für die Maße des Fiat 500 angefertigten Rahmen geschraubt und im Cinquecento ein bisschen ausgemistet. Der Plan ging auf - allerdings musste für den Zwölfzylinder die Rückbank weichen. Richtig stolz ist Gianfranco darauf, dass trotz der engen Verhältnisse die Motorkühlung funktioniert. "Alles ist auf den kleinen Raum abgestimmt", sagt der Bastler.

3000 Arbeitsstunden

"3000 Stunden Arbeit stecken in dem Auto, zwei Jahre haben wir daran getüftelt", erzählt Gianfranco Dini. Wo er die Lamborghini-Teile aufgetrieben hat, möchte er nicht verraten. "Dazu braucht man einfach viele Jahre Berufserfahrung", meint er.

Mal abgesehen von den ganz großen Emotionen, der "Furcht und Glückseligkeit", ist Dini nach den Testfahrten auf der Rennstrecke richtig zufrieden mit dem Ergebnis der Arbeit. "Handling und Kurvenlage sind hervorragend", sagt er, "ein leichtes Antippen aufs Gaspedal reicht und der Spaß geht los."

Theoretisch, da hat Signore Dini keine Zweifel, könnte der verrückte Bastard ein Spitzentempo von 330 km/h schaffen - wie der Murciélago. "Aber die Karosserie ist nicht so aerodynamisch", erklärt er, "da wird die Höchstgeschwindigkeit wohl etwas geringer sein."

Zwei Vorgänger mit Ferrari- und Porsche-Motoren

Bald soll der Wagen auch auf Italiens Landstraßen seine Kraft unter Beweis stellen. Und wer daran zweifelt, dass das verrückte Gefährt eine Straßenzulassung erhält, kennt Familie Dini schlecht: Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass Gianfranco und Leonardo einen Sportwagenmotor in einen Cinquecento umgetopft haben.

Die beiden zwängten bereits ein Sechszylinder-Aggregat von Porsche und sogar einen Ferrari-V8-Motor in die kleinen italienischen Klassiker. "Die beiden Autos nutzen wir auch mal, um einzukaufen", erzählt Dini von der Alltagstauglichkeit der aufgemotzten Kisten.

"Mein Sohn Leonardo hat mich auf diese Ideen gebracht", sagt der Vater. Vor neun Jahren meinte Gianfranco zu ihm, dass es endlich an der Zeit wäre, ein eigenes Auto zu bauen - auf Basis eines Fiat 500. "'Was willst du da reinstecken Papa?', hat er mich gefragt, 'Vielleicht einen Porsche-Motor?' Darauf habe ich dann erst einmal nichts geantwortet, sondern einfach vier Tage später den Sechszylinder aus dem Carrera angeschleppt."

Ganz viel Amore

In den Cinquecentos von Familie Dini stecken laut Gianfranco aber nicht nur kräftige Motoren, sondern auch ganz viel Amore. "Die Autos sind wie ein Teil von mir", sagt er - was offenbar aber nicht ausschließt, dass er sich von ihnen trennt. "Uns liegen ein paar Angebote für die Fahrzeuge auf dem Tisch und wir denken über einen Verkauf nach", erzählt er.

Vielleicht wird es in der Garage der Dinis langsam auch zu eng, denn der nächste alte Fiat 500 steht schon zum Umbau bereit. Zu Detailfragen schweigt Gianfranco Dini noch, aber offenbar haben er und sein Sohn zur Abwechslung mal Lust auf eine Cabrio-Variante: "Von der Leistung wird unser neues Projekt mit dem V12 zwar nicht mithalten", sagt er, "aber die Insassen werden sich dafür vom Wind die Haare zersausen lassen können."