"Finanztest" Das sind die besten Anbieter für Verkehrsrechtsschutz

Nach einem Unfall kommt es oft zu Rechtsstreitigkeiten, in die nicht nur Autofahrer verwickelt sind. Dann kann eine Verkehrsrechtsschutzversicherung helfen. "Finanztest" hat 130 Tarife geprüft.

Verkehrsunfall (Symbolbild)
DPA

Verkehrsunfall (Symbolbild)


Fast jeder nimmt am Straßenverkehr teil - als Autofahrer, Fußgänger, Fahrradfahrer oder Fahrgast in Bus und Bahn. Und so kann fast jeder in einen Unfall verwickelt werden. Meist wird dann vor Gericht geklärt, wer schuld ist und zahlen muss. In solchen Fällen hilft eine Verkehrsrechtsschutzversicherung.

Eine solche Police gibt es separat zur Rechtsschutzversicherung. "Finanztest" hat verschiedene Tarife geprüft und festgestellt: Eine gute Versicherung für Familien mit einem Auto gibt es ab 49 Euro.

130 Tarife von 34 Rechtsschutzversicherern hat die Zeitschrift anhand von fünf Lebenssituationen verglichen. Darunter sind Tarife für Familien und Alleinstehende mit oder ohne Fahrzeug sowie für Familien mit mehreren Fahrzeugen.

Diese Versicherungen haben am besten abgeschnitten:

  • ADAC
  • Advocard
  • Allianz
  • Allrecht/DEURAG
  • LVM
  • WGV
  • wgv-himmelblau

Ein Tipp von den Testern: Wer häufig Kunde von Carsharing-Angeboten ist oder oft Autos mietet, sollte beachten, dass der Tarif dies berücksichtigt.

Nicht in die Bewertung eingeflossen ist die Höhe der Beiträge. "Finanztest" bewertete nur die Qualität, also welcher Rechtsschutz inbegriffen ist - beispielsweise für Schadensersatz, Strafrecht und Ordnungswidrigkeiten. Mit eingeflossen in die Bewertung sind zudem Kriterien wie Verständlichkeit und Übersichtlichkeit der Versicherungsbedingungen.

Finanztest rät auch dringend dazu, auf das Kleingedruckte zu achten. In vielen Fällen lauern Fallen:

Anwaltswechsel: Wenn ein Rechtsanwalt gewechselt wird, kann es sein, dass der Versicherer die Kosten für den neuen nicht übernimmt.

Mehrere Schadensfälle pro Jahr: Bei zwei oder mehr Schadensfällen pro Jahr dürfen viele Versicherer den Vertrag vorzeitig kündigen.

Wartezeiten: Wenn Wartezeiten vorgesehen sind, setzt der komplette Versicherungsschutz erst danach ein.

Park- und Halteverstöße: Solche Verstöße übernehmen Versicherer selten.

Kostendeckel: Rechtsanwälte bekommen von der Versicherung nur die gesetzlich geregelten Gebühren. Bei höheren Honoraren muss der Versicherte die Differenz tragen.

Laut den Testern lohnt sich ein Rechtsschutz zum Beispiel, um ein Bußgeld abzuwehren oder einen Streit bei einem Unfallschaden mit der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers finanziell durchzuhalten.

Ein weiterer Grund für eine Verkehrsschutzversicherung ist ein Problem nach dem Autokauf. Bisher wurden Versicherungen laut dem Test dafür eher selten genutzt - durch den Abgasskandal ändert sich das aber.

cop

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