Knappes Angebot Preise für Gebrauchtwagen steigen um fast ein Drittel – Diesel besonders gefragt

Corona, Chipkrise und Teilemangel: Auf neue Autos warten Kunden lange – umso beliebter sind Gebrauchtwagen. Deren Preise steigen deutlich. Etwas Entspannung ist aber in Sicht.
Gebrauchtwagenhandel in Bad Salzungen (Foto von 2020)

Gebrauchtwagenhandel in Bad Salzungen (Foto von 2020)

Foto: Müller-Stauffenberg / IMAGO

Lieferengpässe und Materialmangel in der Autobranche wirken sich auch auf den Markt für Gebrauchtwagen aus. Ein drei Jahre altes Auto ist innerhalb eines Jahres um durchschnittlich fast ein Drittel teurer geworden. Das ergab eine Auswertung des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) für die Nachrichtenagentur dpa.

Im April war demnach ein typischer drei Jahre alter Benziner beim Kauf im Autohandel 30,1 Prozent teurer als ein vergleichbares Fahrzeug ein Jahr zuvor. Im Durchschnitt wurden für das Fahrzeug 27.900 Euro fällig. Selbst der Abgasskandal spielt anscheinend keine große Rolle mehr: Dieselautos verteuerten sich sogar um 31,8 Prozent auf im Schnitt 28.960 Euro. Die Zahlen beziehen sich auf dreijährige Gebrauchte quer über alle Segmente und Marken.

Zuletzt hat die DAT allerdings beobachtet, dass sich die Preise stabilisieren. »Zumindest steigen sie nicht weiter an«, sagte ein Sprecher. Ob das so bleibe, sei aber nicht sicher. Im Dezember hatte die DAT auch für das laufende Jahr hohe Preise bei gebrauchten Wagen angekündigt. Frühestens 2023 sei mit dem Beginn einer Normalisierung zu rechnen.

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Foto: Tramino / Getty Images

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Treiber des Preisanstiegs ist vor allem ein niedriges Angebot an Fahrzeugen infolge von Corona, Chipkrise und Teilemangel. Die Autohersteller haben viele Aufträge, aber die bestellten Fahrzeuge können wegen der Probleme beispielsweise auf dem Halbleitermarkt nur verzögert gebaut werden. Wegen langer Lieferzeiten bei Neuwagen entscheiden sich manche Kundinnen und Kunden nach langem Warten doch für gebrauchte Autos. Zudem waren auch die Listenneupreise der Fahrzeuge vor drei Jahren um etwa sieben Prozent gestiegen.

Die deutliche Verteuerung bei Gebrauchten betrifft laut DAT nicht nur die dreijährigen Fahrzeuge. »Wenn das Angebot knapp ist und die Nachfrage hoch, sind auch ältere Fahrzeuge sehr gefragt«, sagte der Sprecher. Zudem würden auch ältere Fahrzeuge mit höheren Laufleistungen beim Preis nicht mehr so abgestraft wie früher. Dabei falle auf, dass gerade die Käufer gebrauchter Diesel bereit seien, deutlich mehr zu bezahlen.

Schon im Dezember hatte die DAT ähnliche Trends bekannt gegeben. Die hohen Spritpreise spielen demnach auf dem Markt kaum eine Rolle. Man sehe nicht, dass wegen der hohen Treibstoffpreise besonders sparsame Gebrauchtwagen stärker nachgefragt wären, hieß es damals.

Die DAT ist eine Tochterfirma mehrerer Verbände der Autoindustrie. Das Unternehmen beobachtet die Gebrauchtwagenpreise in Deutschland seit 90 Jahren.

joe/dpa
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