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16. August 2011, 10:24 Uhr

Globales Verkehrschaos

Mut zur Lücke

Fahrbahnmarkierungen, Vorfahrtregelungen oder andere Fahrgebote? Fehlanzeige. Anderswo reguliert sich der Verkehr von allein - irgendwie. Man fährt, wenn es geht und nutzt jede Lücke. Sehen Sie hier, mit welchem Chaos die Fahrer in anderen Länder so fertig werden müssen.

Ferienzeit ist Reisezeit und zwar nahezu zeitgleich in den meisten Ländern Europas. Auf den Straßen herrscht während dieser Monate Hochbetrieb, denn gefahren wird meistens mit dem eigenen Pkw. Und so rollt die Blechlawine kreuz und quer, von Ost nach West, Nord nach Süd und wieder zurück. Fast jeder hat schon hinlänglich Erfahrungen auf ausländischen Straßen gemacht, sei es in Europa oder auf anderen Kontinenten.

In den meisten Fällen dürfte das eine echte Herausforderung gewesen sein. Denn so reguliert wie in der Bundesrepublik geht es im Rest der Welt selten zu. Widrige Straßenverhältnisse, lokale ruppige Fahrweisen oder riskantes Manövrieren bringen so manchen Landesbesucher in Bedrängnis. Daher stürzen sich nur die ganz Hartgesottenen in Übersee, insbesondere den asiatischen Ländern, ins Verkehrsgetümmel und wagen sich als Fahrzeugführer auf fremde Pisten.

Auf dieser Straßenkreuzung in Indien, dort herrscht bekanntlich Linksverkehr, nutzen etliche Fahrer die (noch) freie rechte Spur als sogenannte fast lane zum Rechtsabbiegen.

Auch bei uns schleicht sich zunehmend das Chaos ein. Das mag sich zuerst nur in vermeintlichen Kleinigkeiten äußern, wie zum Beispiel in dem Trend, einfach nicht mehr mit dem Blinker anzuzeigen, wohin man abbiegen möchte - der andere kann ja warten, bis er sieht, wohin der Wagen fährt. Von da ist es nur ein kleiner Schritt hin zum kaum durchschaubaren Gewimmel wie in Hanoi.

Bereits bei den französischen Nachbarn gelten andere Gepflogenheiten. Dort setzten die Verkehrsplaner in den letzten Jahren gern auf Kreisverkehre statt auf Ampeln. Die Einheimischen kommen bestens damit zurecht, und wer sich an die Rechts-vor-Links-Regel hält, hat eigentlich nichts zu befürchten. Franzosen wissen, wie man einen Kreisverkehr so richtig ausreizt. Einfach beherzt drauflos fahren und Mut zur Lücke beweisen - sofern eine in Sicht ist - und hoffen, dass kein anderer die gleiche Idee hatte. Hier ein Beispiel von Frankreichs wohl bekanntesten Kreisverkehr, dem Place de l'Étoile in Paris.

Die Nummer drei in Sachen Verkehr kommt wieder aus Vietnam. Anfangs wirkt die Kreuzung recht harmlos, aber die Fußgänger haben es trotz des luftigen Verkehrsaufkommens nicht leicht. Wer erinnert sich noch an diese lustige Übung aus dem Schulsport, der alle wahllos durcheinander laufen sollten, ohne sich anzurempeln? Hier sieht man, wozu das gut war: Damit man in Hanoi nicht unter die Räder kommt.

Und wo haben Sie das bisher schlimmste Chaos erlebt? Schlummern bei Ihnen vielleicht ein paar unentdeckte Schätze auf der Festplatte - Fotos oder Videos? Schicken Sie Ihr skurrilstes Verkehrsmitbringsel an fernverkehr@spiegel.de.

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