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28. Juni 2015, 11:13 Uhr

Günstige Oldtimer - Ford Model T

Das Auto für Abenteuer

Von Haiko Prengel

Wenig Geld, aber trotzdem Lust auf einen Oldtimer? Kein Problem - es gibt sie, die Schnäppchen-Schlitten. Wir stellen sie vor. Dieses Mal: den Ford Model T.

Ford Model T

Allgemeines zum Modell: Bis 1972 war die "Tin Lizzy" (Blechliesel) das meistverkaufte Auto der Welt. Erst dann übernahm der VW Käfer diesen Titel. Im September 1908 verließ das erste, noch handgefertigte Model T das Ford-Werk in Detroit. Schnell wurde auf Fließband umgestellt und eine ganze Branche umgekrempelt: Die Produktionskosten sanken und damit die Preise. Jeder Ford-Mitarbeiter konnte sich fortan einen eigenen Wagen leisten. Der Ford Model T wurde das erste Massenauto der Welt.

Warum ausgerechnet der? Es gab mal eine Zeit, in der war Autofahren noch ein Abenteuer. Eine sinnliche, körperliche Erfahrung, die nichts mit der komfortablen Perfektion heutiger Fortbewegung gemein hatte. In der man als Fahrer oder Besitzer eines Automobils fast zwingend handwerkliches Geschick brauchte, um vorwärts zu kommen. Und jeder gefahrene Kilometer wie ein Sieg gefeiert werden durfte.

In diese Zeit würden Sie gerne mal zurückreisen? Mit einem Vorkriegs-Oldtimer wie dem Ford Model T kein Problem. Bei frühen Modellen der "Tin Lizzy" waren Scheinwerfer und Frontscheibe noch Extras, der Motor musste mit der Hand angekurbelt werden. Dafür bietet kein anderer Wagen waschechtere Oldtimer-Gefühle. Und kein anderes Auto aus der Gründerzeit ist günstiger und gleichzeitig zuverlässiger und problemloser zu fahren als die Blechliesel.

Verfügbarkeit: Der Ur-Ford wurde bis 1927 mehr als 15 Millionen Mal verkauft. Heute existieren angeblich noch ein bis zwei Prozent davon - für ein mehr als hundert Jahre altes Auto ist das eine ganze Menge. Offizielle Statistiken gibt es nicht, die Zahl der T in Deutschland wird auf circa 1500 Exemplare geschätzt.

Ersatzteilversorgung: Überraschend gut für ein Auto, das schon Ur-Ur-Opa gefahren haben könnte. Natürlich kann man nicht zum nächsten Ford-Händler gehen, wenn die Technik mal streikt. Aber in den USA und auch in Deutschland gibt es etliche Händler, die nach wie vor 90 Prozent aller Teile liefern können. Die restlichen Teile sind gebraucht erhältlich. Pluspunkt: Rost ist wegen der hochwertigen Metallteile beim T praktisch kein Thema.

Ersatzteilpreise (beispielhaft):

Schwachstellen: Mit modernen Autos hat Fords Model T nichts gemein, aber das muss kein Nachteil sein. Was nicht verbaut ist, kann auch nicht kaputtgehen. Die Technik gilt als äußerst robust, selbst Autobahnfahrten sind theoretisch möglich. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern sind sie allerdings nicht empfehlenswert.

Preis: Mit etwa 15.000 Euro kann man die Uhr auf der Straße um ein Jahrhundert zurückdrehen. Begehrte T-Fabrikate, etwa frühe Modelle mit vielen Bauteilen aus Messing, können bis zu 50.000 Euro kosten.

Anlaufstellen im Internet:

Ford Model T Club of America (Weltgrößter Ford Model T Club) www.vorkriegsoldtimer.de
Alpenchapter (Größter Ford Model T Club im deutschsprachigen Raum)
www.modeltford.com (Teilehändler)
www.snydersantiqueauto.com
www.macsautoparts.com


Weitere, fast schon frech günstige Fuhren finden Sie in den vorangegangenen Folgen der Serie:

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