Ken Blocks "Gymkhana 7" Mit 850 PS durch Los Angeles

Er ist wieder da: Vollgasakrobat Ken Block zeigt in "Gymkhana 7", dass es immer noch eine Spur wahnsinniger geht. In seinem neuesten Video macht er Los Angeles unsicher.

Szene aus "Gymkhana 7": Raserei mit Polizeigeleit
The Hoonigans

Szene aus "Gymkhana 7": Raserei mit Polizeigeleit


Auf seinen Wahnsinn ist Verlass: Seit 2008 stellt Ken Block regelmäßig neue Folgen seiner "Gymkhana"-Videos ins Netz. Der Rallyefahrer legt darin Hollywood-reife Stunts mit aufgemotzten Autos hin; Bleifußchoreografien, bei denen er mit qualmenden Reifen Pirouetten dreht, haarscharf an Betonpfeilern vorbeibrettert oder einfach Leute in Gorillakostümen umkreist.

Glaubt man den Klickzahlen unter den bisher auf YouTube erschienenen sechs Clips, fanden das bereits etwa 300 Millionen Menschen sehenswert.

Jetzt ist Teil sieben veröffentlicht worden: eine Tour de Force durch Los Angeles in einem Ford Mustang mit mehr als 850 PS. Und so sieht es aus, wenn der irre Raser sprichwörtlich die Ketten sprengt:

Für Mobilnutzer: Hier klicken, um das Video zu sehen.

"Hoonicorn" nennt Ken Block sein Gefährt in dem Video, ein Wortspiel aus den englischen Begriffen für Einhorn und Vollgasakrobat. Der '65er Mustang wurde innerhalb von zwei Jahren von einem Ponycar in ein schwarzes Ungetüm verwandelt, mit einem 6,7-Liter-V8-Motor, 857 PS, 976 Newtonmeter Drehmoment und Allradantrieb. Unter der Karbonkarosserie mit fettem Spoiler und Diffusor stecken 295er-Reifen - letzteren wird übel mitgespielt.

Er erfüllt den Traum von Millionen Autofahrern

Schon im fünften Teil der Drift-Saga ließ Block viel Gummi auf Ortsstraßen liegen, damals nutzte er San Francisco als Kulisse. Es war der bisherige Höhepunkt seines Wahnwitzes - danach folgte ein für "Gymkhana"-Verhältnisse mauer sechster Teil, sogar Block selbst gab sich etwas kleinlaut. Die Episode bezeichnete er als Zwischenschritt zu Teil sieben, der größer ausfallen sollte als alle bisher gedrehten Clips.

Was soll man sagen - Block hat Wort gehalten. Die Drifts und Tricks hat man zwar in allen "Gymkhana"-Videos schon mal gesehen, aber Ken Block erfüllt mit seinem Ritt durch LA stellvertretend die Träume von Millionen von Autofahrern: Wer hat sich im trägen Stau nicht schon mal gewünscht, freie Fahrt und Platz ohne Ende zu haben; mit einem aufgemotzten Auto und einer Polizei, die statt Strafzetteln zu verteilen dafür sorgt, dass niemand den Asphaltrausch stört.

Natürlich ist das Video wieder eine große Reklameveranstaltung, bei Block geht es nämlich nie nur um Kunst mit der Karre sondern auch um sehr viel Kommerz.

Mag sein, dass die Klamotten- und Automarken vom Sponsoring des Clips profitieren. Am ehesten wird aber der Umsatz bei Randy's Donuts in Los Angeles steigen: Wenn man schon nicht wie Ken Block durch die Straßen heizen kann, dann will man sich doch wenigstens mit einem runden Stück Süßgebäck den Stau erträglicher machen.



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Der-Joker 17.11.2014
1. Wer lesen kann...
...ist klar im Vorteil. Ok. Vielleicht habe ich das auch nicht richtig beobachtet. Aber m.E. heißt die Karre "Hoonigan". Nicht "Hoonicorn". Wie gesagt, vielleicht irre ich ja auch. Wenn nicht, benutzt der bemühte Artikelschreiber einen Begriff, der gar nicht vorkommt. Und erklärt selbigen auch noch fleißig. Sicher, mit dem Teil über der Haube ist die Assoziation zum Einhorn nicht weit hergeholt. Nur halt falsch. Wenn's Hoonigan heißt.
hans_wurst_666 17.11.2014
2. Hoonicorn!
Hoonigan Racing Division ist ein aktuelles WRC- und Rallycross-Team. Es wurde 2010 von Ken Block unter dem Namen Monster World Rally Team gegründet. Im Jahr 2013 wurde es in Hoonigan Racing Division umbenannt. Das Team mit dem Hauptsponsor Monster Energy bestreitet Rallyes mit einem über 300 PS starken Ford Fiesta RS WRC und Rallycross-Rennen mit einem 560 PS starken Ford Fiesta Mk7 ST SuperCar. Bei der Rallye Mexiko 2012 startete man das erste und bisher einzige Mal mit zwei Fahrzeugen. Fabelhafter Ford Die extrem verbreiterte CFK-Karosserie des Mega-Mustangs spannt sich über einen Rohrrahmen inklusive Überrollkäfig. Inspiriert wurde die Optik von WRC-Rallyeautos, DTM-Wagen und Spielzeugautos aus Ken Blocks Jugend. Auf die 18-Zoll-Felgen hat man Pirelli-Trofeo-R-Reifen im Format 295/30 gezogen. Interessant ist der Name des Wagens, an dem Block und seine Mitstreiter zwei Jahre lang gearbeitet haben: Hoonicorn RTR. Ein Wortspiel aus Blocks Rennteam "Hoonigan" und "Unicorn", englisch für "Einhorn". Doch im Gegensatz zu dem Fabeltier ist der fabelhafte Ford real. Sehr zur Begeisterung von Mister Block: Es sei das beste Gymkhana-Auto, welches er je hatte
fatfrank 17.11.2014
3. Erinnert verdammt an...
...GTA V. Schon der fünfte Clip in Frisco erschien wie eine Homage an GTA San Andreas. Da wundert es nicht, wenn der sechte Clip so mau war: Dazwischen kam einfach kein neues GTA raus. ;-)
TheK79 17.11.2014
4.
Ich muss zugeben, ich fand das Video aus San Francisco spektakulärer, weil es da oft extrem eng zuging – L.A. hat einfach zu viel Platz, als dass es so richtig wirkt. Vielleicht auch darum diese Höllenmaschine ;)
w.diverso 18.11.2014
5.
Über die Amis kann man sagen was man will, aber auf Shows verstehen sie sich. Die Aufnahmen sind auch nicht von schlechten Eltern. Das Video war sicher recht billig. Da macht es gar nichts, dass die Bezeichnung Ford Mustang für das Auto genauso stimmt, wie die Bezeichnungen BMW M3 oder Mercedes AMG für ein DTM-Auto. Mister Block wäre auf zwei Meter breiten Schotterstraßen gerne auch so schnell wie in dem Video. Leider sind da aber fast alle Fahrer die in der WRC fahren schneller. Er weiß das aber auch, und gibt es auch zu. Aber dafür vermarktet er sich sicher besser. Im Gesamten kann man sagen, einfach ein netter Kerl, der gute Videos macht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.