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Günstige Oldtimer - Honda CRX: Bitte nicht basteln

Foto: Bernhard Schneider

Günstige Oldtimer - Honda CRX Der bessere GTI

Wenig Geld, aber trotzdem Lust auf einen Oldtimer? Kein Problem - es gibt sie nämlich, die Schnäppchen-Schlitten. Wir stellen sie vor. Dieses Mal: der Honda CRX.
Günstige Oldtimer

Sie haben richtig Lust auf einen Oldtimer, trauen sich aber nicht, einen zu kaufen, weil Altautos in vielen Medien nur noch als Wertanlage thematisiert werden? Keine Angst, man muss nicht erfolgreich an der Börse spekuliert haben, um schönes Blech zu fahren.

Klar, für Großvaters abgelegte Karren von Mercedes oder BMW sind inzwischen stolze Summen fällig, und für die meisten alten Porsches werden heute Mondpreise gezahlt. Aber zwischen all den teuren Strahlemännern, die in der Regel kaum noch bewegt werden, gibt es sie noch: die Mauerblümchen, die Exoten, die kaum jemand auf dem Schirm hat – und die entsprechend wenig kosten. Und das nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt. Autos, bei denen die Ersatzteilversorgung kein Problem ist und für einen Auspuff nicht ein ganzes Monatsgehalt einkalkuliert werden muss.

Wir haben sie zusammengetragen und stellen sie in einer Serie in regelmäßigen Abständen vor.

Honda CRX

Einst hängte er den Golf GTI ab: der Honda CRX

Einst hängte er den Golf GTI ab: der Honda CRX

Foto: Bernhard Schneider

Allgemeines zum Modell: 1983 stellte Honda den CRX vor, und schon damals hatte der Wagen von nichts zu viel, aber von allem genug: Ein preisgünstiges Coupé auf Basis des braven Kompaktmodells Civic, mit 1,5-Liter-Vierzylinder und 100 PS (1986 folgte ein Vierventiler mit 125 PS).

Gepaart mit dem Leergewicht von nur 820 Kilogramm - Karosserieteile wie Kotflügel oder Frontmaske wurden aus Kunststoff gefertigt - und einem geringen Luftwiderstandswert (Stoßstangen, Scheinwerfer und Türgriffe waren in die Wagenform integriert) geriet der CRX zur gefühlten Rakete. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 190 km/h, von null auf 100 km/h sprintete er in 8,9 Sekunden. Dafür musste man den Boliden allerdings im hohen Drehzahlbereich von bis zu 7500 Umdrehungen pro Minute treten.

Warum ausgerechnet der? Als dieser Honda vor 33 Jahren auf den deutschen Markt kam, herrschte hierzulande GTI-Fieber - PS-Aficionados fuhren auf den schnellen Golf ab, mit dem VW eine neue Klasse begründete: die der bezahlbaren Sportwagen fürs Volk. Doch der CRX war schneller als der GTI, sowohl in der Beschleunigung als auch bei der Endgeschwindigkeit, obwohl er elf PS weniger unter der Haube hatte.

Kein Auto in dieser Preisliga (bei Modelleinführung 1983 kostete der CRX 19.490 Mark) bot solch überragende Fahrleistungen wie der Honda. Unsicher machen kann man die Straßen mit einem Honda CRX bis heute - muss es aber nicht. "Man wird ruhiger, das sportliche Fahren lässt im Alter etwas nach", sagt Bernhard Schneider, Mitglied eines Honda-CRX-Fanklubs. Er kaufte seinen Wagen mit 19 Jahren und fährt ihn noch immer mit Begeisterung. Gegen einen modernen Golf GTI mit 220 PS kann Schneider mit seinem CRX zwar nicht mehr mithalten. Tauschen würde er trotzdem nie.

Verfügbarkeit: Der CRX war ein großer Erfolg für Honda, allein von der ersten Generation (Typ AF/AS) verkauften die Japaner in Deutschland rund 15.000 Stück. Heute ist das Angebot trotzdem vergleichsweise rar. Vor allem originale CRX sind selten geworden, viele Autos wurden in Tuning-Werkstätten mehr oder minder malträtiert. Die Eingriffe reichten von einer eigentlich überflüssigen Tieferlegung (der Wagen war schon ab Werk sehr flach und stramm gefedert) bis hin zu umgefriemelten Kabelbäumen, um mehr Musikboxen anschließen zu können.

Ersatzteilversorgung: Honda Deutschland steht leider nicht im Ruf, sich liebevoll um den Erhalt seiner Markenklassiker zu kümmern. Allenfalls gängige Verschleißteile hat der Hersteller für den CRX teilweise noch vorrätig. Schwierig wird es bei Karosserie- oder bestimmten Ausstattungselementen. Hier kann einem oft nur ein Kenner aus der Szene helfen. Entsprechende Kontakte findet man in den Foren der CRX-IG  und von Honda Youngtimer . Dort tummeln sich auch einige ehemalige Honda-Händler, die CRX-Restbestände für zumeist faire Preise anbieten.

Ersatzteilpreise (beispielhaft):

  • Satz Bremsscheiben vorn: ca. 100 Euro
  • Satz Bremsbeläge vorn: ca. 50 Euro
  • Kotflügel vorn: ca. 70 bis 100 Euro
  • Lichtmaschine: ca. 150 Euro

Schwachstellen: Die große Stärke des Honda CRX wurde ihm zum Verhängnis - weil er ein so günstiger Volkssportler war, geriet er meist in die Hände von jugendlichen Draufgängern, die ihn verheizten oder verbastelten. Die Technik erweist sich indes als erfreulich langlebig: Obwohl die Vierzylinder mit ihrem geringen Hubraum sehr hochtourig drehen, sind Laufleistungen von 400.000 Kilometern keine Seltenheit - vernünftige Wartung vorausgesetzt.

Die Karosserieteile aus Plastik reißen im Alter ein, Ersatz aufzutreiben ist schwierig. Zudem ist Rost beim CRX ein Thema. Die hinteren Radläufe sind oft knusprig, die Schiebedächer gammeln gern von innen nach außen durch. Wenn es unter den Fußmatten im Innenraum feucht ist oder schimmelt, haben sich vermutlich die Wasserabläufe des Schiebedachs neue Wege gesucht.

Preis: Obwohl der Honda CRX längst ein Klassiker ist, gibt es auf dem Markt Exemplare für unter 1000 Euro. Diese Fahrzeuge haben aber meist größere Macken, und man muss einiges investieren, um sie wieder auf die Straße zu bringen. Ab etwa 2000 Euro findet man fahrbereite Autos mit neuer HU-Plakette. Gepflegte Liebhaberfahrzeuge können locker das Drei- bis Vierfache kosten. Angesichts der schwierigen Ersatzteillage gilt beim CRX generell: Das bessere Auto ist der bessere Kauf.

Anlaufstellen im Internet:

www.crx-af-as.de  www.hondayoungtimer.de 

Weitere, fast schon frech günstige Fuhren finden Sie in den vorangegangenen Folgen der Serie:

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Günstige Oldtimer: Bock auf Blech? Bitte hier lang

Foto:

Haiko Prengel

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