Keith Richards' Bentley versteigert Eine Million Euro für Lena

In Großbritannien ist ein exklusiver Luxus-Oldtimer versteigert worden: Für mehr als eine Million Euro kam ein Bentley unter den Hammer, der einst Keith Richards gehörte. Der Stones-Gitarristen ließ besondere Extras in den Wagen einbauen.


Im Februar 1967 startete in Paris eine legendäre Rock'n'Roll-Rallye. Nur ein Wagen nahm daran teil: Ein Bentley S3 Continental Flying Spur; damals teuerstes Modell und Flaggschiff des britischen Herstellers.

An Bord der Luxuslimousine: Die Rolling-Stones-Bandmitglieder Keith Richards und Brian Jones, außerdem Jones' Freundin Anita Pallenberg, eine weitere Dame sowie der Bodyguard von Richards. Das Ziel war Marrakesch. Denn dort, so schreibt es Richards in seiner Autobiografie "Life", habe man legal Drogen bekommen. Das Quintett sollte jedoch nie in Marokko ankommen. Jones musste noch in den Pyrenäen krank aussteigen und Richards nutzte die Gunst der Stunde, um ihm Pallenberg auszuspannen. Statt nach Nordafrika ließ sich das frischverliebte Paar im Bentley nach England chauffieren.

Jetzt ist der Wagen versteigert worden. Bei einer Auktion am Rande des Oldtimerfestivals Goodwood Revival kam der Flying Spur für 763.000 Pfund (rund eine Million Euro) unter den Hammer. Zuvor war mit einem Erlös von 600.000 Pfund gerechnet worden. Dass er übertroffen wurde, ist kein Wunder: Zu gut sind Legenden, die sich um das Fahrzeug ranken.

Keith Richards im Jahr 1967: Hinter ihm der Bentley
Getty Images

Keith Richards im Jahr 1967: Hinter ihm der Bentley

Schon die Sonderausstattungen sind purer Rock'n'Roll. Keith Richards ließ zum Beispiel einen Plattenspieler in den Bentley einbauen, sowie ein Geheimfach zum Schmuggeln von Sportzigaretten und anderer verbotener Substanzen. Letztere waren wohl auch Ursache dafür, dass Richards mit dem Auto einige Unfälle baute. 1976 schlief er nach einem Konzert in Knebworth am Steuer ein, kam von der Straße ab und landete auf einem Acker.

Während die Exzesse tiefe Furchen im Gesicht des Stones-Gitarristen hinterlassen haben, präsentiert sich der Bentley heute frischer denn je. Nachdem Richards die Limousine 1978 verkaufte, wurde sie komplett renoviert. Die Hülle - damals eine exklusive Anfertigung des Karosseriebauers H.J. Mulliner - glänzt wie neu und das Lederinterieur befindet sich in tadellosem Zustand.

Der neue Besitzer ist unbekannt. Dabei würde man gerne wissen, ob er den Wagen auch "Blue Lena" nennt. Diesen Kosenamen hatte Richards ihm verpasst, in Anlehnung an die Sängerin Lena Horne. Der Stones-Gitarrist ist Bentley übrigens treu geblieben. Nachdem er den Flying Spur Ende der Siebziger verkaufte, legte er sich wieder das gleiche Modell zu - und hat ihn heute noch.

cst

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
patrick6 13.09.2015
1. Unverständlich, warum man so ein...
...Fahrzeug renoviert: "Alles blank: Die Rückbank sieht völlig unverdorben aus. Was auch immer sich hier zu Keith Richards Zeiten abgespielt hat – sämtliche Spuren wurden beseitigt." Man beseitigt bei einem solchen Fahrzeug keine 'Spuren'. Man belässt es in dem Zustand, wie es war / geworden ist. Jetzt ist es eben nur ein alter S3 mit neuem Leder. Traurig. Und erstaunlich, dass jemand so viel Geld dafür ausgab.
Blitzmesser 13.09.2015
2. Nicht traurig.
Zitat von patrick6...Fahrzeug renoviert: "Alles blank: Die Rückbank sieht völlig unverdorben aus. Was auch immer sich hier zu Keith Richards Zeiten abgespielt hat – sämtliche Spuren wurden beseitigt." Man beseitigt bei einem solchen Fahrzeug keine 'Spuren'. Man belässt es in dem Zustand, wie es war / geworden ist. Jetzt ist es eben nur ein alter S3 mit neuem Leder. Traurig. Und erstaunlich, dass jemand so viel Geld dafür ausgab.
Viele Leute haben mehr Geld als man sich vorstellen kann. Sie geben es aus um solche Erinnerungen weiter leben zu lassen. Total gut.
Nikkitarian 14.09.2015
3. Lachhaft
Technik ist gut. Doch was soll der Kult um I-Phone, Smartphone,schnelle Autos? (etc.) Schon lange regt mich der Fetischismus auf, mit dem vermeintlich seriöse Medien diesen goldenen Kälbern huldigen. Mit Inbrunst und kritiklos. Da wird ja >das Gehirn entleert und der Mensch besudelt< (fr. nach E.Bloch). !
steffen.ganzmann 14.09.2015
4. Restauriert oder Patina?
Zitat von patrick6...Fahrzeug renoviert: "Alles blank: Die Rückbank sieht völlig unverdorben aus. Was auch immer sich hier zu Keith Richards Zeiten abgespielt hat – sämtliche Spuren wurden beseitigt." Man beseitigt bei einem solchen Fahrzeug keine 'Spuren'. Man belässt es in dem Zustand, wie es war / geworden ist. Jetzt ist es eben nur ein alter S3 mit neuem Leder. Traurig. Und erstaunlich, dass jemand so viel Geld dafür ausgab.
Die Amerikaner restaurieren nur (mit viel Spachtelmasse), die Europäer wollen ihre Oldtimer mit Patina, man kann ruhig sehen, das der Wagen täglich gefahren wird. Zu dieser Fraktion gehöre ich übrigens auch. Nur ein einziges Teil ist relativ neu, nämlich das Verdeck: Das erste massakrierte irgendjemand mit einem Messer ...
Rina Maria 14.09.2015
5. Was ist...
An diesen verwischten Spuren so wichtig? Der Wagen brauchte neues Leder K. Richards eine neue Leber .
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