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Abgefahrene Kinderwagen: Schubkarren für Rodzlöffel

Foto: Kid Kustoms

Abgefahrene Kinderwagen Baby, was für eine Karre!

Extravaganz für die ganze Familie: Im Kinderwagen wird nicht nur der Nachwuchs transportiert - er dient stolzen Eltern auch als Statussymbol. Zwei Unternehmen aus den USA bieten aufgemotzte Sonderanfertigungen für autobegeisterte Papas und Mamas.

Joe Iacono hat ein Herz für lässige Hosenscheißer und deren Erzeuger. Weil dem US-amerikanischen Designer herkömmliche Kinderwagen zu langweilig waren, hat er den Roddler entwickelt: einen Kinderwagen im Look eines Hot Rods und mit der schweren Eleganz eines Heckflossenautos.

Joe Iacono will Erinnerungen an die "glorreiche Zeiten von Amerikas Auto-Kultur" wecken - mit einem Kinderwagen als Reminiszenz an die Straßenkreuzer und aufgemotzten Autos aus den fünfziger Jahren. Die drei Räder des Roddlers werden von geschwungenen Aluminiumschutzblechen ummantelt, das Dach ist aus Leder. Auf Wunsch zieren Flammen, Zahlen oder Wellen die Karosserie.

Der Designer vertreibt den Roddler über seine Firma Kid Kustoms . Preis: ab 4500 Dollar. So viel zahlen manche Leute nicht mal für ein richtiges Auto. Bei Kid Kustoms kauft folgerichtig nicht Joe Doe ein, der amerikanische Bruder von Lieschen Müller, - sondern Leute wie LeBron James. Der 27-Jährige gilt als bester Basketballer der Welt und verdient rund 40 Millionen Dollar im Jahr. Seine beiden Söhne schiebt er in einem Roddler durch die Gegend.

Die Rockabilly-Babyschaukeln gefallen aber nicht nur dem Superstar der NBA - deswegen arbeitet man derzeit bei Kid Kustoms schon an der fünften Generation des Roddlers. "Mit dem neuen Modell werden wir unsere Preisstrukturen verbessern", erzählt Joe Iacono. Auch Eltern ohne Millionenvermögen sollen ihre Kleinen dann in den Heckflossengefährten chauffieren können.

"Überall erregten wir Aufsehen"

"Custom-made" - also individuell gefertigt - sind auch die Kinderwagen von Eddie Serrano. Serrano bezeichnet sich selbst als "Hot Rodder von ganzem Herzen" und nennt seine Zwergenmobile Tot Rodz  ("toddler" ist das englische Wort für Kleinkind). Wie die Kollegen von Kid Kustoms betreibt er seine Werkstatt unter der Sonne Kaliforniens. Und wie Joe Iacono war Eddie Serrano von gewöhnlichen Kinderwagen gelangweilt: "Niemals hätte ich mein Kind in so eine Alltagskarre reingesetzt."

Also bastelte er seiner Tochter vor drei Jahren aus einem Tretauto selbst einen Kinderwagen: mit runder Haube, sogenannter Sad-Face-Front, mattschwarzer Optik mit pinken Wellen und einem Interieur aus weißem Vinyl. "Überall, wo wir mit dem Wagen auftauchten, erregten wir Aufsehen", sagt Serrano. "Viele Eltern fragten mich, ob ich ihren Kindern nicht auch so etwas basteln könnte."

Er konnte. Nach eigenen Angaben hat der Werkstattbesitzer bislang 60 Tot Rodz verkauft. "Zurzeit schraube ich an einem Kinderwagen im Design eines '72er Chevy Blazer", erzählt Serrano. Der Kunde blättert für diesen Spaß 4000 Dollar hin. Im Schnitt kostet ein Tot Rodz zwischen 900 und 1500 Dollar.

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Ob die Kinder es zu schätzen wissen, wenn sie in ein so teures Wägelchen gesetzt werden? Oder sind die Kinderkarren eher ein hübsches Accessoire für Mami und der Ersatz für Papis unerfüllten Autotraum? Auf dem Spielplatz der Eitelkeiten scheint es jedenfalls Eltern zu geben, denen selbst ein ausgefallenes Design nicht genug ist. Den heißen Beweis liefert dieses Video:

cst
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