Britische Luxusmarke Rolls-Royce will (wieder) Elektroautos bauen

Der Luxusauto-Hersteller will in die E-Produktion einsteigen. Bis 2030 will Rolls-Royce seine Modelle mit einem elektrischen Antrieb versehen. Der erste E-Luxusliner ist für Ende 2023 geplant.
Das für 2023 geplante Modell »Spectre«

Das für 2023 geplante Modell »Spectre«

Foto: Rolls-Royce

Nachdem fast alle großen Autohersteller eine eigene Sparte für Elektroautos haben, will nun auch der britische Luxus-Hersteller Rolls-Royce auf dem Markt mitmischen. Bis 2030 soll jedes Rolls-Royce-Modell elektrisch angetrieben werden. Von diesem Jahr an wollen die Briten keine Verbrenner mehr produzieren und verkaufen. Dabei setze man bewusst auf einen vollelektrischen Antrieb, schreibt das Unternehmen in einer Ankündigung.

Bis Ende 2023 soll das erste Modell auf dem Markt sein. Der neue Luxusliner trägt nach Angaben des Unternehmens den Namen Spectre, was auf Englisch Gespenst bedeutet. Der Wagen werde auf den Markt kommen, »wenn die Zeit reif ist und jedes Element den technischen, ästhetischen und Leistungsstandards von Rolls-Royce entspricht«.

Das E-Modell wird ersten offiziellen Fotos eines stark getarnten Prototypen zufolge ein Coupé im Stile des aktuellen Wraith, ebenfalls ein englischer Begriff für Gespenst. Dafür spricht auch die Ankündigung, dass der Spectre die eigene Rolls-Royce-Plattform nutzen und deshalb nicht einfach zum vornehmen Ableger eines BMW-Modells wird.

Bereits 2011 stellte Rolls-Royce ein erstes »Forschungsfahrzeug« vor: Das Modell 102 EX hat statt einem Verbrennungsmotor eine wassergekühlte Leistungselektronik sowie zwei Elektromotoren mit zusammen 394 PS. In dem ehemaligen Motorraum hat das Modell ein 640 Kilo schweren Akkupack. Dieses Modell war jedoch nie für eine Serienfertigung gedacht.

Charles Rolls auf einem »Columbia Electric Carriage«, einem elektrischen Fahrzeug aus dem Jahr 1897

Charles Rolls auf einem »Columbia Electric Carriage«, einem elektrischen Fahrzeug aus dem Jahr 1897

Foto: Science & Society Picture Library / SSPL / Getty Images / Rolls-Royce

Damals zeigte sich die Unternehmensführung noch unentschieden, ob das Auto der Zukunft einen Wasserstoff-, Hybrid- oder Elektroantrieb haben werde. In der aktuellen Mitteilung klingt es allerdings so, als ob es daran nie einen Zweifel gegeben hätte.

Der Elektroantrieb liege sozusagen in der Tradition des Automobilherstellers. »Im April 1900 machte unser Gründungsvorvater, Charles Rolls, eine vorausschauende Prophezeiung über die Elektrifizierung der Automobilindustrie«, sinniert Torsten Müller-Ötvös, Vorsitzender von Rolls-Royce Motor Cars.

Damals sagte Rolls in einem Interview, dass Elektroautos geräuschlos und sauber seien aber erst mal keine Zukunft hätten, weil Ladestationen fehlen würden. Nach über 120 Jahre sei es nun so weit, so Müller-Ötvös. »Jetzt will sich unser Unternehmen auf das historische Unterfangen einlassen, endlich das erste elektrische Super-Luxusauto zu bauen.«

In einer ersten Version des Textes hieß es, dass Rolls-Royce bis 2030 sein erstes Elektroauto vorstellen will. Bis dahin will das Unternehmen aber schon alle seine Modelle mit einem elektrischen Antrieb betreiben. Wir haben die Stelle korrigiert.

sug/dpa
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