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Günstige Oldtimer - Lancia Fulvia Berlina: Edel und eckig

Foto: Pohl / Zampieri

Günstige Oldtimer - Lancia Fulvia Berlina Italo-Benz

Wenig Geld, aber trotzdem Lust auf einen Oldtimer? Kein Problem - es gibt sie nämlich, die Schnäppchen-Schlitten.
Günstige Oldtimer

Sie haben richtig Lust auf einen Oldtimer, trauen sich aber nicht, einen zu kaufen, weil Altautos in vielen Medien nur noch als Wertanlage thematisiert werden? Keine Angst, man muss nicht erfolgreich an der Börse spekuliert haben, um schönes Blech zu fahren.

Klar, für Großvaters abgelegte Karren von Mercedes oder BMW sind inzwischen stolze Summen fällig, und für die meisten alten Porsches werden heute Mondpreise gezahlt. Aber zwischen all den teuren Strahlemännern, die in der Regel kaum noch bewegt werden, gibt es sie noch: die Mauerblümchen, die Exoten, die kaum jemand auf dem Schirm hat - und die entsprechend wenig kosten. Und das nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt. Autos, bei denen die Ersatzteilversorgung kein Problem ist und für einen Auspuff nicht ein ganzes Monatsgehalt einkalkuliert werden muss.

Wir haben sie zusammengetragen und stellen sie in einer Serie in regelmäßigen Abständen vor.

Lancia Fulvia Berlina

Fulvia Berlina GT: Schöner Schuhkarton mit zuverlässiger Technik

Fulvia Berlina GT: Schöner Schuhkarton mit zuverlässiger Technik

Foto: Pohl / Zampieri

Allgemeines zum Modell: Lancia war in Italien früher eine exklusive Marke, der Name stand für ausgesprochen hochwertige Autos mit raffinierter Technik. Die Fulvia Berlina kam 1963 auf den Markt und gilt als der letzte echte Lancia vor der Übernahme durch den Fiat-Konzern im Jahr 1969.

Das Modell setzte Maßstäbe: Es war das erste frontangetriebene Serienauto aus Italien, das Bremssystem mit vier Scheibenbremsen galt zur damaligen Zeit ebenfalls als sehr fortschrittlich. Hinzu kam ein Fahrwerk mit exzellenter Straßenlage. Kein Wunder also, dass die Fulvia auch im Rennsport große Erfolge feierte - als filigranes Coupé, das heute bei Sammlern besonders begehrt ist.

Die ersten Berlina-Limousinen waren mit ihren schwachen 1,1-Liter-Motoren dagegen eindeutig untermotorisiert. Am besten man hält heute nach den besser motorisierten Fulvia GT oder GTE Ausschau.

Warum ausgerechnet der? Ein besser verarbeitetes Auto als die Fulvia Berlina wird man aus italienischer Produktion kaum finden. Die kleinen Leute fuhren damals Fiat, der typische Lancista war dagegen Anwalt oder Arzt - und offenbar sehr penibel. Unter Lancia-Käufern war es - kein Scherz - üblich, die Schutzfolien der Türinnenverkleidungen nach der Auslieferung nicht abzuziehen. An gepflegten Fulvia-Oldies kleben die Folien auch noch nach 60 Jahren. Kenner können also schnell den Erhaltungszustand eines Fahrzeugs einschätzen.

Verfügbarkeit: Wer Italienisch sprechen kann, ist eindeutig im Vorteil. Jenseits der Alpen sind noch viele gut erhaltene Fulvia zu finden. Eher mager ist die Auswahl dagegen in Deutschland.

Ersatzteilversorgung: Gemessen an der Seltenheit des Autos kommen Schrauber noch überraschend gut an Ersatzteile für die Fulvia. Für Verschleißteile wie eine Wasserpumpe muss man keine hundert Euro berappen. Einige deutsche Händler haben sich auf Teile für Lancia-Oldtimer spezialisiert, beziehen ihre Waren aber oft selbst von einem Händler aus Turin. Per Direktbestellung in Italien lassen sich oft einige Euro sparen.

Ersatzteilpreise (beispielhaft):

  • Satz Bremsscheiben vorn: ca. 150 Euro
  • Satz Bremsbeläge vorn: ca. 35 Euro
  • Kotflügel vorn: je nach Verfügbarkeit ca. 50 bis 500 Euro
  • Lichtmaschine: überholt ca. 200 bis 300 Euro

Schwachstellen: Der Vergaserflansch kann sich als anfällig entpuppen - wenn er porös ist, zieht der Motor Falschluft und geht kaputt. Bei nachlässig gepflegten Exemplaren der Fulvia sitzt außerdem der Rost oft in Radläufen, Türunterkanten und Seitenschwellern.

Grundsätzlich ist die Fulvia-Technik bei regelmäßiger Wartung zuverlässig. Wenn die Unmengen von Schmiernippeln an Achse und Hilfsrahmen regelmäßig abgeschmiert werden, hält sie ewig.

Preis: Für einen Oldtimer aus den Sechzigerjahren ist die Fulvia sensationell günstig. Selbst gut gepflegte Fulvia Berlina sind mitunter für 5000 Euro zu haben. Zum Vergleich: Eine zeitgenössische Giulia 1300 von Alfa Romeo kostet ungefähr das Dreifache. Außerdem suchten die meisten Lancia-Fans bislang die Fulvia Coupés. Die technisch weitgehend identischen Berlina-Limousinen führten lange ein Schattendasein. Langsam ziehen aber auch hier die Preise an.

Anlaufstellen im Internet:

www.lancia-ig.de 
www.lanciaclubdeutschland.de 
www.classiclancia.com 
www.emporio-ricambi.de 

Weitere, fast schon frech günstige Fuhren finden Sie in den vorangegangenen Folgen der Serie:

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Günstige Oldtimer: Bock auf Blech? Bitte hier lang

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