Mini als Gebrauchtwagen Kultmobil mit Macken

BMWs Kleiner verkauft sich bestens, und als Gebrauchter erzielt der Mini satte Preise. Doch Kenner wissen: Vor allem bei den frühen Baujahren ist der Spaß schnell vorbei. Hier gibt es einige ärgerliche Mängel.

BMW

Hamburg - Auf der Straße fällt er sofort auf: klein, kompakt und irgendwie cool. Der Mini aus dem Hause BMW hat mittlerweile Kultcharakter. Das zeigen auch die Verkaufsstatistiken. Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren am 1. Januar 2011 rund 205.000 Autos der Baureihe in Deutschland zugelassen. Das entspricht immerhin einem Anteil von 2,4 Prozent am Gesamtbestand aller Fahrzeuge. In der Statistik für 2010 belegt das aktuelle Modell unangefochten den ersten Platz der Kleinwagenklasse.

Die Erfolgsgeschichte überraschte selbst die BMW-Strategen: Als die Bayern die Neuauflage des legendären Klassikers 2001 präsentierten, hatte zunächst die Skepsis überwogen. Allzu sehr hatte sich der Neuling von den Idealen, sprich: Maßen, des Vorbilds entfernt. Erst die ersten Fahrberichte gaben Entwarnung. Denn vor allem die Fahrwerkstechniker hatten ganze Arbeit geleistet. Das Go-Kart-Gefühl tröstete sogar über den langweiligen Motor hinweg, den BMW Chart zeigen zunächst von Chrysler eingekauft hatte.

Der ADAC attestiert dem Fahrzeug zudem "überdurchschnittliche Pannensicherheit". Bei Wagen der ersten Generation ist allerdings Vorsicht geboten. Diese Autos weisen zum Teil konstruktionsbedingte Mängel auf, die kostspielige Reparaturen nach sich ziehen können.

Besonders unangenehm sind Getriebeprobleme bis zum Baujahr 2004. Einem Bericht der "Auto Bild" zufolge sind dafür unterdimensionierte Fünfgang-Schaltboxen verantwortlich. Abhilfe schaffte ab September des selben Jahres ein neues Räderwerk des Zulieferers Getrag. Außerdem sorgten Defekte an der Lenkung immer wieder für teure Werkstattbesuche.

Außerdem haben sich in älteren Baureihen nach Angaben des ADAC weitere Fehler eingeschlichen: So waren bei Benzinern bis Baujahr 2009 Fehlfunktionen im Motormanagement zu verzeichnen. Bis 2007 registrierte der Autoclub vereinzelt Schäden an der Steuerkette sowie ausgehängte Schaltgestänge. Nicht besonders teuer, aber trotzdem ärgerlich: Bei der Hauptuntersuchung falle der Mini regelmäßig durch Ölverlust auf.

Teurer Retro-Chic

2001, im ersten Jahr nach Einstellung des britischen Originals, legte BMW den neuen Mini auf. Allerdings hatte der kultige Wagen seinen Preis, denn für die Einstiegsvariante One waren damals mindestens 14.500 Euro fällig. Anfänglich bekam man dafür ein Auto, dass zunächst auch in Sachen Verarbeitungsqualität auffiel - jedoch negativ. In zahlreichen Foren beklagen sich Mini-Besitzer über anhaltende Knarzgeräusche im Innenraum und defekte Sitze.

Mit der Übernahme der Rover Group hatte sich der Münchner Hersteller schon 1994 die Marke Mini gesichert. Bis zur zweiten Generation, die 2006 eingeführt wurde, lief der Mini nahezu unverändert vom Band. Eine Cabriovariante wurde 2004 vorgestellt. Die Clubman genannte Kombiversion kam 2007 hinzu, 2009 das neue Cabrio und 2010 der Fünftürer Countryman. Im gleichen Jahr gab es ein Facelift für alle Mini-Modelle.

Bis 2006 kamen im Mini die Chrysler-Motoren zum Einsatz. Seit 2006 sind es Maschinen aus einer Zusammenarbeit mit dem französischen PSA-Konzern. Die aktuellen Diesel sind echte BMW-Aggregate, die ersten Selbstzünder hatten noch Toyota-Motoren. Sie leisten je nach Generation, Modellvariante und Baujahr zwischen 75 PS und 112 PS. Wesentlich kräftiger ist der stärkste Benziner im Mini John Cooper Works mit 211 PS. Den Einstieg bei den Ottomotoren bildet ein Aggregat mit 75 PS.

Hohe Preis auf dem Gebrauchtwagenmarkt

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt gehören Minis zu den Modellen mit dem geringsten Wertverlust. So kostet ein Mini One von 2001 mit 90 PS noch rund 5650 Euro. Wer sich für einen fünf Jahre alten Diesel interessiert, sollte mindestens knapp 10.000 Euro ansetzen und bekommt dafür ein Auto mit einer Leistung von 75 PS. Für ein Cabrio von 2006, etwa den Mini Cabrio Cooper mit 115 PS, müssen rund 13.450 Euro eingeplant werden.

Wer lieber im Original unterwegs sein möchte, findet im Internet zahlreiche Angebote. Und im Vergleich zur Neuauflage sind die Preise durchaus attraktiv. Bei mobile.de gibt Fahrzeuge aus den Neunzigern in akzeptablem Zustand und mit einer Laufleistung weit unter 100.000 Kilometer bereits ab rund 2500 Euro



insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
jocurt, 29.08.2011
1. Wer etwas will, was man selber händeln kann
Zitat von sysopVor zehn Jahren*begann der Siegeszug des Mini:*Mit dem Vorbild hat er nicht viel gemein, trotzdem erlangte er schnell Kultstatus und fand reißenden Absatz. Die große Nachfrage führte auch zu stabilen Gebrauchtwagenpreisen - obwohl das für die frühen Baujahre nicht wirklich gerechtfertigt ist. http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,782059,00.html
nimmt einen alten Trabbi. Alles beschaffbar, alles reparierbar und ohne Spezialkrempel zugänglich.
Das Auge des Betrachters 29.08.2011
2. Das waren auch....
Zitat von sysopVor zehn Jahren*begann der Siegeszug des Mini:*Mit dem Vorbild hat er nicht viel gemein, trotzdem erlangte er schnell Kultstatus und fand reißenden Absatz. Die große Nachfrage führte auch zu stabilen Gebrauchtwagenpreisen - obwohl das für die frühen Baujahre nicht wirklich gerechtfertigt ist. http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,782059,00.html
...die Neuwagen Preise nicht. Ohne Frage sehr stylisch aber technisch eher eine Krücke, steckte billigste Chrysler Antriebstechnik unter der Haube. Die Motoren raue Säufer, dem stylischen Äusserem nicht mal Ansatzweise gerecht werdend. Eher was zum ansehen als zum fahren. Ähnlich verhielt es sich mit dem Smart 4four, der im stylischen Outfit, billigste Mitsubishi Colt Technik zu Premium Preisen verkaufte.
tomymind, 29.08.2011
3. Selten so gelacht
Den Original -Mini können aber weder Sohn, Tochter, Ehefrau oder Geliebte warten und pflegen. Der hat auch keine elektronischen Helferchern und ist in den Kreisen nicht so Hip wie der Nachfolger, ausserdem kein Platz für den Golden Retriever und die Bags nach dem den anstrengenden Shopping-War. Immerhin passt die Kreditkarte rein.
README.TXT 29.08.2011
4. Britisch Leyland Mini
Zitat von tomymindDen Original -Mini können aber weder Sohn, Tochter, Ehefrau oder Geliebte warten und pflegen. Der hat auch keine elektronischen Helferchern und ist in den Kreisen nicht so Hip wie der Nachfolger, ausserdem kein Platz für den Golden Retriever und die Bags nach dem den anstrengenden Shopping-War. Immerhin passt die Kreditkarte rein.
Nein, der Grund ist ein anderer: Das Ding hat Zoll-Schrauben, da brauchste erst mal nen Satz neues Werkzeug, dazu Spezialwerkzeug weil du sonst nirgends hinkommst. Das Ding ist für Bastler ein Alptraum, wie jeder englische Karren.
FoxhoundBM 29.08.2011
5. ...
Zitat von Das Auge des Betrachters...die Neuwagen Preise nicht. Ohne Frage sehr stylisch aber technisch eher eine Krücke, steckte billigste Chrysler Antriebstechnik unter der Haube. Die Motoren raue Säufer, dem stylischen Äusserem nicht mal Ansatzweise gerecht werdend. Eher was zum ansehen als zum fahren. Ähnlich verhielt es sich mit dem Smart 4four, der im stylischen Outfit, billigste Mitsubishi Colt Technik zu Premium Preisen verkaufte.
Chrysler hat mit dem Mini überhaupt nichts zu tun. BMW hat das Ding neu aufgelegt, Chrysler gehörte damals noch zu Mercedes.
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