100.000 Autos Bundesamt will Rückruf bei Opel anordnen

Opel steht ein großer Rückruf wegen des Dieselskandals bevor: Das Kraftfahrt-Bundesamt bemängelt die Abgasreinigung bei etwa 100.000 Autos. Betroffen sind drei Modelle.
Opel-Fahrzeuge

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Foto: Martin Schutt/ picture alliance/dpa

Opel gerät im Abgasskandal zunehmend unter Druck. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) will für den Autobauer einen Rückruf von rund 100.000 Dieselfahrzeugen anordnen. Nach Auffinden einer Abschalteinrichtung der Abgasreinigung, die das KBA als unzulässig eingestuft habe, stehe der amtliche Rückruf "kurz bevor", teilte das Bundesverkehrsministerium am Montag in Berlin mit.

Es äußerte sich, nachdem Durchsuchungen an den Opel-Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern bekannt geworden waren. Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft sollen "Dieselfahrzeuge mit manipulierter Abgassoftware in den Verkehr gebracht worden sein". Die Ermittler hegen einen Anfangsverdacht des Betruges.

Verkehrsministerium: Opel hat Softwareupdates "verschleppt"

Das KBA hat laut Verkehrsministerium schon Ende 2015 bei Opel Abschalteinrichtungen gefunden, bei denen es von Anfang an der Zulässigkeit gezweifelt habe, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Das KBA habe für die vier damals bekannten Abschalteinrichtungen Anfang 2016 eine sogenannte freiwillige Servicemaßnahme mit Softwareupdates angeordnet.

"Die Durchführung dieser Servicemaßnahme wurde von Opel lange verschleppt", sagte der Sprecher. Deshalb seien bisher nur etwa 70 Prozent der geforderten Softwareupdates bei den betroffenen Modellen Cascada, Insignia und Zafira durchgeführt worden.

Steuerprogramm regelt Stickoxidreinigung herunter

In den Autos arbeitet ein Steuerprogramm, das die zusätzliche Stickoxidreinigung der Abgase etwa bei hohen Drehzahlen und in einem breiten Bereich von Außentemperaturen herunterregelt. Opel hat die Technik stets verteidigt, weil sie notwendig für den Schutz von Motorbauteilen sei und den Vorschriften entsprochen habe. Es sei nicht darum gegangen, Prüftechnik auszutricksen.

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"Nach Auffinden einer fünften Abschalteinrichtung Anfang 2018, welche das KBA als unzulässig eingestuft hat, läuft eine amtliche Anhörung mit dem Ziel, die nun in den Medien zitierten Modelle Cascada, Insignia und Zafira mit einem verpflichtenden Rückruf zu versehen", hieß es vom Verkehrsministerium. Auch diese Anhörung werde durch Opel mit immer neuen technischen Argumenten zeitlich verschleppt.

Das KBA habe die Staatsanwaltschaft Frankfurt im April 2018 über Anhaltspunkte des Vorliegens unzulässiger Abschalteinrichtungen bei Fahrzeugen von Opel informiert. Am Montag hatten Ermittler Geschäftsräume des im vergangenen Jahr vom französischen PSA-Konzern übernommenen Unternehmens in Rüsselsheim und Kaiserslautern durchsucht. Zuvor hatte es schon ähnliche Razzien unter anderem bei Marken des VW-Konzerns, Daimler und bei BMW gegeben.

Im Video: Abgastricks beim Porsche Cayenne Diesel? (SPIEGEL TV von 2017)

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nis/dpa/afp

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