Einnahmen von Rasern Diese zehn Städte sind »Blitzermillionäre«

Radarkontrollen können sich für Kommunen lohnen: Gleich zehn deutsche Städte haben mit ihren Blitzern 2020 mehr als eine Million Euro kassiert. Zu den Spitzenreitern zählen längst nicht nur die großen Metropolen.
Radarkontrolle in Nürnberg

Radarkontrolle in Nürnberg

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Wer rast, hilft unfreiwillig dabei, die Haushalte deutscher Städte aufzubessern: Die Kommunen kassieren Bußgelder durch aufgestellte Blitzer. Nun hat die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) in einer Umfrage unter deutschen Großstädten die zehn »Blitzermillionäre« des vergangenen Jahres ermittelt.

Demnach haben 2020 mindestens zehn deutsche Städte mehr als eine Million Euro durch Blitzerbußgelder eingenommen. Spitzenreiter sei Hamburg mit 17,1 Millionen Euro – dort gebe es auch die meisten Messgeräte, nämlich 64, teilte der DAV mit. Weitere »Blitzermillionäre« seien Göttingen, Aachen, Dortmund, Mannheim, Karlsruhe, Tübingen, Nürnberg, Dresden und Zwickau.

Ein lohnendes Geschäft

Geblitzt werde überwiegend zur Vermeidung von Geschwindigkeitsüberschreitungen an häufigen Unfallorten, teilte die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht mit. Deutlich weniger Blitzer würden eingesetzt, um Rotlichtverstöße zu verhindern. Für die Kommunen ist es ein lohnendes Geschäft: Fast alle teilnehmenden Städte gaben an, weitaus mehr durch Blitzer eingenommen zu haben, als ihre Aufstellung und Wartung gekostet habe.

Die DAV-Arbeitsgemeinschaft hatte die 150 größten deutschen Städte nach der Zahl der aufgestellten Blitzer, der Höhe der Einnahmen und ihrem Verwendungszweck gefragt. Nur 46 Städte antworteten, 18 gaben ihre Daten nicht zur Veröffentlichung frei.

Nicht geantwortet haben den Angaben zufolge zum Beispiel Köln und Leipzig. Die Haushaltspläne zeigten jedoch, dass auch hier die Blitzereinnahmen eine wichtige Rolle spielten, hieß es. So zeige der Kölner Haushaltsentwurf für 2022, dass Bußgelder für zu schnelles Fahren und Rotlichtverstöße 2019 schon 17,6 Millionen Euro eingebracht hätten. In Leipzig wurden durch die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs demnach 11,6 Millionen Euro eingenommen.

mrc/dpa
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