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Günstige Oldtimer: Subaru Legacy

Foto: Subaru-Freunde-Deutschland

Günstige Oldtimer - Subaru Legacy Dieser Kombi ist ein SUV-Schreck

Wenig Geld, aber trotzdem Lust auf einen Oldtimer? Kein Problem - es gibt sie nämlich, die Schnäppchenschlitten. Diesmal: der Subaru Legacy, die Offroad-Geheimwaffe.
Günstige Oldtimer

Sie haben richtig Lust auf einen Oldtimer, trauen sich aber nicht, einen zu kaufen, weil Altautos in vielen Medien nur noch als Wertanlage thematisiert werden? Keine Angst, man muss nicht erfolgreich an der Börse spekuliert haben, um schönes Blech zu fahren.

Klar, für Großvaters abgelegte Karren von Mercedes oder BMW sind inzwischen stolze Summen fällig, und für die meisten alten Porsches werden heute Mondpreise gezahlt. Aber zwischen all den teuren Strahlemännern, die in der Regel kaum noch bewegt werden, gibt es sie noch: die Mauerblümchen, die Exoten, die kaum jemand auf dem Schirm hat - und die entsprechend wenig kosten. Und das nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt. Autos, bei denen die Ersatzteilversorgung kein Problem ist und für einen Auspuff nicht ein ganzes Monatsgehalt einkalkuliert werden muss.

Wir haben sie zusammengetragen und stellen sie in einer Serie in regelmäßigen Abständen vor.

Allgemeines zum Modell

Mit dem Legacy brachte Subaru 1989 sein erstes Modell der oberen Mittelklasse auf den Markt. Fans der japanischen Marke sprechen heute vom "ersten großen Subaru". Die Limousine fand damals eher wenig Käufer, die meisten Kunden entschieden sich für den Kombi, ein absolutes Raumwunder. Offiziell gab Subaru dessen Stauvolumen wie bei der Limousine mit 500 Litern an. Tatsächlich erstreckt sich die Ladefläche bei umgeklappter Rücksitzbank auf zwei Meter Länge. "Darauf können zwei Erwachsene bequem nebeneinander schlafen", sagt Sven Meßner, Vorsitzender des Subaru Freunde Deutschland e.V.

Serienmäßig liefen alle Fahrzeuge mit permanentem Allradantrieb vom Band, während andere Marken dafür damals teils saftige Aufpreise verlangten. Doch das war nicht alles: Dazu kamen beim Legacy ein Untersetzungsgetriebe sowie bei den Kombis eine luftgefederte Niveauregulierung, die Bodenfreiheit lässt sich per Knopfdruck um vier Zentimeter erhöhen.

Die Zielgruppe bei diesem Offroad-Japaner war klar definiert: Förster, Landwirte oder Pferdebesitzer gehörten zu den treuesten Kunden, nicht zuletzt, weil der Legacy mit bis zu zwei Tonnen Anhängelast schwere Trailer an den Haken nehmen konnte. Ein Sondermodell mit dem etwas schrulligen Namen Hubertus richtete sich speziell an Jäger, zur Ausstattung gehörten ein Hunde-Trennnetz und eine Schalenmatte im Laderaum sowie ein Frontschutzbügel, auch Bullenfänger genannt. Im süddeutschen Raum war der Kombi in den Neunzigerjahren zudem häufig als Notarzteinsatzfahrzeug unterwegs.

Unter die Haube kamen beim Legacy ausschließlich Boxerbenziner, die wegen ihrer gegenläufigen Kolben sehr vibrationsarm sind. Subaru setzte bei den Triebwerken auf Vierventil-Technik (damals längst kein Standard), schon der Basis-1,8er kommt deswegen auf 103 PS. Empfehlenswerter ist wegen des recht hohen Fahrzeuggewichts von 1,4 Tonnen aber der 2,2 Liter 16V mit 136 PS.

Für den raren Turbo bezahlen Liebhaber heute 10.000 Euro und mehr.

Für den raren Turbo bezahlen Liebhaber heute 10.000 Euro und mehr.

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Einstiegsmodell beim Kombi ist die Variante Station. Das hemdsärmelige Modell bot Kurbelfenster, andererseits aber schon Scheinwerferreinigungsanlage und thermoisoliertes Glasschiebedach. Besser ausgerüstet wurde die Version Super Station, etwa mit elektrischen Fensterhebern. Beim Turbo und bei Sondermodellen wie Emotion oder Gala war eine Klimaanlage serienmäßig an Bord.

Den Knüller reichte Subaru dann 1991 mit dem Legacy Turbo mit charakteristischer Lufthutze auf der Motorhaube und 200 PS darunter nach. Mit 245 km/h Spitze durfte sich der Legacy damals schnellster Serien-Kombi der Welt nennen. "Einige Kunden von BMW und Mercedes konnte Subaru damit abwerben", sagt Klubpräsident Meßner. Das bizarre Prestigeobjekt Legacy Turbo hatte mit einem Kostenpunkt von mehr als 55.000 Mark allerdings seinen Preis.

Für Subaru wurde der Legacy zum Erfolgsmodell. Heute gilt er als meistverkaufter Allrad-Pkw der Welt und wird bereits in der siebten Modellgeneration verkauft.

Warum ausgerechnet der?

Wem ein alter Mercedes als Klassiker zu fad ist, kann Alfa Romeo oder Jaguar fahren. "Dann muss man aber leiden, weil die Kiste ohne ständiges Herumschrauben nicht funktioniert", sagt Sven Meßner vom Subaru-Klub. Die ideale Alternative sei der Legacy: "Mit ihm kann man einen automobilen Exoten fahren, ist aber technisch auf der sicheren Seite." Den Zahnriemen können selbst Hobbyschrauber wechseln, Nebenaggregate wie Wasserpumpe oder Lichtmaschine sind quasi unkapputtbar.

Herausragend ist beim Legacy der Fahrkomfort. Die Boxermotoren sind wunderbar laufruhig und dadurch langlebig, dazu kommt der symmetrische Allradantrieb. Dank seiner kompakten Bauweise ist der Boxer so eingebaut, dass sich zusammen mit dem in einer Linie angeordneten Getriebe, Achsantrieb und Differenzial eine Topgewichtsverteilung ergibt. Das Fahrverhalten ist so ausbalanciert, dass der Legacy sogar zum Kurvenräuber wird. Das gilt erst Recht für den schnellen, nur leider seltenen Turbo.

Der Innenraum ist für damalige Verhältnisse gediegen. Der Legacy ist hier so etwas wie der Mercedes oder Volvo unter den Japanern. Statt der sonst üblichen Plastikwüste sind Türtafeln und Armaturenbrett unterschäumt. Die Bedienung ist übersichtlich und verzichtet auf unzählige Knöpfe. Auch die Instrumente sind ohne Bling-Bling und eher sachlich-nüchtern gefasst.

Die Sitze beschreiben Legacy-Fahrer als sehr bequem und langstreckentauglich, das Polstermaterial als nahezu unverwüstlich - es sei denn, der Jagdhund verbeißt sich darin. Das Raumangebot ist üppig. Auch wenn vorne Leute mit langen Beinen sitzen, wird es hinten nicht eng oder unbequem.

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Verfügbarkeit

Subaru Legacy der ersten Generation sind selten geworden, aber man findet sie - oft sind es Kombis mit Schaltgetriebe. Turbos sind sehr rar. Generell empfiehlt sich Interessenten ein Blick in die Schweiz. Im Nachbarland wurde das Subaru-Händlernetz bereits in den Siebzigerjahren ausgebaut, entsprechend größer ist das Fahrzeugangebot.

Ersatzteilversorgung

Gängige Verschleißteile wie Auspuff, Bremslager oder eine neue Kupplung hat Subaru für den Legacy I parat. Bei Rücklichtern, Scheinwerfern oder Stoßstangen wird es eng, praktisch gar nicht mehr lieferbar sind Interieurteile wie Kopfstützen oder eine Laderaum-Abdeckung. Aushelfen kann der Subaru Freunde Deutschland e.V. Der Klub hat aus geschlachteten Fahrzeugen ein prall gefülltes Ersatzteillager aufgebaut.

Ersatzteilpreise (beispielhaft)

  • Satz Bremsscheiben vorne: circa 70 Euro

  • Zahnriemen-Tausch: Materialpreis circa 180 Euro

  • Tür: gebraucht circa 80 Euro

  • Endschalldämpfer: original 400 Euro, im Zubehör ab 40 Euro

Schwachstellen

Wie bei den meisten Autos jener Zeit ist Korrosion das Hauptproblem des Legacy. Vor allem die Endspitzen an den hinteren Radläufen neigen zu unerfreulicher Blüte, unbehandelt breitet sich die braune Pest aus. Die zweite neuralgische Stelle ist bei Subaru modellübergreifend, man checkt sie mit dem "Todesgriff" hinten im Radhaus Richtung Federbeindom. Wenn das Blech hier bröselt, müssen Dom und Längsträger aufwendig ausgetauscht werden. Bei Fahrzeugen mit viel Offroad-Betrieb können auch die Hilfsrahmen durchrosten. Die Motoren sind langlebig, wenn man sie pflegt. Altes oder zu wenig Öl mögen die Boxer gar nicht und sie verlangen behutsames Warmfahren. Elektronikprobleme, etwa marode Steuergeräte, kommen praktisch nicht vor.

Preis

Schon ab etwa 1500 Euro kann man fahrbereite Exemplare finden, manchmal sogar mit gültiger HU-Plakette. Gepflegte Autos liegen bei rund 4000 Euro. Legacy Turbo aus Liebhaberhand wechseln auch mal für 10.000 Euro und mehr den Besitzer.

Anlaufstellen im Internet

www.subaru-freunde-deutschland.de/ 

www.subaru.de/ 

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Lancia