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Volvo extrem: Schwarz, breit, schnell

Foto: Matthias Larsson

Volvo extrem Ballermann aus Bullerbü

Hierzulande gilt Volvo als solide Marke, die etwas klobige Autos verkauft. Auf der Coolness-Skala gibt's allenfalls vier von zehn Punkten. In Schweden ist das anders. Dort fahren die jungen Wilden getunte Volvo-Klassiker. Ein ganz besonders böses Exemplar hat Jacob Almqvist auf die Räder gestellt.

Mattschwarz, keine Frage, mattschwarz ist die angemessene Farbe für das Auto. Die Lackierung ist das Einzige am Fahrzeug, das Jacob Almqvist nicht selbst erledigt hat. "Alles andere", sagt der 28jährige aus Vetlanda in Südschweden, "ist Handarbeit und stammt von mir." 2500 Arbeitsstunden stecken in dem Wagen, der auf Custom-Car-Treffen in Skandinavien etliche Preise abräumte, unter anderem den Titel "Denmarks coolest Car"; derzeit steht er im Museum der schwedischen Autozeitschrift "Bilsports" in Karlskrona.

In Bewegung ist er jedoch noch beeindruckender: Von 0 auf 100 geht der schwarze Volvo in vier Sekunden; über den klassischen Dragstrip von 402 Metern Länge schießt der Wagen in 11,9 Sekunden. Bei 1,5 bar Ladedruck aus dem Turbo entwickelt der 2,6-Liter-Fünfzylindermotor 514 PS Leistung. Wenn die Kupplung kommt, jagt das nur 1250 Kilogramm schwere Auto davon wie eine Rakete. Nur mal so zum Vergleich: Der neue Porsche 911 S wiegt rund 1400 Kilogramm und entwickelt 400 PS.

Ursprünglich war der tiefer gelegte Renner mal ein braver Volvo 244 DL des Baujahres 1978 mit bordeaux-rotem Lack und einer 106-PS-Maschine. Ein viertüriges Familienauto im Bullerbü-Look: geradlinig, freundlich, sympathisch. Mit so einem Wagen fuhr man mit der ganzen Familie zum Krebsessen; Almqvist hingegen kreuzt jetzt mit dem Schlitten auf der Renn- und Dragrace-Strecken auf, etwa im schwedischen Mantorp, wo er in der Volvo-Klasse die Konkurrenz in Grund und Boden fuhr.

Plexiglasfenster im Fahrzeugboden

Verändert wurde während der dreijährigen Umbauarbeiten am Original-Volvo fast alles. Die Karosserie wurde verlängert, die Regenrinnen am Dach abgetrennt, der Innenraum entkernt und mit zwei Rennsitzen, Überrollkäfig und Riffelblech-Fußboden möbliert. Im Fond wiederum hat man durch den neu verlegten Plexiglas-Boden nun freie Sicht auf die Antriebswelle, das Hinterachsdifferential, die Auspuffanlage und den Asphalt. Der Tank und die Batterie wanderten in den Kofferraum.

Unter der vorderen Haube haust ein Fünfzylinder-Turbomotor aus einem Volvo 850 T5R, ursprünglich ein 2,3-Liter-Aggregat mit 226 PS. Almqvist bohrte die Maschine auf und ließ auch sonst kaum etwas beim Alten, um die maximale Leistung aus dem Block zu kitzeln. So wurde der schwarze Volvo zu einer Art Best-of-Auto: Der Ladeluftkühler stammt aus einem Setra-Bus, die Bremsen von der Corvette, die hydraulische Handbremse aus einer Honda CBR 900, das Getriebe aus einem BMW 330d, und die vorderen Blinklichter trug ursprünglich ein VW Golf III.

Almqvist, der derzeit als Mechaniker in einer Mercedes-Werkstatt in Norwegen arbeitet, plant bereits den nächsten Auto-Coup. "Es wird was noch Extremeres", sagt er. Was genau, will er nicht verraten. "Es geht in Richtung 68er Chevrolet Camaro oder 67er Chevrolet Nova - alles andere ist noch geheim."

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