Geschenke für Fahrradfans Verkehrswende unterm Weihnachtsbaum

Wunschfahrräder sind vor dem Fest schwer erhältlich, Lieferkrise und Chipkrise treffen die Branche weiter schwer. Praktische und originelle Gaben finden sich aber im Zubehörhandel. Hier ein paar Tipps.
Foto: Patmos / Jan Thorbecke Verlag / Collage: Daniela Donadei

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Ein Fahrrad neben dem Weihnachtsbaum? Das könnte in diesem Jahr schwierig werden.

Zum einen klettern die Preise – für viele Menschen sind Räder zu teuer als Geschenk. Und dann ist da die Sache mit den Lieferketten: Gegenüber dem Sommer sei die Situation im Handel unverändert, sagt Burkhard Stork, Geschäftsführer der Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV). »Es gibt Fahrräder auf dem Markt«, doch wenn man als Kunde genaue Vorstellungen von seinem Modell habe, sei es »nach wie vor schwierig«, an passende Ware zu kommen. Irgendein Modell zum Fest – so lieblos schenken will doch niemand.

Auch die Halbleiter- und Chipkrise hat die Fahrradindustrie erfasst. »Ja, das merken wir deutlich«, bestätigt Stork. »Chips finden Sie zum Beispiel in der Steuerung von E-Bike-Akkus und -antrieben, aber auch in der Steuerung von hochwertiger Fahrradbeleuchtung.« Hersteller müssten ihre Produktion bereits einschränken.

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Wer an Weihnachten 2021 nicht mit leeren Händen dastehen möchte, hat dennoch gute Möglichkeiten, fahrradfahrende Menschen zu beglücken: Denn es boomt auch der von Problemen weniger betroffene Zubehörhandel. Fahrradkörbchen, Helme, Mützen – vor allem die Nachfrage nach klassischen Dingen für das Alltagsfahren sei auf Rekordniveau, so ZIV-Chef Stork.

Um zumindest in Sachen Chipkrise auf Nummer sicher zu gehen, sind auch diese Geschenktipps fast vollständig analog. Und nach übereinstimmenden Herstellerangaben sogar auf Lager und damit vor Weihnachten verfügbar.

Kalender sind Klassiker unter den Weihnachtsgeschenken – Fahrradkalender aber eher Exoten. Ebenso exotisch, zumindest aber historisch vergraben wirken die Geschichten, die die Blätter des »Thorbeckes Fahrrad-Kalender 2022« bereithalten.

Anhand von frühen Werbeplakaten, Zeitungsartikeln und technischen Zeichnungen erzählen sie aus Zeiten, als Opel der größte Fahrradhersteller der Welt war oder die brandenburgische Firma Brennabor weit über hundert Jahre vor der heutigen Mode ein Lastenrad vorstellte. Eine wochenweise präsentierte Zeitreise durch die Geschichte des Fahrrads.

Kleiner Sozius gesucht: Warum immer nur zur Kita kutschiert werden? Mit diesem Kindersitz können Kinder mit Mama oder Papa auf den Trail, statt immer nur davon erzählt zu bekommen oder, wie bei einem hinten montierten Kindersitz, nur einen großen Rücken vor der Nase zu haben. Der Kids Ride Shotgun wird zwischen Lenker und Sattel montiert, besitzt Fußschlaufen und optionale Haltegriffe auf dem Lenker und ist auch für Fullys geeignet. Empfohlenes Alter der kleinen Mitfahrenden: zwei bis fünf Jahre. Bedenkenträgern teilt die von mountainbikenden Eltern betriebene Herstellerfirma mit: »Die Geschwindigkeit und fahrtechnische Schwierigkeit sollte selbstverständlich einhergehen mit einem gesunden Sicherheits- und Risikoverständnis.« Kostenpunkt: 155 bis 220 Euro je nach Version (Kidsrideshotgun.de ).

Foto: kidsrideshotgun

Kennen Sie Pogies? Das sind Fahrradlenkerhandschuhe, auch Lenkerstulpen werden sie genannt. Nachteil: Sie sehen gewöhnungsbedürftig aus. Vorteil: Sie halten warm wie dicke Handschuhe, doch man umgreift den Lenker mit den bloßen Händen. Die Finger bleiben frei, Bremse und Schaltung lassen sich weiter gut bedienen.

Die deutsche Marke Bike Pogies bietet auch Kinderausführungen an. Pogies gibt es für gerade Lenker und mittlerweile auch für Renn- und Gravellenker, siehe das abgebildete Modell Draugenklaw Dropbar, für das Hersteller 45North aus Minnesota einen Einsatzbereich von minus neun bis plus zwei Grad Celsius empfiehlt. Sie können auch mit zusätzlichen Handschuhen genutzt werden und kosten 99,99 Euro (45nrth.com ).

Ausfalten und aufladen: Fahrradanhänger sind sperrig, nicht so der Pullit, wie sein Hersteller verspricht. Das 4,6-Kilo-Teil lässt sich zusammenlegen und kann an einer Halterung mitfahren, die am Sattelrohr befestigt wird. Soll der Faltanhänger Lasten transportieren, wird er auseinandergeklappt und bietet dann eine Ladefläche von 47 mal 42 Zentimetern, die für bis zu 30 Kilo ausgelegt ist. Am Zugfahrrad fixiert wird der Pullit über eine mitgelieferte Kupplung für die Hinterradnabe.

Foto: Pullit

Eignen soll sich der Hänger, der auf einer Idee von Produktdesign-Studenten an der Technischen Hochschule Budapest basiert, für fast alle Fahrräder und Pedelecs. Nur sollte man darauf achten, dass das Gespann das zulässige Gesamtgewicht des Fahrrads nicht übersteigt. Der Pullit kostet samt Kupplung und Transporthalterung 463 Euro (Pullit.eu) .

Neopren rettet Reichweite: Aufmerksame Pedelec-Fahrer werden es schon einmal bemerkt haben: Im Winter hält der Akku kürzer durch als bei sommerlichen Temperaturen. Der Grund: Bei Kälte benötigt er mehr der eigenen Energie, um seine Betriebstemperatur zu halten, die Reichweite leidet. Packt man die Batterie in speziellen Akkuhüllen warm ein, steuert man diesem Effekt entgegen.

Auch bei E-Autos werden Akkus vor Kälte geschützt, etwa mit Batterieheizungen oder Wärmepumpen. Beim E-Bike genügt ein Neopren-Cover, wie es etwa die Firma Fahrer Berlin für Stromspeicher von Bosch, Shimano, Yamaha und weiteren Herstellern ab 26,90 Euro anbietet (Fahrer-berlin.de ).

Ins Eis beißen: Bei Autos sind Winterreifen je nach Witterung Pflicht, bei Fahrrädern nahezu unbekannt. Doch es gibt sie, sogar in einer Ausführung, die bei Kfz in Deutschland verboten ist: mit Spikes. Bei Eis und festgefahrenem Schnee sorgen die Metall-Pins für guten Grip und unterbinden Rutschpartien. Auf trockener Fahrbahn sind Rollwiderstand und Verschleiß aber spürbar höher.

Der deutsche Hersteller Schwalbe verspricht für sein Modell Marathon Winter Plus mit Lamellenprofil und 240 Spikes selbst in Kurven auf eisglatter Straße »volle Kontrolle«. Dafür kostet der auch für Pedelecs geeignete, 1265 Gramm schwere Winterschlappen auch so viel wie ein günstiges Pendant für Autos: 62,90 Euro (Schwalbe.com ).

Sieht aus wie eine Bademütze, ist aber keine: Unterziehmützen sind vor allem für die wackeren Fahrradfahrer praktisch, die auch im Winter nicht vom Sattel zu bekommen sind. Sie lösen ein Problem: Denn sie passen anders als Bommel- oder dicke Wollmützen unter den Fahrradhelm.

Das abgebildete Modell von Vaude ist winddicht, auf der Innenseite sorgt eine hauchdünne Fleeceschicht dafür, dass weniger Wärme verloren geht. Die überwiegend aus recycelten Materialien hergestellte Windproof Cap III schützt auch Ohren und Nacken vor Fahrtwind. Sie kostet 25 Euro (Vaude.com ).

Nicht nur ab-, sondern auch anschließen! Radlern, die schon mal einen Diebstahl mit der Versicherung klären mussten, ist dieser Unterschied nur allzu bekannt. Wer ein teures Fahrrad besitzt und es in der Garage zusätzlich sichern möchte, oder gar ein schweres E-Lastenrad, das sich nicht ohne Weiteres in den Hinterhof schieben lässt, weil eine Treppe oder ein hoher Absatz im Weg ist, könnte sich daher über diese Sicherheitslösung freuen.

Foto: Jacob Gibbins / Hiplok

Der aus gehärtetem Stahl gefertigte Ankr lässt sich an Wänden und Böden befestigen. Sobald ein Bügel- oder Kettenschloss durch die Halterung geführt ist, ist auch die Verschraubung gesichert. Kostenpunkt: 20 bis 80 Euro je nach Größe (Hiplok.com ).

Schon wieder ist der Akku leer, ein Phänomen unserer Zeit – das auch Radler treffen kann, wenn sie portable Beleuchtung am Lenker haben oder mit einer Smartphone-App navigieren. Dazu, die Laufzeit der Geräte zu strecken, können Zusatzakkus dienen – wie sie etwa der deutsche Hersteller Lupine für den Fahrradrahmen anbietet. Gedacht sind sie in erster Linie für die herstellereigenen Fahrradlampen.

Foto: Lupine

Doch über einen optionalen Adapter lassen sich USB-Geräte aufpäppeln. Die Li-Ionen-Akkus liefern je nach Ausführung zwischen 25 und 99 Wattstunden, sind laut Hersteller wasserdicht und schlagfest. Eine Abschaltelektronik schützt bei fehlerhaften Strömen. Unser einziger Geschenktipp mit elektronischem Innenleben kostet zwischen 98 und 249 Euro (Lupine.de ).

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