Fahrradschlösser im Test Viel Sicherheit für 30 Euro

Für ein Schloss zahlen Radfahrer mitunter mehr als 100 Euro. Doch auch ein deutlich billigeres Modell schnitt bei der Stiftung Warentest mit »gut« ab. Die Organisation verriet auch, wie man das Rad am besten sichert.
Gut investiert: Ein sicheres Fahrradschloss hilft, Diebstähle zu verhindern – meistens

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Foto: Reinhard Krull / EyeEm / Getty Images

Viel Licht, aber auch Schatten: Das könnte als Fazit stehen unter dem aktuellen Test  von 20 Fahrradschlössern der Stiftung Warentest (Heft 5/2021). Die Hälfte schneidet »gut« ab. Doch mehr als ein Viertel fällt als »mangelhaft« durch. Aber nur eines davon, weil es sich viel zu leicht knacken lässt.

In den anderen fünf Modellen im Preis von 30 bis 139 Euro fanden sich Stoffe, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein oder der Fruchtbarkeit schaden zu können. Das betrifft auch besonders aufbruchsichere Kandidaten.

Zwei der belasteten Modelle hätten sonst Testsieger mit »sehr gut« werden können. So erhält kein Schloss eine bessere Bewertung als »gut«. Die Stiftung prüfte insgesamt 20 verschiedene Modelle von 30 bis 160 Euro. Darunter waren fünf Bügel-, vier Falt- und sechs Kettenschlösser. Dazu noch drei fest installierte Rahmenschlösser mit einer zusätzlichen Kette sowie zwei Schlösser mit Textilmantel.

Gute Sicherheit schon ab 30 Euro

Das Faltschloss »Kryptonite Kryptolok 685 Folding Lock« mit einem Preis von 50 Euro liegt gemeinsam mit drei Kettenschlössern auf dem ersten Platz: Es bekommt wie ebenso das »Axa Newton Promoto+ 4 100/10,5« (64 Euro), das »Kryptonite New York Chain 1210« (80 Euro) und das »Decathlon B'Twin 900 Chain L« das Urteil »gut« (Note 1,9). Letzteres darf sich mit 30 Euro zudem als Preis-Leistungs-Sieger feiern lassen.

Bei den Bügelschlössern schneidet auch das »Abus Granit Plus 640/135HB1 50« – Kostenpunkt: 85 Euro – »gut« (2,0) ab. Bei den Faltschlössern bekommt das »Trelock FS 480 Cops« (95 Euro) ebenfalls dieses Urteil (2,5).

Neben den genannten Kettenschlössern zeigen sich noch das »Abus Ivy Chain 9210/110« für 120 Euro und das »Trelock BC 680« für 63 Euro als »gut« (2,0 und 2,1). Als eins von zwei Textilmantelschlössern im Test schneidet das »Litelok Gold Wearable Größe L« für 160 Euro »gut« (2,4) ab. Das »Trelock RS 453 Protect-O-Connect« ist ein Rahmenschloss für 74 Euro und wird ebenfalls mit »gut« (2,0) bewertet. Neben den insgesamt sechs Modellen mit »mangelhaft« sind noch vier Schlösser »befriedigend«.

Schadstoffe als Problem

Den erwähnten Schadstoffen können Radler auch länger ausgesetzt sein als nur beim auf- und abschließen. So werbe ein Anbieter etwa damit, dass man das fast 2,4 Kilogramm schwere Schloss während der Fahrt um die Hüfte binden könne, erläutern die Tester.

»Wir haben die betroffenen Anbieter um Stellungnahme gebeten. Manche zweifeln unsere Ergebnisse an, andere kontaktierten ihre Lieferanten«, schreibt die Zeitschrift in Bezug auf die Reaktionen der mit dem Test konfrontierten Anbieter. In Teilen hätten eigene Tests die Ergebnisse nicht wiederholen können, andere Hersteller sprächen von »einzelnen Ausreißern«. Nur einer bot den Austausch an.

Am besten sichern Radler ihr Gefährt übrigens, indem sie es möglichst hoch an festen, stabilen Gegenständen wie Pfählen oder Stangen anschließen. Dazu nimmt man am besten zwei Schlösser und sichert damit den Rahmen zusammen mit dem Vorder- oder Hinterrad. Wer Modelle verschiedener Hersteller nutzt, macht es spezialisierten Langfingern etwas schwerer.

ene/dpa