Aus für Kleinwagen Ford beendet die Fiesta-Ära

Seit den Siebzigerjahren prägte der Ford Fiesta das Kleinwagensegment. Im kommenden Jahr soll die Produktion auslaufen. Der Hersteller will schnell auf Elektroautos umstellen, die allerdings deutlich größer ausfallen.
Einstiegsmodell: Ford Fiesta im Jahr 1976

Einstiegsmodell: Ford Fiesta im Jahr 1976

Foto: Motor / Motorsport Images / IMAGO

»Es war kein großes Auto, kein extravagantes Auto, aber ein Auto für jedermann.« Mit diesen Worten läutet Ford den Abschied von einem seiner meistverkauften Automodelle ein. Am Mittwoch veröffentlichte der Konzern ein Video, um das Ende des seit 1976 gebauten Kleinwagens Fiesta zu verkünden. »Danke für die unvergessliche gemeinsame Zeit«, schreibt der Konzern dazu.

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Bis Ende 2023 werde die Produktion des Ford Fiesta in Köln beendet, teilte das Unternehmen auf Twitter mit. Damit zieht es das Aus des Kleinwagens vor – denn nach bisherigem Stand sollte er noch bis 2024 gebaut werden. Grund dafür ist die beschleunigte Wende zu Elektroautos, wie Ford schreibt: Bis spätestens 2030 sollen alle neuen Autos des Herstellers in Europa vollelektrisch sein. Drei »aufregende« Pkw-Modelle würden bis 2024 eingeführt. Im Kölner Werk wird derzeit das »Cologne Electrification Center« aufgebaut.

Für den schnelleren Hochlauf dort solle der Fiesta vorzeitig Platz machen und damit die Produktion von Verbrennungsmotoren am Standort beenden, hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet. Laut »auto motor und sport«  soll dem Fiesta ein »mittelgroßer sportlicher Crossover« namens CX43 folgen. Als weiteres Modell sei ebenfalls ein Crossover-SUV geplant, beide entstehen demnach mithilfe des von Volkswagen lizenzierten Elektroauto-Baukastens MEB und entsprechen den VW-Modellen ID.3 sowie ID.4. Als drittes Elektromodell solle eine elektrische Variante des Ford Puma aus Rumänien kommen, ebenfalls ein Crossover-SUV.

Im Klartext: Schluss mit Kleinwagen. Zuvor war über einen elektrischen Fiesta spekuliert worden, doch die Volkswagen-Plattform ist bislang nicht für Kleinwagen ausgerüstet. Insgesamt lassen kompaktere Elektroautos der nächsten Generation auf sich warten.

Schon im Frühjahr sollen laut dem Bericht die im spanischen Valencia gefertigten Vans Galaxy und S-Max aus dem Programm fliegen. Bestellte Autos würden aber noch ausgeliefert.

Wie die BBC  schreibt, wurden in den vergangenen 46 Jahren weltweit über 20 Millionen Exemplare des Modells gebaut. Seinen Anfang machte der Wagen im Zuge der Ölkrise der Siebzigerjahre, um Sprit zu sparen. Besonders in Großbritannien führte der Fiesta jahrelang die Verkaufslisten aller Automodelle an, rutschte zuletzt im Zuge des Trends zu SUV  aber auf den sechsten Rang ab. In Deutschland tauchte er nicht einmal mehr in den Top 50 auf.

ani/ahh
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