Gebrauchte Plug-in-Hybride Doppelter Antrieb, halber Ärger?

Plug-in-Hybride versprechen das Beste zweier Welten: Sie verbinden elektrisches Fahren in der Stadt mit der Langstreckentauglichkeit eines Verbrenners. Der TÜV Süd hat nun geprüft, ob sich ein Gebrauchtkauf lohnt.
Plug-in-Hybride können mit einem niedrigen Spritverbrauch punkten, sofern man sie regelmäßig auflädt. Laut TÜV Süd können sie auch als Gebrauchtwagen überzeugen

Plug-in-Hybride können mit einem niedrigen Spritverbrauch punkten, sofern man sie regelmäßig auflädt. Laut TÜV Süd können sie auch als Gebrauchtwagen überzeugen

Foto: Rachel Annie Bell/ Cavan Images/ imago images

Unter der Woche elektrisch in die Arbeit pendeln und dort den Akku laden, am Wochenende ohne Ladestopp ans Meer oder in die Berge fahren. Mit einem Plug-in-Hybrid ist das kein Problem, denn die Fahrzeuge haben einen Verbrenner, einen Elektromotor sowie vergleichsweise große, von außen aufladbare Batterien.

Dadurch haben sie einige Vorteile, auch im Vergleich zu klassischen Hybriden, bei denen Elektromotor und Verbrenner stets zusammenarbeiten: "Mehr E-Power, höhere Flexibilität und ein Umwelt-Plus für die Möglichkeit, in der Stadt komplett emissionsfrei und leise unterwegs zu sein", zählt Volker Blandow vom TÜV Süd auf.

Alternde Akkus kein Problem

Deshalb werden die Fahrzeuge auch staatlich gefördert und sind beliebte Dienstwagen, ihr tatsächlicher CO2-Ausstoß ist jedoch umstritten. Denn er hängt davon ab, wie oft die Fahrzeuge geladen werden, beziehungsweise, ob das überhaupt geschieht. Gleichzeitig ist ihr Antriebsstrang durch Akku, E-Maschine und Verbrenner vergleichsweise schwer und kompliziert. Lohnt sich also der Kauf eines gebrauchten Plug-ins?

Vor allem früh alternde Akkus wären hier ein teures Risiko, dafür gibt es nun Entwarnung. "Wir können Antriebsbatterien inzwischen eine sehr hohe Lebensdauer attestieren, häufig hält die Batterie länger als das Fahrzeug selbst", sagt Volker Blandow vom TÜV Süd.

Frühere Ängste vor schneller Alterung der Batterie hätten sich demnach im Laufe der Zeit nicht bestätigt. Zudem lassen sich eine eventuelle Alterung und die Anzahl der Ladezyklen im Zweifelsfall in einer Fachwerkstatt auslesen, erläutert der Experte für E-Mobilität.

Elektromotoren verschleißen kaum

Der rein elektrische Betrieb ist zudem günstiger als das Tanken von Benzin oder Diesel - und wirkt sich bei häufiger Nutzung auch positiv auf den Rest des Wagens aus, erklärt der Experte. Denn der Verschleiß eines Elektromotors sei sehr viel geringer als bei einem Verbrenner.

Insgesamt unterscheide sich der Kauf eines Plug-in-Hybrids nicht prinzipiell von dem eines herkömmlichen Gebrauchtwagens. Den Wunschwagen fachmännisch begutachten zu lassen, ist laut TÜV auch bei diesen Fahrzeugen genauso wichtig wie der Kauf aus einer vertrauenswürdigen Quelle sowie eine Probefahrt.

ene/dpa
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