Gleichberechtigung Genf führt Verkehrsschilder für Gleichberechtigung von Frauen ein

Es gehe darum, die Entwicklung der Gesellschaft zu zeigen: In der Schweizer Stadt Genf gibt es zahlreiche neue Straßenschilder, auf denen nicht mehr nur ausschließlich Männer zu sehen sind.
Neue Straßenschilder in Genf - sie sollen der Stadt zufolge das Gefühl der Legitimität für alle im öffentlichen Raum fördern

Neue Straßenschilder in Genf - sie sollen der Stadt zufolge das Gefühl der Legitimität für alle im öffentlichen Raum fördern

Foto:

Martial Trezzini/ dpa

Die Stadt Genf will mit neuen Verkehrsschildern ein Zeichen in Sachen Gleichberechtigung setzen. Am Donnerstag stellte die Schweizer Stadt sechs Variationen für die Verkehrsschilder an einem Zebrastreifen vor. Darauf sind unter anderem Paare, Senioren und (schwangere) Frauen zu sehen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur sda handelt es sich um eine Premiere in der Schweiz.

"Die Idee der Feminisierung bestimmter Verkehrszeichen mag anekdotisch erscheinen", sagte die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno. Es sei jedoch keine Spielerei. Es gehe vielmehr darum, die Entwicklung der Gesellschaft zu zeigen.

Historisch betrachtet sei der öffentliche Raum von Männern für Männer gedacht worden, sagte Salerno. Unter dem Vorwand der Neutralität sei die Beschilderung überwältigend männlich. "Diese Omnipräsenz verstärkt die Vorstellung, dass einige Menschen, vor allem Frauen, aber auch Minderheiten, dort weniger zu Hause sind als andere."

Die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno stellt bei einer Pressekonferenz die neuen Schilder vor

Die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno stellt bei einer Pressekonferenz die neuen Schilder vor

Foto:

Martial Trezzini/ dpa

Der Austausch von Verkehrsschildern solle das Gefühl der Legitimität für alle im öffentlichen Raum fördern. Insgesamt sollen 250 Schilder mit den sechs neuen Variationen aufgehängt werden. In Genf läuft derzeit zudem ein Projekt zur Feminisierung von Straßennamen.

aar/dpa