Britische Studie Männer sind im Straßenverkehr eine deutlich größere Gefahr als Frauen

Männer sind einer britischen Studie zufolge häufiger an tödlichen Unfällen beteiligt als Frauen - auch pro gefahrenem Kilometer. Vor allem Lkw-Fahrerinnen könnten demnach für mehr Sicherheit sorgen.
Männliche Fahrer sind einer britischen Studie zufolge im Straßenverkehr eine deutlich größere Gefahr für andere als Frauen. So waren männliche Motorradfahrer an zehnmal so vielen Todesfällen durch Unfälle beteiligt wie weibliche Fahrer - auf die gefahrenen Kilometer bezogen.

Männliche Fahrer sind einer britischen Studie zufolge im Straßenverkehr eine deutlich größere Gefahr für andere als Frauen. So waren männliche Motorradfahrer an zehnmal so vielen Todesfällen durch Unfälle beteiligt wie weibliche Fahrer - auf die gefahrenen Kilometer bezogen.

Foto: David Young/ dpa

Männliche Fahrer sind britischen Forschern zufolge im Straßenverkehr eine deutlich größere Gefahr für andere als Frauen. Die Wissenschaftler hatten britische Daten zu tödlichen Unfällen aus den Jahren 2005 bis 2015 analysiert. Besonders groß war der Geschlechterunterschied bei Motorradfahrern: Männliche Fahrer waren an zehnmal so vielen Todesfällen durch Unfälle beteiligt wie weibliche Fahrer - auf die gefahrenen Kilometer bezogen.

Die Forscher hatten sich getrennt nach Geschlecht und Fahrzeugart angeschaut, wie viele Tote pro einer Milliarde Kilometer zu beklagen waren. Ein Unfalltoter wurde in der Regel dem Fahrer des anderen beteiligten Fahrzeugs zugerechnet - unabhängig von der Schuldfrage. Ein deutscher Experte hält die Ergebnisse für im Kern richtig, hat aber auch Kritikpunkte.

Geringster Unterschied bei Busfahrern

Bei Autos und Transportern war das Risiko durch Männer doppelt so hoch, wie die Forscher um Rachel Aldred von der University of Westminster in London im Fachmagazin "Injury Prevention " schreiben. Am geringsten waren die Unterschiede bei Busfahrerinnen und -fahrern. Die Forscher nutzten Verletzungsstatistiken der Polizei, Straßenverkehrsstatistiken, nationale Reiseerhebungen sowie Bevölkerungs- und Geschlechterzahlen des Amtes für nationale Statistik.

"Häufig hat die Fachliteratur die relativ hohe Unfallbeteiligung von Männern mit geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Risikobereitschaft in Verbindung gebracht, obwohl die Art dieser Beziehung immer noch diskutiert wird", schreiben die Forscher. So dürfte die Ursache für den hohen Unterschied bei Motorradfahrern auch an der unterschiedlichen Motorisierung liegen, mit der Männer und Frauen unterwegs waren.

So waren 15 Prozent der Fahrer von Krafträdern mit weniger als 50 Kubikzentimetern Hubraum, die an den untersuchten Unfällen beteiligt waren, weiblich. Bei den deutlich schnelleren Motorrädern mit mehr als 500 Kubikzentimetern Hubraum lag der Anteil der Frauen dagegen nur bei vier Prozent.

Mehr Lkw-Fahrerinnen könnten Verkehrssicherheit erhöhen

Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin hält das Ergebnis der Studie für im Kern richtig. Dass Männer ein aggressiveres und risikoreicheres Verhalten als Frauen zeigen, äußere sich beispielsweise auch in der höheren Zahl der Gewaltdelikte. Allerdings weist die Studie Brockmann zufolge mehrere Schwächen auf: So beziehe sich die Untersuchung nur auf Unfallbeteiligte, nicht auf die Verursacher.

Auch seien nur die Verkehrstoten einbezogen worden, nicht die Verletzten. Und schließlich seien die Unfallbeteiligten nicht nach dem Alter unterschieden worden. "Eine 20-jährige Fahranfängerin stellt wahrscheinlich ein größeres Risiko für andere Verkehrsteilnehmer dar als ein 55-jähriger Mann", sagt Brockmann.

Vor allem bei Lastwagen könnten weibliche Fahrer der Studie zufolge jedoch für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. So waren männliche Fahrer in Bezug auf die gefahrenen Kilometer viermal so oft an Todesfällen durch Unfälle beteiligt wie ihre weiblichen Kollegen. Ziel der Politik solle den Autoren zufolge deshalb sein, den Prozentsatz der Frauen unter den Lastwagenfahrern zu erhöhen - denn das senke auch das Todesrisiko anderer Verkehrsteilnehmer.

ene/dpa
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