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Ablenkung beim Autofahren Rheinland-Pfalz führt Handy-Blitzer ein

Drei Monate wurde in Trier und Mainz eine Kamera getestet, die Smartphonenutzer am Steuer überführt. Das Projekt soll äußerst erfolgreich verlaufen sein – es wird nun ausgeweitet.
Autofahrer am Handy

Autofahrer am Handy

Foto: Getty Images

Allein in Rheinland-Pfalz verunglückten im vergangenen Jahr mehr als tausend Autofahrer, weil sie abgelenkt waren. Oft hatten die Fahrerinnen und Fahrer mit einem Handy hantiert – das kann im Zweifel tödlich sein. Nun sollen in dem Bundesland an vielen Stellen Kameras aufgestellt werden, um Verstöße mit dem Smartphone zu ahnden.

Ein Pilotprojekt an zwei Standorten in Trier und Mainz habe dazu geführt, dass die Zahl der Ablenkungsverstöße mindestens halbiert wurde, sagte Innenminister Michael Ebling (SPD) in einer ersten Bilanz in Mainz. Dort war drei Monate ein spezieller Fotoapparat getestet worden. »Das Pilotprojekt belegt, dass die Monocam eine präventive Wirkung hat und geeignet ist, die Verkehrssicherheit in Rheinland-Pfalz zu erhöhen.«

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Mit der nächsten Änderung des Polizei- und Ordnungsgesetzes werde noch im laufenden Jahr ein Vorschlag für eine Rechtsgrundlage erarbeitet, die den dauerhaften Einsatz der Monocam ermögliche, kündigte der Innenminister an. Dann sollen alle Polizeipräsidien im Land mit der Technik aufgerüstet werden.

100 Euro und ein Punkt in Flensburg

Das in den Niederlanden entwickelte System Monocam erkennt in einem Livestream, wenn ein Pkw- oder Lkw-Fahrer zum Smartphone oder Tablet greift und macht dann automatisch ein Foto. Die Bilder werden anschließend von geschulten Polizisten ausgewertet, denn nicht alle Aufnahmen sind eindeutig.

Monocam aus den Niederlanden: Nicht jeder Fall ist eindeutig

Monocam aus den Niederlanden: Nicht jeder Fall ist eindeutig

Foto: Fabian Geier / Einsatz-Report24 / IMAGO

Laut Paragraf 23a der Straßenverkehrsordnung dürfen Mobiltelefone, Tablets und andere elektronische Geräte nicht während der Fahrt benutzt werden – es sei denn, das Kraftfahrzeug verfügt über eine Freisprecheinrichtung oder Vorlesefunktionen. Viele Autofahrer telefonieren trotzdem mit dem Handy am Ohr oder tippen während der Fahrt Kurznachrichten. Wer mit Handy am Steuer überführt wird, muss ein Bußgeld von 100 Euro bezahlen und bekommt einen Punkt beim Fahreignungsregister in Flensburg.

Das Hantieren mit Handys am Steuer trägt massiv zu Autounfällen bei, berichteten Forscher im Fachmagazin »Proceedings of the National Academy of Sciences«  bereits vor Jahren. Neben Alkohol und Missachtung der Verkehrsregeln ist die Ablenkung mit 68 Prozent die häufigste Unfallursache.

dpa/joe