Marktstudie Jedes sechste Elektroauto kommt von deutschen Herstellern

Im globalen Markt holen Firmen wie BMW, VW und Mercedes langsam auf. Auch in Deutschland steigt die Nachfrage. Doch ein echter Massenmarkt entsteht gerade in einem anderen Land.
Piktogramm für einen Parkplatz für ein E-Auto

Piktogramm für einen Parkplatz für ein E-Auto

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Jedes sechste Elektroauto weltweit stammt mittlerweile von einem deutschen Hersteller. Bei vollelektrischen Fahrzeugen stieg der Anteil deutscher Autobauer laut einer Marktstudie der Unternehmensberatung PwC (PricewaterhouseCoopers) im zweiten Quartal auf 17 Prozent, bei Plug-in-Hybriden auf 50 Prozent.

Der VW-Konzern, BMW und Mercedes-Benz haben demnach im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 246.000 Autos mit einem reinen Elektroantrieb sowie rund 370.000 teilelektrische Plug-in-Hybride verkauft. Dominiert wird der Markt für vollelektrische Autos laut PwC gegenwärtig noch von chinesischen und US-amerikanischen Herstellern.

Die mit Abstand größte Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen gibt es laut PwC in China: Dort wurden im ersten Halbjahr 980.000 E-Autos und 212.000 Plug-in-Hybride zugelassen. Im zweiten Quartal stieg der Anteil der rein batteriebetriebenen Fahrzeuge auf über elf Prozent und lag damit vor den europäischen Kernmärkten mit acht Prozent.

Die USA müssen aufholen

»Im globalen Vergleich entfallen 58 Prozent der E-Auto-Käufe in diesem Zeitraum auf den chinesischen Markt«, schreiben die Branchenexperten. Die Volksrepublik stelle die Weichen auf E-Mobilität, um »sich als eine der führenden Hightech-Nationen zu positionieren und gleichzeitig die Lebensqualität der eigenen Bürger durch die Reduktion der Umweltverschmutzung zu verbessern«.

In Deutschland haben die mit elektrischer Energie betriebenen Autos mit 84.000 Neuzulassungen im zweiten Quartal fast mit den Plug-in-Hybriden gleichgezogen, von denen im selben Zeitraum gut 85.000 Neuzulassungen registriert wurden. Zusammen lag ihr Marktanteil im ersten Halbjahr bei 23 Prozent. Das wachsende Angebot der Hersteller und die staatlichen Kaufprämien für E-Autos und Ladeboxen seien wichtige Hebel, sagt PwC-Branchenexperte Felix Kuhnert.

In den USA dagegen kamen Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammen nur auf einen Marktanteil von drei Prozent. Die von Präsident Joe Biden geplanten Anreize, das steigende Umweltbewusstsein und technische Fortschritte könnten das jedoch ändern.

Angesichts des Markthochlaufs in fast allen Kernmärkten kämen Lieferschwierigkeiten bei Chips und Batterien allerdings zur Unzeit, sagt PwC-Strategieberater Jörn Neuhausen. Außerdem müsste der Anteil erneuerbarer Energiequellen zügig ausgebaut werden, um den Vorteil beim CO₂-Ausstoß gegenüber den konventionellen Antrieben auch tatsächlich auszuspielen.

mak/dpa
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