Umfrage 67 Prozent der Deutschen für Verbot von Kurzstreckenflügen

Die Mehrheit der Deutschen unterstützt einer Umfrage zufolge eine CO2-Steuer und ein Verbot von Kurzstreckenflügen. Noch höher war die Zustimmung jedoch in anderen europäischen Ländern.
Eine Mehrheit der EU-Bürger befürwortet einer Umfrage zufolge ein Verbot von Kurzstreckenflügen

Eine Mehrheit der EU-Bürger befürwortet einer Umfrage zufolge ein Verbot von Kurzstreckenflügen

Foto: Silas Stein/ DPA

67 Prozent der Deutschen sind einer Umfrage zufolge aus Klimaschutzgründen für ein Verbot von Kurzstreckenflügen. Damit liegen die Deutschen laut einer Umfrage der Europäischen Investitionsbank (EIB) fünf Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt von 62 Prozent. Am größten war die Zustimmung  zu einem Verbot in der Slowakei (78 Prozent) und Ungarn (73 Prozent), in Estland war sie mit 41 Prozent dagegen am niedrigsten.

Generell sind die Deutschen laut EIB mehrheitlich für eine Besteuerung CO2-intensiver Verkehrsmittel: So befürworten 71 Prozent der Befragten eine CO2-Steuer auf Flüge. Mit 61 Prozent ist auch eine Mehrheit der Deutschen für höhere Preise für Produkte, die eine schlechte CO2-Bilanz haben, etwa rotes Fleisch und Mobiltelefone.

81 Prozent sprachen sich für die finanzielle Unterstützung von Gemeinden und Arbeitskräften, die am stärksten von der Energiewende betroffen sind, aus. 88 Prozent befürworten es, wenn Kinder in der Schule Unterricht zum Thema Klimawandel und Abfalltrennung bekommen.

CO2-Steuer auf Flugreisen in China populär

Für die repräsentative Stichprobe  ließ die Europäische Investitionsbank (EIB) im vergangenen Herbst insgesamt 30.000 Menschen durch das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BVA in 30 Ländern in Europa sowie den USA und China befragen.

Dabei traf eine CO2-Steuer auf Flugreisen allgemein auf Zuspruch, je nach Region fiel die Resonanz aber unterschiedlich stark aus. So sind in China 93 Prozent der Befragten dafür, in Europa sind es 72 Prozent und in den USA nur 60 Prozent.

Der Klimawandel bereite den Menschen in Europa große Sorge, erklärte EIB-Vizepräsidentin Emma Navarro. Deshalb seien sie bereit, Opfer im Kampf gegen die Erderwärmung und für ein nachhaltigeres Leben zu bringen. Gleichzeitig erwarteten sie aber von Regierungen und Unternehmen, dass sie die CO2-Emissionen senken und mehr für die Umwelt tun. "Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam bewältigen", erklärte Navarro. Die Europäische Investitionsbank werde die nötigen technischen und finanziellen Mittel bereitstellen, um ihren Beitrag zu leisten.

ene/AFP
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