Köln Taucher finden mehr als 500 E-Scooter auf dem Grund des Rheins

Im Kölner Rhein rotten laut einem Medienbericht Hunderte E-Scooter vor sich hin – manche sondern eine klebrige Masse ab. Mindestens ein Anbieter weigert sich offenbar, Roller zu bergen.
In einem Kölner Wasserbecken abgelegter E-Scooter (Symbolbild): 500 Stück liegen einem Bericht des WDR zufolge in einem deutlich tieferen Gewässer – dem Rhein

In einem Kölner Wasserbecken abgelegter E-Scooter (Symbolbild): 500 Stück liegen einem Bericht des WDR zufolge in einem deutlich tieferen Gewässer – dem Rhein

Foto: Christoph Hardt/Geisler-Fotopres / picture alliance

E-Scooter sind eine potenziell praktische Mobilitätslösung. Klein, handlich und in deutschen Großstädten nahezu überall verfügbar. Mitten auf Gehwegen abgestellte oder umgekippte Roller sorgen jedoch immer wieder für Frust. Den lassen manche an den Zweirädern aus und werfen sie in Mülltonnen, Brunnen oder Flüsse.

Laut dem Sender WDR  haben allein in Köln Taucher mehr als 500 E-Scooter auf dem Grund des Rheins ausgemacht. Den Anbietern gelingt es offenbar nicht, die Gefährte aus dem Fluss zu bekommen. So habe der Kölner Bautaucher Markus Hambüchen vor einigen Tagen einen Anruf von einem großen Scooter-Anbieter bekommen. Die Firma habe dem Bericht zufolge um einen Kostenvoranschlag für die Bergung von 500 Elektrostehrollern im Bereich der Hohenzollernbrücke gebeten, wo Randalierer sie in den Rhein geworfen hätten.

Akku-Ummantelungen werden offenbar undicht

Hambüchen erklärte gegenüber dem WDR, er habe sich gefreut, dass sich endlich jemand um das Problem kümmere. »Wir finden an jeder Stelle, an der wir auf dem Grund des Rheins arbeiten, solche Scooter. Bevor wir mit der Arbeit an Kaimauern oder Brückenpfeilern beginnen können, müssen wir erst mal den Schrott zur Seite räumen. Ich rede nicht von zehn oder 20 Rollern, sondern von Hunderten, die im Rhein liegen«, so Hambüchen.

Der Schrott ist dabei nicht das einzige Problem. Hambüchen zufolge sondern einige der Roller eine klebrige Masse ab. »Offenbar werden bei den Fahrzeugen im Rhein die Akku-Ummantelungen undicht und dann treten Chemikalien aus den Akkus aus.«

Trotzdem war eine Bergung dem Scooter-Verleiher offenbar zu teuer. »Im Ergebnis sagte der zuständige Mann, bei den Kosten lohne es nicht, die Scooter aus dem Rhein zu holen«, so Hambüchen. Laut WDR beteuert das nicht namentlich genannte Unternehmen, dass alle Scooter, die in Reichweite seien, aus dem Wasser geholt würden – der Rhein sei jedoch tief und die Strömung stark. Es sei schwierig, alle Scooter zu bergen.

Zwei Anbieter reagierten mit konkreten Änderungen auf die Funde. Bird und Voi verhängten nun Parkverbote am Ufer des Rheins und auf den Brücken, um zu verhindern, dass weitere Roller im Wasser landen. Kunden können ihre Fahrten außerdem nicht mehr in der Nähe des Rheins beenden. Bird kündigte dem WDR zufolge außerdem an, eine Fachfirma mit der Bergung im Rhein zu beauftragen.

ene
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