Konzentration auf Luxussegment Mercedes will Bau der A-Klasse offenbar einstellen

Zieht Mercedes der A-Klasse nach einem Vierteljahrhundert den Stecker? Laut einem Zeitungsbericht setzt der Konzern auf Pkw im Luxussegment – auch die B-Klasse könnte demnach eingestellt werden.
Auslaufmodell? Die Mercedes A-Klasse (hier die Fertigung in Rastatt)

Auslaufmodell? Die Mercedes A-Klasse (hier die Fertigung in Rastatt)

Foto: Uli Deck / picture alliance / dpa

Der Autobauer Mercedes-Benz soll einem Medienbericht zufolge in den kommenden Jahren seine A-Klasse aus dem Programm streichen. Das »Handelsblatt« berichtete am Montag unter Berufung auf Konzernkreise, die A-Klasse solle um das Jahr 2025 herum komplett eingestellt werden. Weder für die Variante als Schrägheck noch als verlängerte Limousine werde es einen Nachfolger geben. Der Autobauer hatte die A-Klasse 1997 auf den Markt gebracht.

Dem Bericht zufolge lässt der Stuttgarter Autobauer auch seine B-Klasse auslaufen. Demnach gelten beide Modellreihen als unrentabel. Die Veränderungen werden laut »Handelsblatt« zu höheren Einstiegspreisen für einen Mercedes führen, von derzeit unter 30.000 Euro auf rund 40.000 Euro. Laut der Zeitung lehnte der Autobauer selbst ein offizielles Statement zur A-Klasse ab.

Kleinwagen-Segment unter Druck

Über ein Auslaufen der Fertigung war in der Vergangenheit immer wieder spekuliert worden. Mercedes hatte zuvor bereits angekündigt, die Fertigung in Zukunft vor allen Dingen auf sehr hochpreisige Modelle des Luxussegments auszurichten.

Aus Herstellersicht ist das ein logischer Schritt. Mit Autos aus dem gehobenen Segment lässt sich mehr Geld verdienen. Premiumautobauer Porsche kam zuletzt nach Einschätzungen des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) auf eine Gewinnmarge von durchschnittlich 17.600 Euro je Fahrzeug, Mercedes nur auf rund 5800 Euro je Auto. Das will Mercedes ändern. Der Absatzanteil des sogenannten Top-End-Segments soll bis 2026 im Vergleich zu 2019 um 60 Prozent gesteigert werden. Günstigere Modelle spielen in den Planungen kaum noch eine Rolle.

Für Hersteller sind Klein- und Kompaktwagen ohnehin nur dann rentabel, wenn sie in großen Stückzahlen verkauft werden. Doch die Kleinwagen-Absatzzahlen sind rückläufig. Mercedes verkaufte etwa 2019 weltweit noch mehr als 500.000 Exemplare der Einstiegsbaureihe A- und B-Klasse. 2021 waren es noch 322.800 Autos dieser Typen.

beb/afp
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