Gegen volle Busse und Bahnen Italien will Kauf von Fahrrädern und Tretrollern fördern

Während Deutschland über eine Abwrackprämie für Autos diskutiert, will Italien Fahrräder und Tretroller fördern. Sie sollen helfen, Stoßzeiten im ÖPNV zu vermeiden.
In Italien werden die Ausgangsbeschränkungen demnächst etwas gelockert. Um überfüllte Busse und Bahnen zu verhindern, will die italienische Regierung nun Fahrräder und Tretroller fördern.

In Italien werden die Ausgangsbeschränkungen demnächst etwas gelockert. Um überfüllte Busse und Bahnen zu verhindern, will die italienische Regierung nun Fahrräder und Tretroller fördern.

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Elisa Lingria/ DPA

Italien will den Kauf von Fahrrädern und Tretrollern fördern, um volle U-Bahnen und Busse und damit eine hohe Ansteckungsgefahr zu verhindern. In der anstehenden Gesetzesverordnung werde es entsprechende Anreize geben, sagte Verkehrsministerin Paola De Micheli der Zeitung "Corriere della Sera ". Wie hoch die Förderung sein wird, blieb unklar.

Italien will vom 4. Mai an die strengen Ausgangsbeschränkungen ein wenig lockern. Erwartet wird, dass einige Fabriken und Firmen die Arbeit wiederaufnehmen dürfen. Seit etwa sieben Wochen dürfen die Menschen nicht einmal für einen Spaziergang nach draußen.

Die Rushhour soll unbedingt vermieden werden

Stoßzeiten müssten unbedingt verhindert werden, es gebe dazu aber nicht genug Busse und Bahnen, sagte De Micheli. Öffentliche Verkehrsmittel dürften nur zur Hälfte besetzt sein, um soziale Distanz zu wahren. Wenn alle auf Autos umstiegen, würden die Städte verstopft. Daher sollten auch die Straßenverkehrsordnungen geändert werden, um mehr Fahrradwege zu öffnen.

Die Stadt Mailand setzt bereits auf die Einrichtung temporärer Radwege und verbreiterter Fußwege, um Radfahrern und Fußgängern das Einhalten des Mindestabstands zu ermöglichen. Insgesamt 35 Kilometer Straßen sollen umgebaut werden, darunter auch der Corso Buenos Aires, eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt.

In Deutschland wird derweil eine über staatliche Kaufzuschüsse für Autos diskutiert, um Neuwagen attraktiver zu machen und die Autoindustrie zu unterstützen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze warnte jedoch vor einer Neuauflage der sogenannten Abwrackprämie und schlug nun eine "Innovationsprämie" vor, um Fahrzeuge mit alternativen Antrieben attraktiver zu machen und steigende Spritverbräuche zu verhindern.

ene/dpa
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