Folge der Pandemie Zahl der Passagiere in Bussen und Bahnen sinkt auf Tiefstand
Coronaflaute: Locker gefüllte U-Bahn in München
Foto: Wolfgang Maria Weber / IMAGODie Coronapandemie hat die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen 2021 weiter sinken lassen. Mit knapp 7,9 Milliarden rutschte die Zahl der Passagiere auf den tiefsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2004, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl lag 34 Prozent unterhalb des Niveaus vor der Pandemie, also 2019, und noch einmal vier Prozent unter dem Wert von 2020. Dieser Rückgang sei »ausschließlich« auf die Lockdown-Maßnahmen während der Pandemie und die Arbeit im Homeoffice zurückzuführen, erklärte das Amt.
Dass es nochmals abwärts ging, liege am 2020 noch nicht von Corona geprägten Jahresanfang. Im Jahresvergleich schrumpften ausschließlich die Zahlen im ersten Quartal 2021, in dem es Lockdown-Maßnahmen und die Homeoffice-Pflicht gab. Vom zweiten bis zum vierten Quartal 2021 seien dann im Vergleich wieder mehr Fahrgäste im Bus- und Bahnlinienverkehr unterwegs gewesen – sie machten das starke Minus vom Jahresanfang aber nicht wieder wett.
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Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der 99 Prozent des Linienverkehrs abdeckt, lag der Rückgang verglichen mit 2020 ebenfalls bei vier Prozent, im Vergleich zum Vorkrisenniveau waren es 33 Prozent. In Bussen fiel das Minus mit einem Prozent moderater aus als in Straßenbahnen, U-, S- und Regionalbahnen. Dort sei der tatsächliche Rückgang aber womöglich nicht vollständig abgebildet: Weil automatische Fahrgastzählsysteme in Bussen selten eingesetzt würden, stütze sich die Statistik auch auf unregelmäßige Zählungen und Umfragen.
Anders als im ÖPNV stieg die Zahl der Gäste im Eisenbahn-Fernverkehr 2021 leicht an: So waren mit 85,1 Millionen Menschen zwei Prozent mehr Fahrgäste im Bahnfernverkehr unterwegs als 2020 – aber noch 45 Prozent weniger als 2019.
Einen besonders starken Rückgang verzeichnete dagegen der Linienverkehr mit Fernbussen: Mit 2,8 Millionen Personen im Jahr 2021 reisten 53 Prozent weniger Menschen mit Fernbussen als noch 2020 und sogar 87 Prozent weniger als 2019.