Mehr Platz für Räder und Fußverkehr Paris will Autoverkehr mit Verbotszone massiv reduzieren

Das Herz der französischen Hauptstadt soll ab dem kommenden Jahr für fast alle auswärtigen Autofahrer tabu sein. Die Pläne sollen den Verkehr um mindestens die Hälfte verringern.
Radfahrer auf dem Place de la Bastille: Bald ohne Autoverkehr?

Radfahrer auf dem Place de la Bastille: Bald ohne Autoverkehr?

Foto: THOMAS SAMSON / AFP

Die Pariser Innenstadt könnte bald zu einer Art verkehrsberuhigten Zone werden. Geht es nach den Plänen der Stadtverwaltung, wird dazu eine Verbotszone geschaffen, um den Autoverkehr massiv einzuschränken.

»Wir wollen sie im Zentrum der Hauptstadt umsetzen mit einem Ziel, den Durchgangsverkehr drastisch zu reduzieren. Heute fahren von den circa 180.000 Fahrzeugen, die durch dieses Gebiet fahren, 100.000 ohne anzuhalten durch«, sagte Grünenpolitiker David Belliard, im Pariser Rathaus zuständig für Umgestaltung des öffentlichen Raums und Mobilität, der Zeitung »Le Parisien« . Künftig sollen nur noch Anwohner, Busse, Taxis, aber auch Handwerker, Gewerbetreibende und Zusteller in diesem Bereich unterwegs sein können.

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Es sei nun ein Konsultationsprozess gestartet worden, bei dem Details geklärt werden sollten. Unklar sei zum Beispiel noch, welche Regeln für Reisebusse gelten sollten, so Belliard. Die Umsetzung der Pläne ist für 2022 anvisiert. Die Zone soll sich rund um die Seine-Insel Île de la Cité erstrecken, sowie von der Place de la Concorde bis zur Place de la Bastille.

Außer den ersten vier Arrondissements sind auch Teile des fünften, sechsten und siebten Arrondissements betroffen – ein Bereich, der sich insgesamt auf etwa 3,5 Kilometern von Ost nach West und etwa zwei Kilometern von Nord nach Süd erstreckt. »Die Einrichtung dieser Zone zielt darauf ab, Fußgänger und Radfahrer zu unterstützen, mehr Sicherheit für sie zu schaffen und die Umweltverschmutzung und den Lärm zu reduzieren«, sagte Belliard.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat Autos und Luftverschmutzung schon länger den Kampf angesagt  und etwa die Fahrradwege stark ausgebaut. Bei schlechter Luft wird der Verkehr deutlich eingeschränkt, Schadstoffplaketten für Autos sind Pflicht. Einige Straßen sind für den Autoverkehr gesperrt, so jene am rechten Seine-Ufer. Stattdessen ist dort eine Flaniermeile entstanden.

ene/dpa
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