Notfallplan für Stromknappheit Schweiz erwägt Fahrverbote für E-Autos

Die Energieversorgung im kommenden Winter bereitet vielen Ländern Sorge. Auch die Schweiz wappnet sich für einen Blackout – und will Fahrverbote für Elektroautos ermöglichen.
Gotthardtunnel: Die Fahrverbote sind erst bei Eskalationsstufe 3 geplant

Gotthardtunnel: Die Fahrverbote sind erst bei Eskalationsstufe 3 geplant

Foto: Alessandro Crinari / KEYSTONE / TI-PRESS / picture alliance / dpa

Als erstes Land könnte die Schweiz im Notfall Fahrverbote für E-Autos beschließen, um die Energiesicherheit zu gewährleisten. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend und verweisen auf einen Entwurf der Verordnung über Beschränkungen und Verbote der Verwendung elektrischer Energie. Konkret heißt es demnach in dem Papier: »Die private Nutzung von Elektroautos ist nur für zwingend notwendige Fahrten gestattet (z. B. Berufsausübung, Einkäufe, Arztbesuche, Besuch von religiösen Veranstaltungen, Wahrnehmung von Gerichtsterminen).« Geplant ist außerdem ein strengeres Tempolimit auf Autobahnen.

Der Strom in der Schweiz stammt zum Großteil aus Wasserkraft. Allerdings importiert das Land auch Strom aus Deutschland und Frankreich. Kommt es dort zu Engpässen, könnte in der Schweiz Strom ebenfalls knapp werden. Die Energiesicherheit in Europa gilt wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine als gefährdet. Viele Länder bereiten sich deshalb auf einen Ernstfall vor. Wie wahrscheinlich ein Blackout in Deutschland ist, lesen Sie hier .

Sitzheizung im Sessellift bleibt aus

Die Einschränkungen in der E-Mobilität sind erst für die Eskalationsstufe 3 vorgesehen, so steht es in dem Entwurf. Zuvor würden Sparmaßnahmen in Privathaushalten greifen. Waschmaschinen dürften dann beispielsweise nur noch bei maximal 40 Grad laufen. Laubbläser, Heizpilze, Sitzheizungen in Sesselliften dürften nicht betrieben werden. Und Videos von Streamingdiensten dürften nur noch in SD-Auflösung gezeigt werden.

Noch handelt es sich jedoch nur um einen Entwurf. Sollte es tatsächlich zu einer Stromknappheit kommen, sollen die Maßnahmen neu angepasst und die Verordnung erst dann in Kraft treten, berichtet die Nachrichtenseite »t-online« .

Auch Deutschland hat angesichts der Krise einen Energiesparplan aufgesetzt, um den Stromverbrauch in Deutschland zu senken. So dürfen etwa private Pools nicht mehr mit Gas oder Strom beheizt werden. Büros sollen zudem möglichst nur noch bis maximal 19 Grad geheizt werden.

koe
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.