Städtetag will Obergrenze für E-Scooter »Das Rollermikado muss aufhören«

Elektroroller gehören vielerorts zum Stadtbild – und werden manchmal zum Ärgernis. Der Städtetag verlangt nun ein Einschreiten der Regierung: Für die Fahrgeräte müssten neue Regeln her.
E-Scooter auf Gehweg (Symbolbild)

E-Scooter auf Gehweg (Symbolbild)

Foto: Rolf Vennenbernd / picture alliance/dpa

E-Tretroller dürfen in Deutschland seit zweieinhalb Jahren unterwegs sein. Und in vielen Städten sind sie Kritikern ein Dorn im Auge. Der Deutsche Städtetag fordert nun eine Obergrenze für Elektrotretroller.

Wo diese wegen ihrer hohen Zahl Ärgernis und Gefahr seien, sollten die Kommunen einschreiten können. Wie Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der »Rheinischen Post« sagte, muss nach der Euphorie der ersten Jahre nachgesteuert werden. »Das Rollermikado in öffentlichen Räumen muss aufhören.«

Die Städte wollten »Obergrenzen festlegen können, zum Beispiel in übermäßig belegten Innenstädten«. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) solle zügig schärfere Regeln für die Nutzung von E-Tretrollern erlassen. Dafür müsse man die Straßenverkehrsordnung ändern.

Außerdem müsse es neue Schilder geben, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags der »Rheinischen Post«. »Wir brauchen Verkehrszeichen, die eindeutig bestimmen: E-Roller fahren ist hier verboten, Fahrräder bleiben aber weiterhin erlaubt.«

Eine Verordnung legt seit Mitte Juni 2019 technische Voraussetzungen und Verhaltensregeln dafür fest. Die Gefährte dürfen bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnell sein. Gefahren werden muss auf Radwegen – gibt es keine, dann auf der Fahrbahn. In vielen Städten bieten Verleihfirmen die auch E-Scooter genannten E-Tretroller an.

Köln geht das Problem schon an

Die Stadt Köln hatte in diesem Jahr mit verschiedenen Maßnahmen versucht, die Masse der Fahrgeräte in den Griff zu bekommen. Rund 14.000 E-Roller sind allein in Köln unterwegs.

Betreiber und Stadt hatten Anfang September ein Abkommen ausgehandelt, durch das die E-Scooter ihr Wildwest-Image verlieren sollen. Der Kompromiss sieht vor, dass die Betreiber ihre Flotte in der Innenstadt ausdünnen: Statt 7000 Scootern sollen hier künftig zusammengenommen nur noch 4500 an den Straßenrändern stehen.

Gleichzeitig speisen sie neue Verbotszonen in ihre Apps ein, sodass die Entleiher die Scooter nicht mehr abstellen können. Auch Zugangsbeschränkungen zu später Stunde sind angedacht, um etwa riskante Alkoholfahrten zu unterbinden.

jok/dpa
Mehr lesen über