ADAC-Prognose Wo sich der Verkehr zu Pfingsten besonders ballt

Wegen des 9-Euro-Tickets sind über Pfingsten viele Nahverkehrszüge wohl voll – doch auch auf den Straßen dürfte es eng werden. Die Autoklubs haben die wichtigsten Stauschwerpunkte ermittelt.
Stau auf der A5 (Foto von 2021)

Stau auf der A5 (Foto von 2021)

Foto: Frank Sorge / IMAGO

Autofahrer müssen am langen Pfingstwochenende (3. bis 6. Juni) mit vielen Staus rechnen. Darauf haben der Auto Club Europa (ACE) sowie der ADAC in seiner Stauprognose  aufmerksam gemacht.

Neben den Feiertagen beginnen zudem in Baden-Württemberg und Bayern die zweiwöchigen Pfingstferien, in Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland einwöchige Ferien. Die Vorsaison dürfte laut ACE viele Reisende in den Süden, an die Strände von Nord- und Ostsee und in die Mittelgebirge ziehen. Auch bekannte Naherholungsgebiete werden als Ziele beliebt sein, was viel Verkehr nicht nur auf die Autobahnen, sondern auch auf die Nebenstrecken spülen dürfte. Die Staugefahr sei im Süden Deutschlands besonders hoch, so der ADAC. Der Autoclub erwartet die massivsten Verkehrsstörungen am Freitagnachmittag, im Süden auch noch Samstagvormittag und am Pfingstmontag.

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Die Experten rechnen für Freitag bereits ab frühem Mittag mit starkem Pendlerverkehr, zu dem sich die ersten Reisenden gesellen. Bundesweit dürfte es daher bis in den Abend auf den Autobahnen voll werden. Auch am Samstag besteht erhebliches Staurisiko – vor allem auf den Autobahnen in Richtung der Alpen. Schon am frühen Morgen füllten sich die Straßen schnell, was bereits zu ersten Staus am frühen Vormittag führen könnte. Mit Entspannung der Lage ist laut ACE erst in den frühen Nachmittagsstunden zu rechnen.

Der beste Reisetag sei noch der Sonntag, wo das Aufkommen spürbar geringer ausfalle als am Samstag, so die Prognose des ACE, der auch den fehlenden Lkw-Verkehr als Grund für die erwartbare Entspannung der Lage nennt. Allerdings kann sich vor allem bei schönem Wetter der Ausflugsverkehr rund um die Naherholungsgebiete auf den Nebenstrecken erhöhen.

Volle Nebenstrecken werden auch für den Montag erwartet, denn viele Ausflügler dürften unterwegs sein. Allerdings setzt ab dem Nachmittag schon wieder der Rückreiseverkehr auf den Autobahnen ein und erhöht die Staugefahr auch dort. Die Autoclubs halten Staus und Verzögerungen besonders in den Großräumen Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Stuttgart, München und auf den Routen zu den Küsten für möglich.

Rekordstau am Freitag

Allein im vergangenen Jahr wurden am Freitag vor Pfingsten mehr als 3500 Kilometer Stau auf deutschen Straßen gemessen – insgesamt der staureichste Tag zu und um Pfingsten. Am Pfingstsonntag waren es dagegen nur rund 240 Kilometer. Die Zahl der Autobahnbaustellen in Deutschland liegt aktuell bei 976 und damit weiterhin auf sehr hohem Niveau. Zudem werden derzeit in diversen Tunnelröhren Wartungsarbeiten durchgeführt: Diese sind dann häufig mehrmals nachts gesperrt. Die Nachtsperren finden allerdings in der Regel unter der Woche statt.

Die Lage auf den Straßen in Österreich und der Schweiz dürfte sich ähnlich wie in Deutschland abspielen. So ist für die Transitstrecken vor allem ab Samstagvormittag bis in den Nachmittag hinein mit hoher Staugefahr zu rechnen. Der Ausflugsverkehr spielt dann am Sonntag und Montag auch auf den Nebenstrecken eine große Rolle. Am Montagnachmittag dürfte der Rückreiseverkehr einsetzen. Staugefährdet sind unter anderem besonders die Tauern-, Inntal-, Brenner-, Rheintal- und Gotthardroute, so der ADAC.

Für die Schweiz rechnet der ACE auf der Gotthardroute an den Hauptreisetagen mit längeren Staus vor dem Nordportal des Gotthardtunnels. Ab einer Wartezeit länger als eine Stunde lohne sich die Ausweichroute über den San-Bernardino-Tunnel.

Wer eine Alpenstraßentour plant, sollte sich bewusst sein, dass einige Pässe derzeit noch geschlossen sind. Die letzten Pässe werden im Juni freigegeben. Beim Grenzverkehr sind stichprobenartige Kontrollen nicht auszuschließen. Allerdings gehe es aber auch aufgrund von Lockerungen bei den Einreisebestimmungen vieler Länder deutlich schneller voran als noch vor einigen Wochen, so der ADAC.

joe/dpa