Stiftung Warentest Fahrradhelm für 45 Euro schützt bei Crashs am besten

Wie sicher ist ein Fahrradhelm für weniger als 50 Euro? Mitunter sehr sicher, zeigt eine Untersuchung von Stiftung Warentest. Das Modell passt allerdings nicht auf jeden Kopf.
Überlebenswichtiges Zubehör: Fahrradhelme schützen vor Kopfverletzungen und Hirnschäden

Überlebenswichtiges Zubehör: Fahrradhelme schützen vor Kopfverletzungen und Hirnschäden

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Johner Images / Plattform / Getty Images

Fahrradhelme gibt es in allen Farben und Preisklassen, manche leuchten im Dunkeln: Sie schützen den Kopf vor schweren Verletzungen, für die das Risiko auch bei niedrigen Geschwindigkeiten hoch ist. Schon ein Aufprall mit zehn Kilometern pro Stunde kann zu Hirnschäden führen. Ohne Helm ist das Risiko schwerer Kopfverletzungen neunmal höher.

Hunderte Euro muss ein Helm mit gutem Unfallschutz aber nicht kosten. Die Stiftung Warentest hat im Labor unterschiedliche Modelle einem Härtetest  unterzogen. Am besten schnitt ein Helm ab, der 45 Euro kostet. Der »Fischer Urban Plus« bekam bei der Unfallsicherheit die meisten Punkte. Allerdings habe er einen Nachteil: Seine Größe lasse sich nur schwer anpassen. Dadurch sitze er nicht auf jedem Kopf so gut. Passgenauigkeit ist aber ein wichtiger Faktor bei der Auswahl.

Von 15 getesteten Fahrradhelmen für Erwachsene, die zwischen 35 und 160 Euro kosten, schnitten sieben Modelle mit »gut« ab. Die anderen bieten mit »befriedigend« aber auch einen »wirksamen Schutz vor Kopfverletzungen«, so die Crashtest-Experten. Sie raten auch zu den teureren Modellen »Uvex City«, »i-vo Mips«, »Alpina Haga LED« und »Nutcase Vio Mips LED«, die bis zu 160 Euro kosten. Viele Anbieter hätten beispielsweise den Schutz der Schläfen in den letzten Jahren verbessert. Den letzten Platz belegte ein Falthelm. Grundsätzlich gelte aber: Jeder Helm ist besser als keiner.

So sitzt ein Helm richtig auf dem Kopf

Bei den Aufprallsimulationen war die Stiftung Warentest nach eigenen Angaben teils strenger, als es die Prüfnorm für Fahrradhelme vorschreibt. So ließ sie die Helme nicht nur auf einen flachen Sockel aufschlagen, sondern auch auf eine schiefe Ebene. Bei 22 Kilometern pro Stunde wurde der Aufprall auf Stirn, Hinterkopf und die Seite simuliert. Die untersuchten Helme sind dabei ausdrücklich für normale Fahrräder ohne Elektroantrieb vorgesehen. E-Bike-Fahrer bräuchten wegen der höheren Geschwindigkeit robustere Helme.

Damit ein Helm richtig schützt, sollte er etwa zwei Fingerbreit oberhalb der Augenbrauen waagerecht auf dem Kopf sitzen und nicht rutschen, so die Empfehlung. »Die Gurtbänder sollen fingerbreit unter dem Ohr zusammenlaufen und ein Dreieck bilden. Der Riemen mit dem Schloss sollte unter dem Kinn liegen und nicht gegen den Hals drücken«, schreiben die Unfallexperten. Der Kinnriemen sollte so gespannt werden, dass zwei Finger zwischen Hals und Band passen.

fww
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