Vergleich der Stiftung Warentest Fahrradversicherung – und sie lohnt sich (manchmal) doch

Meist raten Fachleute von Spezialversicherungen ab. Doch bei Fahrradpolicen macht die Stiftung Warentest eine Ausnahme – für bestimmte Umstände.
Das Fahrrad erlebt derzeit einen Boom, Zweiraddiebstähle werden jedoch selten aufgeklärt

Das Fahrrad erlebt derzeit einen Boom, Zweiraddiebstähle werden jedoch selten aufgeklärt

Foto: Daniel Karmann/ picture alliance / Daniel Karmann/dpa

2020 war das Jahr des Fahrrads. Durch die Coronapandemie wuchs die Bedeutung der Zweiräder als Verkehrsmittel innerhalb kürzester Zeit. Vor Radläden bildeten sich lange Schlangen – auch hochpreisige Exemplare wie Pedelecs und Lastenräder waren beliebt wie nie.

Damit stellt sich manchen die Frage nach der passenden Versicherung, denn kaum ein Fahrraddiebstahl wird aufgeklärt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder über die Hausratversicherung oder mit einer eigenen Fahrradversicherung.

Die Hausratversicherung schützt die Räder im Haus, der Wohnung oder dem verschlossenen Keller, mit einem Zusatzbaustein in der Police auch außer Haus. Der Preis variiert je nach Wohnort. Welchen Anteil der Fahrradschutz an der Versicherungsprämie ausmacht, sollten Verbraucher am besten direkt beim Anbieter erfragen, raten die Fachleute von »Finanztest« .

Preis hängt vom Wohnort ab

Diese Art des Schutzes hat laut »Finanztest« jedoch einen Nachteil: Oft dürfe die Versicherungssumme einen festen Betrag nicht übersteigen. Für teure Räder oder wenn mehrere Fahrräder auf einmal gestohlen werden, sei das aber eventuell zu wenig. Eine spezielle Fahrradversicherung könne daher besser sein.

Deshalb untersuchte Finanztest 62 Tarife von 24 Anbietern. Die Versicherer sollten Preise und Leistungen nennen für ein normales Rad mit einem Neupreis von 1500 Euro sowie zwei E-Bikes, die neu 2500 und 3500 Euro kosten, darunter ein E-Lastenrad.

Abgefragt wurden die Tarife für Leipzig und Remscheid. In Leipzig gab es 2019 die meisten und in Remscheid die wenigsten Fahrraddiebstähle pro 100.000 Einwohner. Vor allem in Regionen mit hohem Diebstahlrisiko sind die Spezialversicherungen demnach relativ günstig.

  • Ist das Diebstahlrisiko hoch, ist das 2500 Euro teure E-Cityrad laut »Finanztest« mit dem Tarif Klassik des Anbieters Medien am günstigsten versichert, er schützt bei Diebstahl und weiteren Gefahren und kostete für Leipzig und Remscheid gleichermaßen 75 Euro pro Jahr.

  • Für das 1500 Euro teure Trekkingrad werden dort je 61 Euro fällig, für das 3500 Euro teure E-Lastenrad je 95 Euro.

  • Ist das Diebstahlrisiko gering, ist demnach der Tarif Neo-mobil-S-Diebstahl-Reparatur von Neodigital eine gute Wahl. Mit ihm werden für den Schutz des E-Cityrads in Remscheid 65 Euro fällig – in Leipzig dagegen 229.

  • Einen günstigen, reinen Diebstahlschutz bietet Signal Iduna in beiden Städten für 32 Euro. Er greift aber nicht bei Unfällen, Vandalismus oder Stürzen. Das abgefragte normale Fahrrad kostet hier 28 Euro, das E-Lastenrad 35 Euro.

Es lohnt sich, die Bedingungen genau zu lesen. So muss das Rad »Finanztest« zufolge in der Regel an einem »ortsfesten Gegenstand« wie einem Laternenpfahl angeschlossen werden, für das Schloss machen die Versicherer ebenfalls Vorgaben. Es müsse oft einen Mindestwert für 50 Euro haben.

Moderne Technik lohnt sich mitunter auch: Kann das Rad per GPS geortet werden, geben manche Anbieter dafür zusätzliche Rabatte.

ene